Landesgartenschau: Freystädterin verwandelt Container in Hingucker aus Blumen und Deko

Von Wolfgang Endlein · 3. Juli 2023 um 11:00

Viele Menschen lieben Blumen und Dekorieren: Beatrix Schaffranka hat es zu ihrem Beruf gemacht. Bei Bundes- und Landesgartenschauen zeigt sie ihr Können. Dabei ist auch immer etwas von ihrer Heimat Lauterbach (Gemeinde Freystadt) mit in ihren Werken.

Lauterbach und Schmellnricht sind beschauliche Orte im Südwesten der Gemeinde Freystadt. Umgeben von weiter Natur lässt es sich hier leben – und offenbar auch viel Inspiration finden. Beispielsweise für die Bundes- und Landesgartenschauen. „Es steckt auch Schmellnricht und Lauterbach in der Landesgartenschau“, sagt Beatrix Schaffranka über die diesjährige in Freyung im Bayerischen Wald.

Sie sagt das nicht nur, weil sie selbst in Lauterbach lebt und mit ihrer Kompetenz in Sachen Blumen und Dekoration bei der Landesgartenschau mitwirkt. Nein, Schaffranka baut auch auf die Unterstützung beider Dörfer: „Wir haben die besten Nachbarn der Welt“. Als jüngst Ministerpräsident Markus Söder die Landesgartenschau eröffnete, sägte er einen Baumstamm aus Lauterbach durch. Der Nachbar, von dem der Stamm kam, sei seither sehr stolz, sagt Schaffranka.

Verschlungener beruflicher Weg brachte Freystädterin zur Landesgartenschau

Aber bei Stämmen bleibt es nicht. Denn die 59-Jährige hat viele Ideen für die es alles mögliche braucht, was Natur und Dörfer so hergeben.

Schaffranka ist... Ja was eigentlich? Ihren Beruf zu beschreiben ist nicht so einfach. „Ich bin Floristmeister“, sagt sie für den Anfang. Wer jetzt einen Blumenladen im Kopf hat und jemanden, der Sträuße bindet, hat zu einem kleinen Teil recht. „Ich arbeite immer noch ein paar Mal im Jahr, davon drei Mal auf Sylt, in Blumenläden, um den Kontakt zur Basis nicht zu verlieren“, sagt Schaffranka, die das Handwerk („Floristik ist Handwerk.“) und Blumen liebt.

Aber zu Schaffrankas Beruf gehört noch mehr. Es ist eine ziemlich verschlungene Geschichte, wie die Frau aus dem Ruhrpott zu dem wurde, was sie heute ist. Verkürzt kann man sagen: Schaffranka hat ein Händchen und viel Erfahrung dafür, dass alles, was im weitesten Sinn mit Blumen und Deko für Wohnung und Garten zu tun hat, richtig arrangiert ist und gut aussieht.

Landesgartenschau in Freyung hat das Thema „Wald. Weite. Wunderbar“

Sie berät beispielsweise Großhändler beim Einkauf, der Produktgestaltung und bei der Präsentation der Produkte, die sie an den Händler bringen wollen. Auch auf Messen und Events ist die Kreativität der Lauterbacherin gefragt.

Das ist die eine Seite ihres Berufs, den sie als Selbstständige betreibt. Viel näher an dem, was viele Menschen sich vorstellen können, sind Schaffrankas Beiträge zu Bundes- und Gartenschauen.

Für diese muss sie sich ein Jahr vor dem Start der Gartenschauen mit einem eigenen Konzept bewerben. In der Gartenschau in Freyung galt es unter anderem sieben Containergerippe und das Motto der Landesgartenschau „Wald. Weite. Wunderbar.“ gestalterisch zusammenzubringen.

Wie das Schaffranke macht? „Wir machen was fürs Herz“, sagt sie – aber auch, dass es darum gehe, die Sehgewohnheiten zu brechen. Als Beispiel erzählt sie vom obligatorischen Blumenstrauß für die Ehrengäste einer Gartenschau. Langweilig, fand sie das, und kreierte aus einem Wanderstock und Blumen eine ungewöhnliche Art von Blumenstrauß.

Diesen kreativen Umgang mit scheinbar nicht verwandten Materialien legt sie auch bei den Containern an den Tag. Dafür hortete sie beispielsweise unzählige Jeans-Hosen auf ihrem Anwesen in Lauterbach. Jetzt hüllen diese einen Container in Freyung ein und bieten Platz für Blumen.

Schaffranka dekoriert für die Fuchsien-Gesellschaft auf der Bundesgartenschau in Mannheim

In anderen Containern gibt es Kunst in Kombination mit Pflanzen zu sehen. Beispielsweise eine Blumen umrankte Damenrunde, deren Skulpturen die Freystädter Künstlerin Marion Ammer beigesteuert hat. In einem andere Container residiert ein Stammtisch, aus dem der Hopfen wächst.

Die dekorierten Bilder sind dabei nicht statisch, sondern wechseln alle zwei Wochen. Mit ihrem Team aus Freischaffenden ist die 59-Jährige dann zwei Tage vor Ort, um umzugestalten. Märchen, Wandern, Sommer und Leben von einst sind einige Themen, die Schaffranka in Bilder aus Blumen und Dekorationen umsetzt.

Es wird für Schaffranka nicht die einzige Gartenschau in diesem Jahr sein. In Mannheim findet die Bundesgartenschau statt – und auch dort ist die Lauterbacherin beteiligt. Die Deutsche Fuchsien-Gesellschaft hat sie beauftragt, deren Beitrag zu gestalten. Der Raum dafür ist groß und karg. Fast 1000 Quadratmeter misst die leere ehemalige Kasernenhalle. Da braucht es nicht nur Fantasie, sondern auch viel Koordinierungstalent, um in einem zudem sehr engen Zeitfenster alles aufzubauen.

Klingt nach viel Stress: „Der Schmerz geht, der Stolz bleibt“, sagt Schaffranka lachend über den Druck, mit wenig Zeit und unter wechselnden Gegebenheiten liefern zu müssen. „Abwechslung macht es aus“, sagt sie über ihren Beruf. Die Abwechslung sieht man auch in ihren Dekorationen. In Freyung beispielsweise noch bis zum 3. Oktober.

Beatrix Schaffranka lebt in Lauterbach, stammt aus dem Ruhrgebiet und ist freischaffende Floristmeisterin. Foto: Schaffranka
Ein Blick in einen der von Beatrix Schaffranka für die Landesgartenschau Freyung gestalteten Container.
Der sinnbildliche Stammtisch in einem der von Beatrix Schaffranka für die Landesgartenschau Freyung gestalteten Container ist umrankt von Hopfen.
Skulpturen der Freystädter Künstlerin Marion Ammer sind Teil eines anderen von Beatrix Schaffranka gestalteten Containers bei der Landesgartenschau in Freyung.