Nach Großbrand bei Alku in Maxhütte: Kann Verletzter bei Suche nach Ursache helfen?

Was hat am Donnerstagnachmittag den Großbrand bei der Firma Alku im Gewerbegebiet Birkenzell I ausgelöst? Diese Frage beschäftigt am Tag darauf nicht nur die Polizei. Brandfahnder nahmen am Freitag die Arbeit auf.
Die Antwort müssen die Ermittlungen der Kripo Amberg in den nächsten Tagen bringen, am Freitag gibt es zur Brandursache noch keine Angaben. Nur soviel: „Es deutet derzeit nichts auf vorsätzliche Brandstiftung hin“, erklärt Polizeihauptkommissar Franz Wenig von der PI Burglengenfeld auf Anfrage. Brandfahnder sind bei Alku vor Ort und nehmen ihre Arbeit auf.
Wertvolle Informationen zur Ursache des Feuers könnte den Beamten wohl der verletzte Mitarbeiter der Firma Alku geben, der am Donnerstag mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden musste. Er sei bislang nicht vernehmungsfähig. Der Mitarbeiter habe laut Wenig offenbar versucht, die Erstausbreitung des Feuers einzudämmen und dabei Verbrennungen an den Armen und im Brustbereich erlitten. Der Mann sei operiert worden, Lebensgefahr habe aber zu keiner Zeit bestanden.
Schwarzes Gerippe ragt in den Himmel
Am Freitagmittag herrscht beim Entsorgungsfachbetrieb Alku bereits wieder geschäftiges Treiben, ein Lastwagen fährt auf das Gelände. Schläuche und ein Feuerwehr-Anhänger sind noch übrig geblieben von einem der größten Einsätze der vergangenen Jahre in der Region. Von der Hans-Böckler-Straße her ist der Schaden an der 85 Meter langen Industriehalle kaum zu sehen. Ganz anders ist die rückseitige Ansicht von der Ohmstraße. Dort ragt das angekokelte Gerippe des Hallendachs schwarz in den Himmel, Brandgeruch steigt noch immer in die Nase.
Hier sehen Sie ein Video zum Brand:
Die Industriehalle, in der sich nach Angaben von Hans-Jürgen-Schlosser, Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis, hauptsächlich Metall und Elektroschrott sowie weitere Maschinen befanden, brannte im hinteren Drittel vollständig aus. Rund 350 Kräfte von mehr als 20 Feuerwehren aus den Landkreisen Schwandorf und Regensburg, von THW, Rettungsdienst und Polizei waren am Donnerstag bei dem Großbrand im Einsatz. Um 14.33Uhr erfolgte die Alarmierung, eine kilometerweit sichtbare Rauchsäule wies den Weg zur Einsatzstelle. Gegen 18.30 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle, gegen 19.30 Uhr kam die Meldung „Feuer aus“. Um 20.30Uhr wurde die Warnmeldung an die Bevölkerung zurückgenommen, die gegen 17.30 Uhr über Apps und Cell-Broadcast-Meldungen verschickt worden war.
ABC-Zug baute Dekontaminationsstelle auf
Auch wenn zwischen 20.30und 21Uhr der Großteil der Feuerwehren abrücken konnte, war die Arbeit noch längst nicht getan. Wie KBM Tobias Sebast berichtet, zogen sich die Nachlöscharbeiten bis spät in die Nacht hin. Weitere Einsatzkräfte wurden nachalarmiert, um ihre Kollegen nach teilweise fast zehn Stunden abzulösen. Der ABC-Zug aus Teublitz baute eine Dekontaminationsstelle auf. Das THW Schwandorf rückte am Abend mit schwerem Gerät wie Bagger und Radlader an, um das verbrannte Material aus der Halle zu holen und außerhalb in Mulden zu füllen, wo es weiter abgelöscht werden konnte.
Erst am frühen Morgen verließen die letzten Einsatzkräfte das Firmengelände. Bis das ganze Material, das zur Bekämpfung des Großbrands benötigt wurde, wieder gereinigt, geprüft und aufgeräumt ist, wird es laut Sebast wohl Mitte nächster Woche werden.
Ein Lob gab es am Freitag von Landrat Thomas Ebeling (CSU) für die Einsatzkräfte: „Ich wurde laufend von Kreisbrandrat Christian Demleitner über den aktuellen Stand unterrichtet und kann mich nur bei ihm und allen Einsatzkräfte für ihre engagierte und professionelle Vorgehensweise bedanken.“ Entwarnung kann KBM Sebast indes zu den sechs beim Einsatz leicht verletzten Feuerwehrkameraden geben. Sie hatten vor allem mit vorübergehenden Kreislaufproblemen zu kämpfen.
Hitze und Rauch konnten schnell abziehen
Denn der Einsatz, gerade für die mehr als 60 Atemschutzträger, sei aufgrund der enormen Hitzeentwicklung durch den Brand und der hohen Außentemperaturen von bis zu 35Grad sehr herausfordernd gewesen. Laut Sebast war es ein Vorteil, dass das Hallendach nach oben „schnell aufgemacht“ habe und Hitze und Rauch so abziehen konnten. Ansonsten hätte sich das Feuer in der großen Halle wohl noch weiter ausgebreitet bzw. hätte Einsturzgefahr entstehen können, erklärt der KBM.
Hans-Jürgen Schlosser wies am Freitag nochmals darauf hin, dass durch die auf dem Betriebsgelände vorhandene Löschwasserrückhaltung verhindert werden konnte, dass das kontaminierte Löschwasser in den Kanal oder ins Erdreich eindringt. Das Wasser sei noch während der Löscharbeiten von Entsorgungsbetrieben aus den Behältern abgesaugt und fachgerecht entsorgt worden.
Von der Firma Alku gab es am Freitag unterdessen keine Auskunft zu Presseanfragen. Auch zur Schadenshöhe, die am Donnerstag auf bis zu eine Millionen Euro geschätzt wurde, gab es keine neuen Erkenntnisse.

