Ohne Vorankündigung: Ab sofort können Mountainbiker mit der Sonnenhangbahn auf den Großen Arber

Von Mittelbayerische Zeitung · 12. August 2026 um 05:00

Heimlich, still und leise und ganz ohne große Vorankündigung startete am vergangenen Freitag der Bikebetrieb mit der Sonnenhangbahn am Großen Arber im Landkreis Regen. Die 6er-Sesselbahn, die bislang vor allem den Pistenfreaks bekannt ist, wurde in den vergangenen Monaten für den Sommerbetrieb umgerüstet. Damit gelangen Mountainbiker nun komfortabel bis zur Mittelstation und direkt zum Einstieg in den neuen Erweiterungsbereich des Bikeparks Arber.

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„Wir haben dieses Mal ganz bewusst auf eine große Vorankündigung verzichtet“, erklärt Thomas Eckl, Betriebsleiter am Großen Arber und Ideengeber des Bikeparks. Gemeinsam mit der österreichischen Firma Trailtech, die bereits den ersten Abschnitt des Bikeparks realisiert hatte, arbeitete das Team in den vergangenen Monaten intensiv an den neuen Strecken. Die Bedingungen waren dabei alles andere als einfach: Direkt nach Ende der Wintersaison lagen in Teilen des Geländes noch Schneereste, später erschwerten Sturm und wechselhafte Wetterlagen die Bauarbeiten. Parallel zum Trailbau wurde die Sonnenhangbahn für den Sommerbetrieb vorbereitet.

„In der Sommersaison sind nur etwa halb so viele Sessel unterwegs wie im Winter“, erklärt Eckl. Der Grund dafür liegt im Transportsystem der Mountainbikes. Die Räder werden mithilfe spezieller Bikeclips an den Sesseln befestigt. An der Bergstation muss deshalb jeweils ausreichend Zeit bleiben, um die Bikes sicher aus der Halterung zu nehmen. „Viele Biker kennen dieses System bereits aus anderen Bikeparks mit Sesselbahnen“, so Eckl.

Die Wegführung wurde angepasst

Dass sich am Großen Arber etwas verändert hat, fällt bereits bei der Ankunft an der Talstation auf. Rechts davon dreht die Sonnenhangbahn ihre Runden – ein Anblick, den viele Gäste bislang ausschließlich aus dem Winter kannten. Die Wegeführung wurde entsprechend angepasst. Eine neue Beschilderung trennt

Wanderer und Mountainbiker bereits im Bereich der Talstation voneinander und sorgt dafür, dass sich die Wege möglichst nicht kreuzen. Neben dem Wanderweg wurde ein eigener, eingezäunter Bereich geschaffen, über den die Biker zur Talstation der Sonnenhangbahn gelangen. Auch bei den Wanderern sorgt der neue Sommerbetrieb für Aufmerksamkeit.

„Faszinierend anzuschauen und wirklich mutig – ich würde mich das niemals trauen“, sagt eine Wanderin auf dem Rückweg vom Berg. Ein weiterer Gast freut sich über die Entwicklung: „Es ist schön, dass sich etwas tut und auch wieder viele junge Leute am Großen Arber unterwegs sind.“ Genau das war eines der Ziele von Thomas Eckl und seinem Team: den Großen Arber, den „König des Bayerischen Waldes“, insbesondere in den Sommermonaten weiterzuentwickeln, zu modernisieren und für unterschiedliche Zielgruppen noch attraktiver zu machen.

Erste Reaktionen bestätigen das Konzept

Die Resonanz zum Auftakt bestätigt das Konzept. Bereits am ersten Betriebstag nutzten mehr als 180 Gäste die Gelegenheit, die neuen Trails auszuprobieren.

„Am ersten Tag, als noch kaum jemand von der Eröffnung wusste, haben wir lediglich eine kleine Instagram-Story veröffentlicht. Daraufhin haben wir mehr als 260 Anfragen erhalten“, berichtet Andreas Stadler, Marketingleiter am Großen Arber. Dass die Erweiterung bis zum Eröffnungstag weitgehend geheim blieb, sorgte bei vielen Gästen für Überraschung. Gleichzeitig arbeitete das Team am Großen Arber bis zuletzt intensiv an der Fertigstellung. Aktuell sind viereinhalb der insgesamt sieben neuen Trails geöffnet. Das Angebot reicht von naturbelassenen und technisch anspruchsvolleren Strecken bis hin zu Erweiterungen der bereits bekannten Jumplines.

Der erfahrene Mountainbiker Samuel Dikan aus der Region stellte sein Können auf den neuen Trails eindrucksvoll unter Beweis - Foto: Thomas Eckl

„Wir bleiben unserem bisherigen Konzept treu und wollen grundsätzlich im flowigen Bereich bleiben. Gleichzeitig haben wir auf die Rückmeldungen unserer Gäste gehört und bewusst auch einige anspruchsvollere und naturbelassenere Trails gebaut“, erklärt Thomas Eckl. Mit der Eröffnung ist der Ausbau allerdings noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Wochen wird auf dem Gelände weitergebaut. Bis Mitte September sollen alle sieben neuen Trails vollständig fertiggestellt und für die Besucher geöffnet sein.

Keine Preiserhöhung geplant

Trotz des deutlich erweiterten Angebots wird es bei den Preisen in der laufenden Sommersaison keine Veränderungen geben. Das bisherige Preisangebot bleibt bestehen. Die zusätzlichen Trails und die Nutzung der Sonnenhangbahn werden somit nicht zum Anlass genommen, die bestehenden Tarife während der Saison anzupassen. Damit möchten die Arber-Bergbahnen ihren Gästen die Möglichkeit geben, das erweiterte Bikepark-Angebot zu den bereits bekannten Konditionen kennenzulernen.

Von der Inbetriebnahme der Sonnenhangbahn profitieren dabei nicht nur Mountainbiker. Auch Wanderer können die Sesselbahn selbstverständlich für ihre Touren am Großen Arber nutzen. Neu im Angebot ist ein Kombiticket für die 6er-Gondelbahn und die Sonnenhangbahn. Damit entstehen für Wanderer zusätzliche Möglichkeiten, ihre Tour individuell zu gestalten. Gäste können beispielsweise zunächst mit der Gondelbahn hinauffahren, anschließend bis zum Arberstadl an der Mittelstation wandern und von dort mit der Sonnenhangbahn wieder ins Tal fahren.

Mit dem neuen Kombiticket erweitern die Arber-Bergbahnen damit gezielt auch das Angebot für Wanderer. Die Sonnenhangbahn wird so zu einem verbindenden Element zwischen den verschiedenen Sommerangeboten am Berg und ermöglicht neue Tourenvarianten für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen.

Neuer Treffpunkt für Biker und Wanderer

Veränderungen gibt es nicht nur auf den Trails und bei der Lifttechnik, sondern auch im gastronomischen Angebot. Künftig dient nicht mehr das Thurnhofstüberl als zentrale Anlaufstelle für die Biker. Stattdessen öffnet der Arberstadl an der Mittelstation für Mountainbiker und Wanderer.

Ganz verzichten müssen Gäste am Thurnhofhang dennoch nicht auf eine Einkehrmöglichkeit. „Wir haben die Schirmbar wieder aktiviert. Dort gibt es kalte Getränke, Kaffee und kleine Snacks für unsere Besucher“, erklärt Otto Stadler, Leiter der Gastronomie am Großen Arber. Der Arberstadl entwickelt sich unterdessen zu einem neuen Treffpunkt für unterschiedliche Gästegruppen. Neben den Bikern legen dort auch zahlreiche Wanderer eine Pause ein. „Der Arberstadl ist einfach ein herrliches Platzl“, sagt Stadler. Für das Gastronomieteam bedeutete die Umstellung eine besondere organisatorische Herausforderung: Gerade einmal zwei Tage standen zur Verfügung, um den neuen Standort vorzubereiten, während der Betrieb am Thurnhofstüberl parallel weiterlaufen musste.

Mit dem Bikeclip werden die Fahrräder bequem von der Tal- zur Bergstation transportiert. - Foto: Thomas Eckl

Wer derzeit in die Gesichter der Besucher blickt, erkennt vor allem eines: Neugier und Begeisterung. Mit den neuen Trails, der erstmals im Sommer betriebenen Sonnenhangbahn, dem neuen Kombiticket und dem erweiterten gastronomischen Angebot zeigt sich der Große Arber in dieser Sommersaison von einer neuen Seite. Dabei profitieren nicht nur Mountainbiker von der Weiterentwicklung. Durch die zusätzliche Nutzungsmöglichkeit der Sonnenhangbahn und die Verbindung mit der Gondelbahn entstehen auch für Wanderer neue Möglichkeiten, den Großen Arber zu entdecken.

Wo im Winter Skifahrer und Snowboarder unterwegs sind, schweben nun Mountainbiker mit ihren Rädern und Wanderer bergwärts – beinahe wie mit Cabrio-Feeling. Und die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen: Bis Mitte September soll das komplette neue Trailangebot zur Verfügung stehen. Die Erweiterungsphase 2.0 des Bikeparks ist damit nicht nur ein weiterer Baustein im Sommerangebot des Großen Arbers, sondern ein sichtbares Zeichen für die konsequente Weiterentwicklung des Berges als Ganzjahresdestination. (kfl)