Gesprengte Brücke lag seit Zweitem Weltkrieg in der Donau – Niedrigwasser bringt sie zum Vorschein

In vielen Ländern entlang der Donau gibt aktuell das Niedrigwasser Geheimnisse der Vergangenheit preis. Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg, Minen und sogar Mammutknochen treten zutage. Manchmal sind es auch nur versenkte, gestohlene Autos jüngeren Datums, die nun, wo der Fluss zum Rinnsal geworden ist, von der Slowakei über Serbien, Ungarn, Bulgarien und Rumänien plötzlich wieder „auftauchen“. Auch in Kelheim wurde ein gewichtiges Relikt aus der Donau geholt.
Kürzlich rollte ein Bagger bei der Maxbrücke ins Flussbett, so niedrig ist dort das Wasser. Ein Berg an verrostetem Eisenschrott, der nach alten Brückenteilen aussieht, wurde ans Ufer gebracht. Auf unsere Nachfrage bestätigt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Nürnberg, dass „Brückenteile geborgen worden sind, die dort seit dem Zweiten Weltkrieg lagen“.
Alte Brückenteile „waren ein Zufallsfund“
Koordiniert wurden die Arbeiten von der Flussmeisterstelle in Neustadt. Die gehört zum Wasserwirtschaftsamt (WWA) Landshut. „Ja, man leistete Amtshilfe“, heißt es von dort. Und: Die alten Brückenteile „waren ein Zufallsfund“. Man würde nicht flächendeckend nach Stahlteilen im Fluss suchen.
In den vergangenen Jahren holte man hauptsächlich alte Fahrräder aus der Donau. „Aber wenn etwas an der Flusssohle liegt, wäre es auch mit Echolot nur schwer zu sehen“, erklärt ein WWA-Mitarbeiter weiter.

Den historischen Bogen zu den alten Brückenteilen kann Peter Schmoll, Autor und Experte für das Kriegsgeschehen aus Sandsbach, spannen. Er kennt 1967 veröffentlichte Zeitzeugenberichte zum Kriegsende. Darin heißt es, dass am 25. April 1945 frühmorgens um 2 Uhr zunächst die „massive Altmühlbrücke“ gesprengt worden war. Gegen 4 Uhr folgte die Donaubrücke, um das Vorrücken der Amerikaner aufzuhalten.
Diese hatten laut Schmoll just am 25. April die Donau erreicht. Ab 26. April gab es schwere Gefechte insbesondere zwischen Kapfelberg und Alkofen. Deutsche Scharfschützen und vier sogenannte Acht-Achter-Flak-Geschütze brachten den Alliierten hohe Verluste bei. 59 US-Soldaten fielen, neun wurden vermisst, 197 verwundet. Auf deutscher Seite starben 33 Mann. Meist waren dies 16- bis 17-jährige Pioniere, weiß Schmoll. Nach vielen Stunden stand am Abend allerdings die Pontonbrücke der Amerikaner und sie rückten weiter vor.