Neuer Wohnraum in Regensburg: Leben zwischen DEZ und Autobahnauffahrt

Obwohl die Frankenstraße in Regensburg nicht für ihre Aufenthaltsqualität bekannt ist, entscheiden sich seit einigen Jahren immer wieder Bauherren dafür, Wohnprojekte in diesem Umfeld hochzuziehen. Und das durchaus mit Erfolg – Schallschutz sei Dank.
So wohnen in den im Jahr 2018 fertiggestellten Bäckerschen Höfen laut Daniela Gruber-Sokoll, Geschäftsführerin bei der Gruber Wohnbau, derzeit etwa 100 Menschen. Außerdem gibt es hier 18 Gewerbeeinheiten mit Hochzeitsmode, Friseur oder Architekturbüro. Frei sei im Moment lediglich das Lokal, aber das stehe kurz vor der Vermietung, sagt Gruber-Sokoll.
Vor einem Jahr stellte die Donhauser Bau GmbH zudem den Winzerer Hof auf dem Gelände des ehemaligen Möbelhauses Wangler vor. Hier sind 52 Wohnungen entstanden, darunter elf Einheiten geförderter Wohnungsbau, auch hier leben laut Julia Hecht, Assistenz der Geschäftsleitung etwa 100 Menschen. Eine Wohnung sei noch frei – eine Musterwohnung.
Das Interesse ist groß
In drei Wochen werden weiterhin die ersten Mieter an der Adresse Bäckergasse 13 auf dem Eckgrundstück gegenüber der beiden Regenbrücken einziehen. In dem Massivhaus mit 16 Wohneinheiten zwischen 52 und 103 Quadratmetern, das die Sturm-Hecht GmbH errichtet, soll laut Geschäftsführerin Irene Hecht am 1. August auch eine Zahnarztpraxis eröffnen. „Alle Einheiten sind verkauft und die Kapitalanleger haben ihre Wohnungen auch schon vermietet“, sagt Hecht.
Und auch der nächste Bauherr, der im Bereich der Frankenstraße ein größeres Wohnbauprojekt entstehen lassen will, steht schon fest: Das ist Markus Guggenberger, Geschäftsführer der Guggenberger GmbH. Er plant, dem L-förmigen Grundstück zwischen Further Straße und Frankenstraße sowie zwischen Tankstelle und Fast Food-Restaurant neues Leben einzuhauchen. Und zwar mit Wohn- und Gewerbeeinheiten. Wie er sich das vorstellt, wurde bei der vergangenen Sitzung des Gestaltungsbeirats klar. Im hinteren Bereich könnten laut Gerhard Gramalla, Geschäftsführer beim Büro Huber Architekten, einmal 51 Wohnungen entstehen. Die Summe der gewerblich genutzten Fläche liege derzeit bei 8450 Quadratmetern, wovon alleine 1400 Quadratmeter auf einen Nahversorger entfallen könnten. Nach dem Termin im Gestaltungsbeirat sei aber zu erwarten, dass diese Flächenbilanz noch sinkt. Zudem sprach Gramalla bei dem Termin eine mögliche Gastroeinheit an.
Wie laut ist es hier?
Wie aber gelingt es, im Bereich der Frankenstraße neue Wohnungen mit Lebensqualität zu bauen, wo die doch eine bis zu fünf Spuren breite Hauptverkehrsachse in Regensburgs Verkehrssystem ist? Gruber-Sokoll sagt, dass es hier durchaus planerischer Ideen im Umgang mit Lautstärke und Verkehr bedürfe. Gramalla plant deswegen, die Gewerbeeinheiten entlang der Frankenstraße schallschützend vor den Wohnhäusern im hinteren Bereich zu platzieren. Auch Hecht sagt, in der Bäckergasse 13 Augenmerk auf den Lärmschutz gelegt zu haben. „Durch unsere Fenster hört man nichts“, verspricht sie. Wegen einer zentralen Lüftungsanlage könnten die zukünftigen Bewohner zudem auf das Öffnen der Fenster verzichten. Für Aufenthaltsqualität würden bei diesem Projekt aber auch ein Innenhof und Loggien mit Blick auf den Dreifaltigkeitsberg sorgen.
Die Gegend in Regensburgs Norden warte allerdings auch mit einigen Trümpfen für ihre Bewohner auf. Für Hecht gehört dazu die fußläufig erreichbaren Naherholungsgebiete am Regen und auf den Winzerer Höhen, die Nähe zum Donaueinkaufszentrum und zur Altstadt sowie die nahe gelegene Autobahnauffahrt.


