Brücke in Maxhütte-Haidhof muss neu gebaut werden – die Umleitung könnte zu Problemen führen

Zufällige Beobachtung im Landkreis Schwandorf: An der Engstelle des Leonberger Schloßplatzes steht, in Richtung Ponholz, ein Linienbus. Aus Richtung Ponholz ist ein Lastwagen mit Anhänger unterwegs und fast schon in der Engstelle angekommen. Ergebnis: Erstmal geht nichts mehr. Eine Situation, die altbekannt ist und die in Zukunft öfter drohen könnte.
Das hat mit der Straßenbrücke auf der Kreisstraße SAD8 zu tun hat, die bei Ibenthann die Bahngleise überspannt. Die muss neu gebaut werden.
Der Reihe nach: Seit Kurzem gibt es für die Straßenbrücke eine neue Beschilderung, die nicht unbedingt augenfällig ist. Denn schon seit geraumer Zeit galt für das Bauwerk eine Tonnagebegrenzung von 30 Tonnen. Aus der Zahl 30 wurde jetzt die 16. Dazu noch ein Abstandsgebot von mindestens 50 Meter für Lastkraftwagen bei Befahrung der Brücke.
Bauwerk entspricht nicht mehr den Anforderungen
Heißt, es braucht eine Umleitung für betroffene Fahrzeuge und für die wiederum eine Kreisstraße. Das ist die SAD4, besser bekannt als Ponholzer Straße womit der Zusammenhang zwischen Beobachtung und Beschilderung geklärt ist. Die genaueren Details kennt der Pressesprecher des Landratsamtes, Manuel Lischka, und formuliert nüchtern: „Im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen Hauptprüfung habe es eine umfassende Bauwerksprüfung an besagter Brücke gegeben. Das Bauwerk sei 1965 als Spannbetonbrücke errichtet worden und war bereits ursprünglich lediglich für eine Verkehrslast von 30 Tonnen ausgelegt“. Es entspreche damit nicht mehr den heutigen Anforderungen an Brücken im Straßenverkehr.
Entscheidender Satz: „Im Rahmen der aktuellen Hauptprüfung wurden erhebliche Schäden festgestellt. Nach Einschätzung des beauftragten Ingenieurbüros können die vorhandenen Schäden die Tragfähigkeit des Bauwerks erheblich beeinträchtigen.“ Praktische Folge war, dass die „zulässige Gesamtmasse“ unverzüglich auf 16 Tonnen reduziert wurde samt dem Mindestabstand. „Diese Maßnahmen dienen dazu, die Belastung des Bauwerks deutlich zu verringern und einen sicheren Betrieb bis zu einer dauerhaften Lösung zu gewährleisten.“
Die wird auf jeden Fall dauern. Lischka teilt auf die Frage des „wann“ mit: „Bei einem reibungslosen Projektverlauf ist frühestens im Jahr 2030 mit einem Baubeginn zu rechnen. Die Bauzeit wird voraussichtlich etwa eineinhalb Jahre betragen.“
Das dürfte sportlich werden wenn man auf die Erläuterungen des Pressesprechers dazu blickt. Zunächst sei ein europaweites Vergabeverfahren für die Planungsleistungen durchzuführen. Allein dieses Verfahren nehme erfahrungsgemäß rund sechs Monate in Anspruch. Anschließend folgten Vorplanung, Genehmigungen sowie die Abstimmung mit der Deutschen Bahn. Die für den Neubau notwendigen Gleissperrungen müssten mehrere Jahre im Voraus angemeldet werden. „Der hierfür erforderliche Vorlauf beträgt derzeit etwa drei Jahre.“

Damit das alles funktioniert appelliert Lischka an die Vernunft. Denn zumindest bisher wurde die 30 Tonnen-Begrenzung wohl nicht strikt befolgt. „Es musste leider festgestellt werden, dass diese insbesondere während Autobahnumleitungen nicht immer eingehalten wurden. Die hohe Verkehrsbelastung hat zur Verschlechterung des Bauwerkszustands beigetragen.“ Die Frage, ob die neue Beschilderung wirkt, stellt man sich auch im Rathaus. Dort hält derzeit 2. Bürgermeister Matthias Meier (CSU) die Stellung. In der Pressemitteilung heißt es: „Der Landkreis hat zwar die Tonnagebeschränkung beschildert. Es stellt sich aber die Frage, ob die Beschränkung korrekt beachtet wird. Die LKW müssen weite Umleitungen fahren.“
Betriebe und Einzelhändler müssen beliefert werden
Dazu komme, dass die Brücke die offizielle Umleitungsstrecke zwischen den Autobahnanschlussstellen Teublitz und Ponholz sei, dazu eine enorm wichtige LKW-Zufahrt für die Versorgung der Betriebe und Einzelhändler in Maxhütte-Haidhof. „Deren Belieferung erfolgt in der Regel mit LKW über 16 Tonnen.“
Beim Ortstermin mit Meier an der Engstelle ist wiederum ein Rangiermanöver zu beobachten als ein großes landwirtschaftliches Gerät anrollt. So lautete die Feststellung: „Diese für die Bewohner der Ortsteile sehr belastenden verkehrlichen Verhältnisse werden sich mit der weiteren Begrenzung erheblich erhöhen.“ Ändern an der Situation lässt sich freilich nichts. „Die Stadt wird deshalb beim Landkreis darauf drängen nun möglichst schnell einen Brückenneubau zu planen und zu realisieren.“