FF Schwandorf kämpft mit neuem Abrollbehälter gegen Flächenbrände – Bei Alku war er schon im Einsatz

Von Johannes Hartl · 30. Juni 2023 um 15:00

Im Kampf gegen Flächenbrände freut sich die Schwandorfer Feuerwehr über eine neue Waffe: Mit einem Abrollbehälter können die Aktiven künftig eine gewaltige Wassermenge an die Einsatzstelle bringen. Vor allem, wenn die nächste Wasserquelle weit weg ist, ist das entscheidend.

Obwohl es draußen trocken ist, gab es in Schwandorf heuer bisher keine Einsätze wegen Flächenbränden. „Toi, toi, toi“, sagt Stadtbrandinspektor Klaus Brunner. Ob sich das noch ändert, lässt sich nicht vorhersagen. Das käme einem Blick in die Glaskugel gleich. Der Grasland-Feuerindex meldete am Donnerstag jedenfalls Stufe drei, also eine mittlere Gefahr. Die höchste Stufe ist fünf.

„Wir hoffen natürlich immer, dass nichts ist“, sagt Brunner. Aber im Ernstfall „sind wir gut aufgestellt“. Denn seit April steht bei der Feuerwehr ein neuer, gewaltiger Wassertank, der 11.000Liter fasst. Zur Einordnung: Die Menge ist so groß, dass es gut eine halbe Stunde dauert, bis der komplett Tank mit Brunnenwasser gefüllt ist.

Wassertank war schon im Einsatz – und zwar beim Großbrand bei Alku in Maxhütte-Haidhof

Als Abrollbehälter kann der Tank auf das Wechselladerfahrzeug geladen und so schnell an die Einsatzstelle transportiert werden. Tatsächlich hat der Wassertank mittlerweile sogar seine „Feuerprobe“ bestanden: Beim Großband bei der Firma Alku in Maxhütte-Haidhof konnten die Schwandorfer damit wertvolle Unterstützung bei den Löscharbeiten leisten.

Für Klaus Brunner liegen die Vorteile auf der Hand: Im Einsatz bleibe die Feuerwehr länger unabhängig von der Wasserversorgung. Das ermöglicht ein schnelleres Löschen – und lässt zugleich mehr Zeit, um eine Wasserversorgung aufzubauen, die beispielsweise über einen Pendelverkehr läuft. In Maxhütte-Haidhof sind kürzlich 2000 Liter pro Minute aus dem Tank geflossen. Innerhalb von zehn Minuten war er so komplett leer. „Das ist aber wirklich immens“, sagt Brunner. Im Regelfall werde deutlich weniger Wasser pro Minute genutzt. Dann reiche der Tank deutlich länger.

Bauhof kann zwei Kanalspülwagen mit insgesamt 20.000 Liter Fassungsvermögen anrücken lassen

Der Abrollbehälter ist aber nicht das einzige Mittel, auf das die Feuerwehr im Ernstfall zurückgreifen kann. Im Gerätehaus haben die Aktiven auch ein Tanklöschfahrzeug mit 4800 Litern Wasserinhalt stehen. Zudem gibt es während der Sommermonate wieder eine Bereitschaft beim Schwandorfer Bauhof. Der lässt im Notfall seine beiden Kanalspülwagen mit insgesamt fast 20.000 Liter anrücken. In einigen Stadtteilen stellen Landwirte zudem auf eigene Initiative auch leere Güllefässer bereit, die im Zweifel schnell mit Wasser gefüllt werden können. Deswegen sagt Stadtbrandinspektor Brunner: „Wassermäßig sind wir gut aufgestellt.“

Auch Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) freut sich über den großen Tank. Der sorge für eine bessere Einsatzbereitschaft und mehr Wasser im Außenbereich. Auch die Bereitschaft des Bauhofs hebt der Rathauschef positiv hervor.

Wohl im nächsten Jahr bekommt die Feuerwehr sogar noch ein zweites Wechselladerfahrzeug. Die Ausschreibung sei im vergangenen Jahr angelaufen. Mit einer Lieferung werde bis Ende 2024 gerechnet. Neben dem Wassertank hat die FF Schwandorf auch einen Abrollbehälter Rüst, einen Abrollbehälter Atemschutz/Strahlenschutz, einen Gerätesatz für Hochwasser sowie einen weiteren Abrollbehälter Universal. Insgesamt sind es also fünf.

Im Vorjahr gab es vor allem im nördlichen Landkreis immer wieder größere Flächenbrände. Schwandorf war mit wenigen Einsätzen – etwa in Büchelkühn – davongekommen. Auch deshalb betont Feller, wie wichtig es ist, für den Ernstfall gerüstet zu sein: „Wenn man es braucht, ist es gut, dass wir es haben.“

Moderne Technik: Die Steuerung läuft unkompliziert über eine Fernbedienung. Der große Wassertank kann so im Ernstfall schnell verladen werden. Foto: Martin Kellermeier
Sie informierten: Bauhofmitarbeiter Andreas Rogenhofer, Stadtbrandinspektor Klaus Brunner, OB Andreas Feller und Stadtbrandmeister Roland Krettner (v. l.). Foto: Martin Kellermeier