Mit Demut für die Menschen: Leonbergs Pfarrer Hans-Peter Greimel in Ruhestand verabschiedet

Von Norbert Wanner · 28. Juli 2026 um 17:00

Priesterweihe im Dom zu Regensburg am 25. Juni 1983. Pfarrer in Leonberg seit dem 1. September 2013. Pfarrer in Ruhestand und Verabschiedung durch die Pfarrei am vergangenen Sonntag. Das sind Daten aus dem Leben von Pfarrer Hans-Peter Greimel. Aber was war er für ein Mensch, und wie haben ihn die ihm anvertrauten Gläubigen erlebt?

Um dem nachzuspüren, lässt sich gut folgende Anekdote verwenden. Noch rund vier Wochen sind es bis zum Abschiedsgottesdienst und dem folgenden Pfarrfest. Ein besonderes Ereignis, zu dem auch noch kommt, dass Pfarrvikar Paschal Emeka Uzukwu das 15. Priesterjubiläum feiern kann.

Aufmerksamkeit für seine Person wollte er nie

So ruft der Berichterstatter im Pfarramt an und stellt die Frage: „Herr Pfarrer, könnten wir nicht ein Gespräch führen zu Ihrem Abschied?“ Die Antwort lautet Nein. Pfarrer Greimel war eben mehr als bescheiden. Aufmerksamkeit für seine Person wollte er nie. Mit großem persönlichem Einsatz hat er dagegen versucht, alle Anliegen, die an ihn herangetragen wurden, im Sinne der Menschen zu lösen und für sie da zu sein.

Das wurde auch beim Abschiedsgottesdienstes greifbar. Der fand im Garten rund um das Clemenshaus zum Auftakt des Pfarrfests statt und stand mit Blick auf das Jubiläum des Vikars nicht nur im Zeichen des Lebewohls. Die Wehmut des Abschieds auf der einen, Freude und buntes Treiben auf der anderen Seite. Dafür sorgte unter anderem ein afrikanischer Chor mit Wegbegleitern des Vikars, der aus dem Raum München gekommen war.

Ebenfalls zu Gast war Dekan Michael Hirmer aus Burglengenfeld. Er verlas einen Brief an den scheidenden Geistlichen von Bischof Rudolf Voderholzer: In 43 Jahren Dienst „haben Sie in Ihren Pfarreien segensreich gewirkt und waren den Menschen als Seelsorger, Priester und glaubwürdiger Zeuge des Evangeliums nahe. Dabei haben Sie Ihren Dienst mit einer bemerkenswerten Bescheidenheit ausgeübt. Es lag Ihnen fern, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.“

Dekan Michael Hirmer (l.) würdigte das Wirken des langjährigen Seelsorgers. - Foto: Angelika Niedermeier

Wie sehr es dabei um die Menschen ging, zeigt eine weitere Passage aus dem Brief des Bischofs. Mit Blick auf die Pfarreiengemeinschaft hatte sich Pfarrer Greimel sehr dafür eingesetzt, eine Gottesdienstordnung zu schaffen, die für alle möglichst gerecht sein sollte. Voderholzer wertete dies als „Ausdruck Ihres tiefen Verantwortungsbewusstseins und Ihrer Sorge um die Ihnen anvertrauten Gläubigen“.

Hans-Peter Weiß, Sprecher des Pfarrgemeinderats, blicke in den Bericht der Mittelbayerischen zum Amtsantritt von Pfarrer Greimel vor 13 Jahren in Leonberg. „Der Geistliche mahnte Bescheidenheit und Demut im täglichen Umgang mit den Mitmenschen an“, war damals über die Amtseinführung nachzulesen. „Demut und Bescheidenheit haben Sie nicht nur gepredigt, sondern auch vorgelebt“, sagte Weiß.

Dass sich auch mit Bescheidenheit eine Menge erreichen lässt, darauf ging 2. Bürgermeister Matthias Meier (CSU) in seinem Grußwort ein. Neben den Wirken des Geistlichen für die Menschen hob er im Besonderen zwei Baumaßnahmen aus der Zeit von Pfarrer Greimel hervor – die Erweiterung des Kinderhauses St. Leonhard mit einer neuen Kinderkrippe und die umfassende Sanierung der Pfarrkirche. Allein für letztere waren rund 800.000 Euro notwendig gewesen.

Schindel vom Kirchturm als besonderes Geschenk

„Diese Projekte zeigen eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Kirche, Ehrenamt und Kommune vertrauensvoll zusammenarbeiten. Dafür möchte ich Ihnen im Namen der Stadt ganz herzlich danken.“ Damit die Erinnerung an diese Projekte lebendig bleibt, bekam Pfarrer Greimel ein ganz besonderes Geschenk: eine vom Ortsheimatpfleger künstlerisch gestaltetet alte Dachschindel von der Kirchturmspitze.

Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde es hochoffiziell und der 2. Bürgermeister sorgte für eine Überraschung. Meier hatte das Goldene Buch der Stadt mitgebracht und bat den scheidenden Pfarrer, sich zum Abschied einzutragen. Für Pfarrer Greimel geht es nun nach Burglengenfeld, wo er wohnen und als Ruhestandsgeistlicher wirken wird.