Stadt Maxhütte-Haidhof stellt Weichen für Bürgerwindpark – Ein Standort ist fest im Blick

Von Norbert Wanner · 22. Juni 2023 um 05:00

Die Einwohner der Stadt Maxhütte-Haidhof sollen von einer möglichen neuen Windkraftanlage profitieren, etwa mit eigenen Stromtarifen. Die Verantwortlichen haben nun einen Standort fest im Blick. Weitere könnten dazukommen.

Die Stadt Maxhütte-Haidhof könnte Windkraftanlagenbetreiber werden. Wie es Bürgermeister Rudolf Seidl im Pressegespräch formulierte: „Wir wollen echten Bürgerstrom erzeugen.“ Das Ganze begann mit der Aufforderung des regionalen Planungsverbandes Nord, mit Blick auf die Bundesgesetzgebung, Potentialflächen für die Errichtung von Windkraftanlagen zu melden.

Laut Seidl seien nur rund die Hälfte der 33Landkreiskommunen der Aufforderung gefolgt. Daher habe es einen Extra-Termin im Spiegelsaal der Regierung gegeben, bei dem den eingeladenen Bürgermeistern nachdrücklich erläutert worden sei, dass den Kopf in den Sand zu stecken, nichts nütze. In der Oberpfalz, habe ein Regierungsvertreter erläutert, gebe es rund zwölf Prozent Potentialfläche, von denen 1,8Prozent zu melden seien. Nur so lasse sich eine ungezügelte Entwicklung vermeiden. „Für mich war dies das letzte Signal, etwas zu tun. Wir müssen so vorangehen, dass wir nicht die Getrieben sind, sondern selber auf dem Spielfeld stehen.“

Leonberger Holz wäre ein geeigneter Standort

Konkret tat man in der Stadtverwaltung einen Blick in den Windatlas Bayern und fand rund „zwei Prozent der Flächen des Stadtgebiets, die geeignet wären.“ Der Clou dabei: Der beste Standort für eine Windkraftanlage, mit dem höchsten Punkt aus diesen zwei Prozent, mit 526 Metern über normal Null, befindet sich in einem zusammenhängenden Waldstück von acht Hektar Größe, das der Stadt gehört. Bekannt unter dem Flurnamen „Leonberger Holz.“

Von Anfang an habe man daher die Prämisse verfolgt, dass die Bürger etwas davon haben müssten, „ein Miteinander statt ein Gegeneinander.“ Das ergab drei Ziele: „Die Wertschöpfung muss vor Ort bleiben. Die Bürger müssen sich an der Anlage beteiligen können. Bürger, die über nicht genügend Kapital für eine Beteiligung verfügen, müssen trotzdem profitieren.“

Dabei kommen die Stadtwerke Maxhütte-Haidhof (SWMH) ins Spiel, nämlich als potentieller Anlagenbetreiber. Nachdenken könnte man laut Bürgermeister beispielsweise über einen eigenen Stromtarif, entsprechend vergünstigt, der nur für Einwohner mit der Postleitzahl 93142 nutzbar ist. Für diesen Tarif ließen sich sämtliche stromerzeugenden Anlagen, auch die PV-Anlagen der SWMH bündeln und diese könnten schließlich als Stromvermarkter auftreten. Die Planung ist dabei schon weit über das Ideen-Stadium hinaus. Bei einem Termin in Sengenthal bei der Firma Max Bögl wurden erste Pläne erstellt.

So stellte sich heraus, dass zwar theoretisch vier Windkraftanlagen im Leonberger Holz möglich wären, man aber nur zwei bauen wolle, um die Erschließung in Grenzen zu halten. Außerdem entstand der Gedanke, stattdessen in einem angrenzenden Areal der Bayerischen Staatsforsten noch ein drittes Windrad zu errichten, das eine bessere Lage hätte.

Projekt wird dem Stadtrat Ende Juli vorgestellt

Für Seidl der Idealzustand, da damit die Errichtung weiterer und möglicherweise unerwünschter Windkraftanlagen im Stadtgebiet ausschlossen wäre. Dass man sich Bögl als Partner wünscht, sei kein Zufall. Dort arbeite man mit einem speziellen Verfahren, das Rodungen minimiere. Bereits bei der Stadtratssitzung am 27. Juli wird das Projekt dem Stadtrat vorgestellt, so dass noch im Herbst diesen Jahres die vorgeschrieben spezielle Artenschutzprüfung starten könnte.