Großbaustellen machen Sommerpause: An zwei Stellen in Neunburg stehen die Maschinen still

Von Ralf Gohlke · 12. August 2026 um 17:00

Sommerbaustellen im Freien haben zwei Seiten. Auf der einen Seite sind sie in der Regel vom Wetter begünstigt, was die Arbeiten erleichtert und gegebenenfalls sogar beschleunigt. Die andere Seite ist, dass sie im Straßenbereich in der Ferienzeit zu unliebsamen Behinderungen führen können, sei es durch Engpässe, weiträumige Umleitungen oder sogar Sperrungen.

Ferner kommt ein dritter Aspekt hinzu. Auch den Beschäftigten bei den zuständigen Firmen steht es zu, ihren Urlaub mit den Familien zu verbringen, was ebenfalls nur in der Ferienzeit möglich ist. Für die Baustellen bedeutet das dann, zum Glück meist nur kurzzeitig, einen Stillstand, wenn die Firmen komplett einen Betriebsurlaub einplanen. Beides trifft bei den beiden Großbaustellen im Neunburger Stadtgebiet diesmal zu.

Falsch gelegte Leitungen wurden zum Hindernis

Sowohl die Firma Seebauer als auch die Firma Wilhelm sind jetzt kurzfristig nicht erreichbar. Betroffen davon ist bei der Firma Seebauer der Neubau des Kreisverkehrs an der sogenannten Norma-Kreuzung, der die Staatsstraßen 2040 (Neukirchener Straße) und die Staatsstraße 2151, auch Industriestraße genannt, sicherer machen soll. Bis zum 24. August werden hier die Maschinen still stehen.

Die meiste Arbeit liegt im Untergrund und ist schon jetzt nicht mehr sichtbar. - Foto: Ralf Gohlke

„Was bisher geschehen ist, sieht man leider nicht mehr“, erklärte auf Nachfrage Björn Letz, der für den Bereich Schwandorf zuständige Sachbearbeiter beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach. Tatsächlich richteten sich die Arbeiten anfänglich auf den Untergrund, in Form der Erneuerung der Kanäle, Trinkwasserleitungen und sonstigen Verkabelungen.

Wie meistens in solch umfangreichen Bereichen in Altbeständen, stießen die Arbeiten auf Hindernisse in Form von Leitungen, die entweder falsch eingemessen oder überhaupt nicht registriert waren. „Das erfordert zusätzlich Aufwand durch Kamerabefahrungen oder Raucherkundungen“, bedauerte Letz. Aber das sei man in zwischen gewohnt, hatte auch Helmut Seebauer in einem früheren Gespräch zum Sachstand schon einmal festgestellt.

Trotz allem liegen wir gut im Bauzeitenplan.Björn Letz, Sachbearbeiter beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach

Alte Leitungen, deren Verwendungszweck überhaupt nicht mehr nachvollziehbar gewesen waren, seien schließlich einfach entfernt worden. „Trotz allem liegen wir gut im Bauzeitenplan“, betonte Letz, was nicht zuletzt auch dem vollen Einsatz der Firma Seebauer zu danken sei. Gesperrt ist an der Stelle nach wie vor die Verbindung in Richtung Neukirchen-Balbini, was sich bis zum Abschluss der Arbeiten auch nicht ändern werde. Für den fließenden Verkehr auf der Industriestraße wurde eine zweispurige Fahrbahn auf einer Fahrspur eingerichtet.

Auf der Industriestraße wurden zwei Spuren eingerichtet, was die Durchfahrt ermöglicht. - Foto: Ralf Gohlke

Mit der Wiederaufnahme der Arbeiten werde dort dann eine Ampelregelung notwendig, da zunächst noch eine Behelfsfahrbahn auf der nördlichen Seite der Neukirchener Straße eingerichtet werde. Die Umleitungen blieben daher weiter bestehen, wobei die Zufahrten zu den Lebensmittelgeschäften immer gewährleistet sei. Aus Richtung Neukirchen erfolge die über die Kreisstraße SAD13 „Penting“ zur Staatsstraße 2398 und zurück zur 2151. Aus Richtung Neunburg werde der Verkehr über die Amberger Straße und in Fahrtrichtung Rötz, über die Rötzer Straße umgeleitet. Wie bereits angekündigt seien Vollsperrungen voraussichtlich ab November erforderlich. „Ansonsten bleibt die Industriestraße, wenn auch mit Einschränkungen, immer befahrbar“, fasste Letz zusammen.

Nach dem Altstadtfest geht es an der „Rahm“ weiter

Mit einem guten Gefühl startete auch die Firma Wilhelm in den Betriebsurlaub. Schließlich ist auch im Bauabschnitt zwei an der „Rahm“ einiges zu sehen. Insbesondere die Stützwand, die den Straßenkörper unterhalb der Burganlage zu tragen hat, war ein besonderer Kraftakt. Neben den statischen Herausforderungen ging es schließlich auch darum, den Beton mit den alten Granitsteinen auf der gesamten Länge und Höhe, wieder „unsichtbar“ zu machen, um das Bauwerk dem historischen Ensemble anzupassen.

Der Aufbau der Beton-Stützmauer an der „Rahm“ war ein echter Kraftakt, auch im Hinblick auf die Verblendung mit den original Granitsteinen. - Foto: Ralf Gohlke

„Wir starten am 24. August, nach dem Altstadtfest wieder voll durch und vollenden dann die Pflasterung“, teilte Franz Wilhelm auf Nachfrage mit. Allerdings benötige der neue Belag dann noch eine kurze Dauer zur Verfestigung.