Kelheims neuer Landrat traf zum Start ins Amt eine weitreichende Entscheidung zur Schifffahrt

Die neue Amtsperiode nach einer Kommunalwahl beginnt in Bayern traditionell am 1. Mai. Also dem Feier-„Tag der Arbeit“, der heuer zudem ein Samstag war. Seine erste Entscheidung im Amt hat der neugewählte Landrat Christian Nerb trotzdem gleich an diesem Tag gefällt, und sie war nicht unumstritten – betraf sie doch Kelheims wohl berühmtestes Aushängeschild, die Weltenburger Enge.
Noch an jenem 1. Mai, einem klassischen Kurzurlaubs-Höhepunkt, genehmigte der neue Landrat Nerb den Kelheimer Ausflugsschiffen Rundfahrten im Donaudurchbruch, zwischen Anlegestelle Wöhrdplatz und der Wipfelsfurt: ein Not-Ersatz für die üblichen Fahrten bis zum Kloster, denn die waren schon bei der ersten Hitzewelle des Jahres nicht möglich, wegen Niedrigwasser und Kiesbank.
„Es geht um den Erhalt der Schifffahrt“, begründet Nerb seine Ad-hoc-Entscheidung. Sie habe sich in der Folge als vertretbar und unschädlich für den Flussabschnitt erwiesen, wie sich nach Echolot-Messungen und „nach Rücksprache mit den Fachleuten im Haus“ gezeigt habe.
Für die langfristige Perspektive der Schifffahrt im Donaudurchbruch werde die Schifffahrt nun aber ein Gutachten beauftragen, ergänzt er.
Die Ausflugsschiffe durch die Weltenburger Enge seien für den gesamten Tourismus in der Region ein wichtiges Zugpferd, ist der FW-Politiker überzeugt. Um ihren Betrieb zu sichern, schließt er auch ein Abbaggern der Kiesbank nicht aus, die derzeit – neben dem Niedrigwasser - das Nadelöhr Richtung Weltenburg darstellt.
Aus Naturschutzsicht sei das vertretbar, findet zumindest Nerb; zumal wenn es kombinierbar wäre mit einem von der Wasserwirtschaft schon länger geplanten Rückbau von Stein-Buhnen bei der Wipfelsfurt. Und weil man mit dem abgetragenen Kies vielleicht gleich die geschützte „Amerika-Kiesbank“ auf der rechten Donau-Seite vergrößern könnte.
Die Entscheidung, ob im „Nationalen Naturmonument“ gebaggert werden darf, obliege dem Sachgebiet Wasserrecht am Landratsamt; überprüft werde sie von der Regierung von Niederbayern. Nicht zu entscheiden ist es vom Umweltministerium: Das, schildert der neue Landrat, habe ihm Umweltminister Thorsten Glauber (ebenfalls FW) bei einem Besuch in Kelheim vor einigen Wochen klargemacht.