Großbrand bei Maxhütte: Warum die Warnung aufs Handy erst Stunden später kam

Von Petra Beer-Dausch · 23. Juni 2023 um 17:48

Um 17.19 Uhr kam am Donnerstag die Gefahreninformation per App oder Cell Broadcast aufs Handy: „Achtung! Amtliche Warnmeldung – für Maxhütte-Haidhof – Gefahr durch Großbrand – Informieren Sie sich in bekannten Warnmedien.“ Erstmals wurde diese neue Technik bei einem Ereignis dieser Art im Landkreis Schwandorf eingesetzt.

Bereits kurz nach Ausbruch des Feuers bei Entsorger Alku gegen 14.30Uhr war per Lautsprecher-Durchsagen sowie über Rundfunk und im Internet gewarnt worden. Fenster und Türen sollten wegen extremer Rauchentwicklung geschlossen bleiben. Dieser Informationsweg sei zu diesem Zeitpunkt laut Kreisbrandrat Christian Demleitner der richtige gewesen, um die betroffenen Bürger im direkten Umkreis schnell zu erreichen. Die Einsatzleitung habe aber die Lage vor Ort ständig im Blick gehabt und neu bewertet.

Einsatzleitung hatte mögliches Unwetter im Blick

Vor dem Hintergrund der angekündigten Unwetter mit Sturmböen, die den Rauch in einem noch viel größere Umkreis hätten verteilen können, wurde dann gegen 17 Uhr entschieden, das neue Warnsystem zu nutzen, um noch mehr Bürger zu informieren. Zum Glück sei der Landkreis von der prognostizierten Wetterlage verschont geblieben. Aber die Einsatzleitung hätte die Prognosen im Fokus gehabt und entschieden, mit den Warnmeldungen „auf eine andere Stufe zu gehen“, so Demleitner.

Diese Entscheidung sei nicht leichtfertig getroffen worden. Der Kreisbrandrat spricht sich für einen zurückhaltenden und gut überlegten Einsatz derartiger Warnmeldungen aus, damit die Bürger auch die Ernsthaftigkeit erkennen und sich entsprechend verhalten. Warnmeldungen dürften nicht zur Gewohnheit werden.

Klare Regeln: Wer eine Warn-Nachricht verschicken darf

Die Integrierten Leitstellen (ILS) können über das Modulare Warnsystem (MoWaS) die Bevölkerung über Apps wie Nina oder Katwarn sowie ohne App über Cell Broadcast informieren, erklärt Stefan Brunner, stellvertretender Leiter der ILS Amberg. Prinzipiell liege die Aufgabe aber bei der Kreisverwaltungsbehörde.

Für den Kreis Schwandorf gebe es – anders als beispielsweise in Weiden – noch keine Vereinbarung, dass die ILS diese Warnungen veröffentliche. Deshalb habe dies am Donnerstag zum Brand in Maxhütte die Polizei über die ILS Regensburg veranlasst. Um 20.30 Uhr wurde die Warnung zurückgenommen.

Kreisbrandrat Christian Demleitner erlebte aufregende Stunden. Foto: Martin Kellermeier