Windkraft am Schwarzer Berg: BI entsetzt über Einschätzung des Regionalverbands

Von Norbert Wanner · 20. Januar 2023 um 05:00

Der regionale Planungsverband sieht in seinem Entwurf zu Potenzialflächen für Windkraft-Nutzung keine Ausschlusskriterien am Schwarzer Berg. Die Bürgerinitiative ist entsetzt und fürchtet, dass ein Stück Heimat unwiederbringlich zerstört werden könnte.

Für Naturschützer und Erholungssuchende war das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens zur Umfahrungsstraße keine gute Nachricht. Ebenso unerfreulich ist für sie wohl der Inhalt einer Karte, die derzeit in den Rathäusern kursiert und der Mittelbayerischen vorliegt. Sie hat den Titel „Regionalplan Region sechs: Windenergienutzung.“ – Untertitel: „Potenzialgebiete und ihre Windgüte unter Berücksichtigung regionsweiter Ausschluss- und Restriktionskriterien“.

Die Karte stellt für das gesamte Gebiet des regionalen Planungsverbands Oberpfalz Nord mit Farbcodes dar, wo die Errichtung von Windkraftanlagen möglich ist und unterteilt in fünf Klassen, welche Windgeschwindigkeiten jeweils dort zu erwarten sind.

Zu diesem Verbandsgebiet zählen auch das Städtedreieck und die Stadt Nittenau. Die Karte gibt für die geplante Windkraftanlage auf dem Schwarzer Berg, die die Stadt Nittenau dort genehmigen könnte, einen positiven Ausblick. Laut besagter Karte liegen für Teile des Schwarzer Berges erstens keine Ausschlusskriterien vor und zweitens kann dort mit einer Windgüte von bis zu 85 Prozent gerechnet werden. Diese Karte ist bislang zwar nur ein Entwurf und wird derzeit abgestimmt mit Kommunen und Fachbehörden wie die Pressestelle der Regierung der Oberpfalz dazu mitteilt.

Heftiger Gegenwind für Windräder

Aber auf Nachhaken bei der Pressestelle der Regierung heißt es auch: „In den Gemeinden Maxhütte-Haidhof und Nittenau liegen Potenzialflächen, die nach dem derzeitigen Stand für eine Ausweisung als regionalplanerisches Vorranggebiet in Frage kommen. Die großflächigsten und windstärksten Potenzialbereiche befinden sich im Bereich der Gemeindegrenzen Nittenau, Maxhütte-Haidhof, Regenstauf.“

Diese Lage ist ein Aspekt, der dazu führte, dass es für das Projekt auf dem Schwarzer Berg nach dessen Bekanntwerden heftigen Gegenwind gab. Während zwischen den möglichen Windrädern und der Stadt Nittenau rund elf Kilometer Luftlinie liegen, beträgt der Abstand zum ersten Ortsteil der Stadt Maxhütte-Haidhof gerade einmal 1280 Meter. Darüber hinaus habe der Schwarzer Berg auch eine überragende Bedeutung inSachen Ökologie und Naherholung, wie bei einer Infoveranstaltungbetont wurde, die Stadträtin Gabriele Karl im vergangenen Juli im Leonberger Clemenshaus organisiert hatte. Bei dieser Informationsveranstaltung sahen die Vertreter von Landesbund für Vogelschutz, Bund Naturschutz und der BI „Schwarzer Berg schützt Wald & Wasser“ die Planung unisono kritisch.

Im Gegensatz zum Projekt Umfahrungsstraße sind die Möglichkeiten für betroffene Maxhütter Bürger, gegen die Windkraftplanungen vorzugehen, deutlich eingeschränkt. Gegen die Planungen einer anderen Kommune – in diesem Fall Nittenau – ist weder ein Bürgerbegehren noch ein Bürgerentscheid möglich.

So sagte der Sprecher der BI, Benjamin Schmid, zur aktuellen Entwicklung: „Ich bin so wie viele meiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter entsetzt.“ Der Schwarzer Berg würde mit Verwirklichung der Windkraftplanungen einen Großteil seines Naherholungswertes verlieren. „Ein liebens- und lebenswertes Stück Heimat würde unwiederbringlich zerstört.“ Der regionale Planungsverband mache es sich zu einfach, so Schmid. „Da hat man die Höhen einfach bunt eingefärbt, ohne weitere Aspekte zu berücksichtigen.“

Spricht man den Nittenauer Bürgermeister auf die Karte an, gilt dort nach wie vor, „dass wir uns Windkraft an besagter Stelle vorstellen können“. Deutlich konkreter wird da schon Alexander Bromberger von der Planungsfirma „Wust – Wind & Sonne“.

In zwei Jahren startbereit

Auch wenn das noch nicht die endgültige offizielle Karte sei „gehen wir davon aus, dass dieses Gebiet auf jeden Fall geeignet ist“. Derzeit liefen die Artenschutzuntersuchungen, in zwei Jahren – ungefähr der Zeitraum, bis eine abgestimmte Version der Karte vorliegen dürfte – „sind wir startbereit“.

Auch der Anschluss an das öffentliche Netz und damit die Einspeisung der erzeugten Energie ist laut Bromberger bereits geregelt, es liege eine „Einspeisezusage des Bayernwerks vor“. Um möglichen Kapazitätsproblemen aus dem Weg zu gehen, baue man ein eigenes Umspannwerk. Angesprochen auf die zusätzlichen Kosten von rund 2,5 bis drei Millionen Euro sagte Bromberger, das seien korrekte Zahlen, das Projekt sei trotzdem „genauso rentabel.“