Mensch und Arbeit im Fokus: Dekanatstag in Schwandorf behandelte wichtige Themen

Die Würde des Menschen und die Würde der Arbeit standen im Mittelpunkt des diesjährigen Dekanatsjahrestags des Dekanats Schwandorf in Klardorf. Seelsorger aus dem Dekanat sowie zahlreiche Gläubige kamen zusammen, um sich mit den Herausforderungen der Arbeitswelt und aktuellen Entwicklungen im kirchlichen Leben auseinanderzusetzen. Das geht aus einer Mitteilung von Dekan Michael Hirmer hervor.
An der Dekanatskonferenz zum Auftakt nahmen demnach die Pfarrer, Pfarrvikare, Kapläne sowie die pastoralen Mitarbeiter des Dekanats Schwandorf teil. Neben Informationen aus dem Bistum und pastoralen Themen stand in diesem Jahr besonders die Betriebsseelsorge im Mittelpunkt.
Den inhaltlichen Schwerpunkt bildete laut Mitteilung ein Impulsreferat von Christine Schmid, Betriebsseelsorgerin des Bistums Regensburg. Sie stellte die Entwicklung der katholischen Soziallehre vor und verdeutlichte deren bleibende Bedeutung für die heutige Arbeitswelt. Ausgangspunkt ihrer Ausführungen war die Würde des Menschen und die Würde menschlicher Arbeit. Arbeit sei weit mehr als Broterwerb oder wirtschaftliche Leistung. Sie ermögliche dem Menschen, seine Fähigkeiten einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und an der Schöpfung Gottes mitzuwirken.
Die Entwicklung der katholischen Soziallehre sei insbesondere durch die Sozialenzyklika „Rerum Novarum“ von Papst Leo XIII. aus dem Jahr 1891 geprägt worden, so Schmid weiter. Bis heute orientiere sie sich an den vier grundlegenden Prinzipien Personalität, Gemeinwohl, Solidarität und Subsidiarität. Diese beinhalteten, dass der Mensch mit seiner unveräußerlichen Würde im Mittelpunkt stehen und gesellschaftliches und wirtschaftliches Handeln dem Wohl aller dienen solle.
Auch menschliche Begleitung ist wichtig
Bei einer Podiumsdiskussion wurde anschließend der Blick auf die konkrete Situation der Arbeitswelt in der Region gerichtet. Auf dem Podium diskutierten Inge Frank, Betriebsratsvorsitzende bei EMZ-Hanauer in Nabburg, Tom Hiltl, ehemaliger Betriebsratsvorsitzender der Krones AG in Nittenau, Andreas Sander, Betriebsratsvorsitzender der Nabaltec AG in Schwandorf, und Alexander Gröbner, Geschäftsführer des Ver.di-Bezirks Oberpfalz.
Inge Frank schilderte, wie belastend Situationen für Arbeitnehmer und Betriebsräte würden, wenn Unternehmen Arbeitsplätze abbauten. Hinter jedem Arbeitsplatz stehe ein Mensch mit seiner persönlichen Geschichte, seinen Hoffnungen und seinem Lebensweg. Deshalb brauche es in solchen Situationen nicht nur rechtliche oder finanzielle Unterstützung, sondern auch menschliche Begleitung und Hilfe.
Andreas Sander gab Einblick in die vielfältigen Aufgaben eines Betriebsrats. Diese bestünden nicht nur aus Sitzungen und Verhandlungen, sondern vor allem aus der täglichen Begleitung von Mitarbeitern mit ihren Anliegen, Sorgen und Herausforderungen. „Diese Aufgabe ist kein Acht-Stunden-Job. Wie bei den Pfarrern können mich meine Mitarbeiter rund um die Uhr erreichen.“
Tom Hiltl unterstrich die Bedeutung eines tragfähigen Beziehungsnetzwerks für die Arbeit als Betriebsrat. Alexander Gröbner betonte die Bedeutung einer starken Interessenvertretung der Beschäftigten für eine soziale und demokratische Gesellschaft. Gleichzeitig forderte er die Bundesregierung auf, den Sozialstaat zu sichern und notwendige Veränderungen nicht zulasten der sozial Schwächeren umzusetzen.
In der Podiumsdiskussion würden damit zahlreiche Schnittpunkte zwischen Arbeitnehmervertretungen und Kirche sichtbar, so die Pressemitteilung weiter. Beide Seiten kümmerten sich um dieselben Menschen und stünden ihnen in unterschiedlichen Lebenssituationen zur Seite – wenn auch aus verschiedenen Blickwinkeln. Einigkeit herrscht demnach auch beim Schutz des freien Sonntags. Dieser sei mehr als nur ein freier Tag, sondern schenke Raum für Familie, Erholung, Gemeinschaft und Glauben.
Dank für engagierten priesterlichen Dienst
Seinen Abschluss fand der Dekanatsjahrestag mit einem feierlichen Kapitelsamt, zu dem neben den Seelsorgern auch alle Gläubigen eingeladen waren. Für die musikalische Gestaltung sorgten der Dekanatschor unter der .Leitung von Dekanatskirchenmusikdirektor Norbert Hintermeier und Bläser der Musikkapelle St. Vitus aus Burglengenfeld.

Zu Beginn des Gottesdienstes hielt Christine Schmid eine Statio zur Würde menschlicher Arbeit. Sie lud dazu ein, die Arbeitswelt aus dem Blick des Glaubens wahrzunehmen. Ein bewegender Moment war die Verabschiedung von Pfarrer Hans-Peter Greimel aus der Pfarreiengemeinschaft Leonberg-Pirkensee und von Kaplan Suresh Babu aus der Stadtkirche Burglengenfeld. Pfarrer Greimel tritt seinen Ruhestand an, Kaplan Babu übernimmt künftig die Aufgabe als Pfarrvikar in Irlbach.
Dekan Michael Hirmer würdigte beide Geistliche mit persönlichen Dankesworten und erinnerte an ihren engagierten priesterlichen Dienst. Nach dem Gottesdienst klang der Dekanatsjahrestag bei einem Stehempfang vor der Kirche aus.