Die Trockenheit gefährdet das Moor in Velburg, die Biber könnten es aber retten

Von Friederike Klett · 4. Juli 2023 um 05:00

Die Trockenheit der vergangenen Jahre macht sich immer deutlicher in der Natur bemerkbar. Naturschutzgebiete wie das Deusmauer Moor in Velburg könnten, wenn sich der Trend fortsetzt, vollkommen zerstört werden. Das hätte laut Bund Naturschutz und Landschaftspflegeverband gravierende ökologische Auswirkungen.

Moore sind unentbehrliche CO2-Speicher, erklärt Josef Guttenberger vom Bund Naturschutz. Durch den feuchten Boden werde die organische Substanz, die das CO2 speichert, nämlich nicht zersetzt, sondern bewahrt. „Wenn ein Moor austrocknet, würde nicht nur die Speicherfunktion wegfallen. Das gespeicherte CO2 wird durch das Verfaulen wieder vollständig in die Atmosphäre entlassen.“

Wenn das Moor austrocknet, wird es zu einer einfachen Wiese

So schlimm steht es um das Deusmauer Moor zwar noch nicht, aber es gibt bereits Stellen, an denen es sich nicht mehr um eine Moorlandschaft, sondern um eine einfache Wiese handelt, so Guttenberger. Dass es an vielen Stellen weiterhin ein guter Lebensraum für Arten ist, die die feuchte Umgebung brauchen, liegt vor allem an ihnen: den Bibern.

Sie stauen das Wasser. Doch obwohl es absolut verboten ist, die Lebensräume und Bauten von Bibern zu zerstören, passiere das immer wieder, sagt Katrin Mayer. Sie ist die Projektmanagerin für das Deusmauer Moor im Landschaftspflegeverband. Die Tiere stünden zwar unter strengstem Naturschutz, allerdings störten sie manche Landbesitzer angrenzender Gebiete.

„Besonders an den Randbereichen des Moores sind die Tiere von vielen nicht gern gesehen“, sagt Guttenberger. „Dabei sind das genau die Stellen, an denen sie enorm wichtig sind.“ Am Rand würde die Feuchtlandschaft nämlich besonders schnell austrocknen. Die Biber aber an diesen Stellen gewähren zu lassen, wäre die praktischste Art, um für einen besseren Wasserhaushalt in der Landschaft zu sorgen.

Biberdämme werden an manchen Stellen regelmäßig entfernt

„Man kann selbst das Wasser an den fraglichen Stellen stauen. Aber die Biber zu fördern wäre die einfachste Lösung“, findet der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Neumarkt. „Es gibt aber einige Brennpunkte, wie zum Beispiel bei Oberweickenhof, wo die Biberdämme regelmäßig entfernt werden.“ An diesen Stellen ist laut Guttenberger auch die Trockenheit besonders bemerkbar.

Eine weitere Gefahr für das Moor gehe von den Besuchern des Naturschutzgebietes aus. „Ich mache auch selbst Führungen am Moor, bei denen ich mit den Leuten nur außen rumgehe“, erklärt Mayer. Das Problem: Viele würden einfach queer durch das Moor gehen, um es besser sehen und erleben zu können. Dabei zertreten sie die Vegetation, die zum Teil vom Aussterben bedroht ist.

Um dem zu begegnen gab es bereits vor zwei Jahren den Plan der Gemeinde Velburg, einen Steg zu bauen, der den Besuchern ermöglicht, mehr vom Moor zu erleben.

Bau eines Steges ist vorerst nicht geplant

Die Umsetzung dieses Projektes ist aber vorerst nicht geplant, wie Mayer erklärt. Die Parteien seien sich bei einer konkreten Planung nicht einig geworden. Deshalb versuche man vorerst, andere Lösungen zu finden.

„Das Deusmauer Moor ist durch einen Steg gar nicht erfahrbar“, sagt Guttenberger zu den Debatten. „Das Moor setzt sich wie ein Mosaik aus verschiedenen Feuchtlandschaften zusammen, die man an einem Steg entlang nicht abbilden kann.“

Außerdem würde der Boden durch ein solches Projekt beschädigt werden, so Mayer. „Wenn es eine naturverträgliche Variante gäbe, könnte man wieder darüber sprechen“, ist sie sich sicher. Bis dahin sollen andere Wege der Besucherlenkung gesucht werden, die dafür sorgen, dass weder Pflanzen zerstört noch Tiere gestört werden.