Rätselraten um Bierkeller in Burglengenfeld: Eigentümer hält angeblich an Plänen für Eventlocation fest

Von Thomas Rieke · 27. Juli 2026 um 19:00

Auch über zwei Jahre nachdem ein Unternehmer aus dem Städtedreieck schilderte, was er mit drei historischen Bierkellern in der Kellergasse in Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf vorhat, ist ungewiss, ob die Pläne je realisiert werden. Klar ist nur: Das Gerüst, das mittlerweile zur Sicherung der historischen Gewölbe errichtet wurde, sorgt für Aufsehen.

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Rückblende: Im Frühjahr 2024 berichtete die MZ, die Bierkelleranlage in Burglengenfeld, eine der mutmaßlich größten in ganz Bayern, könnte nach längerem Stillstand endlich wieder eine Aufwertung erfahren. Ein heute 42-jähriger Unternehmer hatte mitbekommen, dass eine Hoteliersfamilie den Verkauf von drei maroden Kellern beabsichtigte. Diese Chance wollte er sich nicht entgehen lassen, obwohl er zum damaligen Zeitpunkt keine konkrete Nutzungsidee hatte.

Kernproblem ist die Parkplatzsituation

Doch der Burglengenfelder Käufer ist nicht nur risikofreudig, er ist auch kreativ. Zusammen mit seiner Frau entwickelte er alsbald Ideen, was sich aus den unter Schutz stehenden Relikten einer stolzen Biertradition im Zuge einer grundlegenden Sanierung machen ließe – und wozu das Ergebnis dienen könnte. Hochzeitsfeiern wären demnach ebenso denkbar wie kulturelle Veranstaltungen, etwa Lesungen, oder Weinverkostungen.

Schon war der Begriff „Eventlocation“ in die Welt gesetzt, was bei Nachbarn allerdings wenig Begeisterung auslöste. Die sehen nämlich ihre Ruhe in Gefahr. Ihrer Meinung nach sind die Keller schon wegen der fehlenden Parkmöglichkeiten für Besucher als Veranstaltungsort völlig ungeeignet. Auch die Stadtverwaltung soll die Parkplatzsituation kritisch sehen, und so geriet das Projekt ins Stocken.

Unmut war zusätzlich entstanden, weil Anlieger den Eindruck gewonnen hatten, der Kellereigentümer habe bei Rodungsarbeiten verschiedene Vorschriften missachtet, Vögel und auch Fledermäuse seien zu Schaden gekommen. Solchen Thesen widerspricht das Landratsamt allerdings klar. Verstöße, welche seitens der Unteren Naturschutzbehörde sanktioniert worden wären, habe es nicht gegeben, bestätigte der Sprecher der Kreisverwaltung, Manuel Lischka.

Zudem sei im Dezember 2025 ein Abschlussbericht zur Fledermauskartierung eingegangen. Die Untersuchung habe ergeben, dass sich in den Objekten keine Fortpflanzungs- oder Überwinterungsstätten von Fledermäusen befänden und die Bierkeller auch anderweitig nicht von Fledermäusen genutzt würden. Dieses Ergebnis lasse den Rückschluss zu, dass „keine artenschutzfachliche Betroffenheit vorliegt“.

Ein großes Thema für die Kreisverwaltung war oder ist allerdings der Denkmalschutz. Nachdem es bei der Entfernung von Wurzelstöcken zu Beschädigungen des fragilen Mauerwerks gekommen war, wurden diverse Sicherungsmaßnahmen angeordnet. Die Folge: ein spektakuläres Gerüst, das die Blicke jedes Passanten auf sich zieht. Die aufwendige Stahlkonstruktion wurde durch Betonklötze beschwert, um die Standsicherheit zu erhöhen. Eine Plane soll verhindern, dass Niederschläge in die Gewölbe dringen.

Landratsamt sieht Auflagen erfüllt

Das Landratsamt ist damit zufrieden. In einer Stellungnahme heißt es: „Durch den Nachweis des Notdachs mit statischer Berechnung und Aufstellung eines Bauzauns zum Schutz vor unbefugtem Betreten wurden unsere Anforderungen aus dem Anordnungsverfahren vollständig erfüllt.“

Welche Nutzungen hier genehmigungsfähig wären, hängt von vielen (...) Faktoren ab, so dass keine pauschalisierende Aussage möglich ist.Manuel Lischka, Sprecher des Landratsamts

Bleibt die Frage, in welche Richtung die Pläne gehen und wann sie umgesetzt werden. Zwischenzeitlich hieß es, die „Eventlocation“ sei gestorben, der Besitzer der Keller favorisiere es nun, Praxen und Wohnungen zu schaffen. Kritische Beobachter halten diese Idee für Humbug, weil die Kellergasse dafür viel zu schattig sei. Wer wolle schon in einem Haus leben, in dem sich den ganzen Tag über keine Sonne zeige?

Eine konkrete Besprechung mit dem Landratsamt zur künftigen Nutzung hat es laut Behördensprecher Lischka bisher nicht gegeben. Trotzdem scheinen die Zeichen nach Informationen der Redaktion doch eher auf Veranstaltungsort zu stehen. Wirklich wissen tut das nur der Unternehmer. Doch der war in den zurückliegenden Monaten nicht mehr bereit, mit der Redaktion über seine Absichten zu reden.