Asklepios-Klinik im Städtedreieck: Klimaanlagen bleiben die große Ausnahme

Von Thomas Rieke · 21. Juli 2026 um 19:00

Am Krankenhausberg in Burglengenfeld läuft seit 2023 eine der größten Baustellen im Stadtgebiet. Mit einem Kostenaufwand von deutlich über 20 Millionen Euro wird der zweite Bauabschnitt der Erweiterung und Generalsanierung der Asklepios-Klinik im Städtedreieck realisiert. An vieles wurde bei der Planung gedacht, etwas Spezielles bewusst ausgespart: Klimaanlagen.

Diese Auskunft gab Geschäftsführerin Kathrin Hofstetter auf Anfrage der Redaktion. Wenige Wochen nach der quälenden Hitzewelle im Juni hatte die MZ wissen wollen, wie das Krankenhaus mit dem extremen Wetterereignis fertig geworden ist – und ob man sich wenigstens im Neubau für vergleichbare Phasen besser rüstet – zum Beispiel durch den Einbau von Klimageräten.

Der Denkansatz erhielt zufällig Nahrung durch eine aktuelle Forderung der Bündnisgrünen im Landtag. Obwohl Klimaanlagen wegen ihres Energiebedarfs und sogenannter Kältemittel mit Treibhauspotenzial als klimaschädlich gelten, forderte Fraktionschefin Katharina Schulze „sofort“ 200 Millionen Euro, um Kitas und Schulen, Seniorenheime und Kliniken mit entsprechenden Geräten auszustatten.

Bedenken auch wegen des Strombedarfs

Wie auch immer die Debatte darüber ausgehen mag – der laufende Neubau in Burglengenfeld wird durch die Idee nicht mehr beeinflusst werden. Geschäftsführerin Hofstetter erklärte auf Anfrage: Für die 34 Einzel- und Zwei-Bett-Zimmer, die im zweiten Bauabschnitt entstehen, seien keine Klimaanlagen vorgesehen. Zwar fördere der Freistaat Bayern grundsätzlich Krankenhausinvestitionen, für eine automatisierte Klimatisierung von Normalstationen stünden jedoch keine Extra-Zuschussprogramme zur Verfügung. Eine Finanzierung entsprechender Maßnahmen sei daher in der Praxis „häufig nicht oder nur eingeschränkt“ möglich, sagte Hofstetter. Abgesehen davon, gab sie zu bedenken, dass Klimaanlagen vor allem wegen der Betriebs-(Strom-)Kosten auch jenseits der Anschaffung schwer zu finanzieren seien. „Ein Dilemma, vor dem die allermeisten Kliniken stehen.“

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Dem entsprechend sucht man auch in den Normalstationen der sanierten Bestandsgebäude Klimaanlagen vergeblich. Nur in den OP-Sälen, in der Endoskopie, in der Intensivstation, im Herz-Katheter-Labor, im Serverraum und den Räumen mit Großgeräten (wie etwa dem CT) sieht das anders aus. Hier wird die Raumtemperatur mit technischer Hilfe gegebenenfalls runtergekühlt.

Kein Todesfall, der unmittelbar auf Hitze zurückzuführen war

Ansonsten verweist Hofstetter auf einen betrieblichen Hitzeschutzplan, der schon vor einigen Jahren erarbeitet worden sei, um Patienten den Aufenthalt und Mitarbeitern den Dienst zu erleichtern. Das Konzept umfasse konventionelle Maßnahmen wie beispielsweise „Fenster verdunkeln, morgendliches Lüften oder reichlich Trinken“ und werde bei Bedarf überarbeitet.

Die starke Hitzewelle Ende Juni führte laut Hofstetter in der Klinik Burglengenfeld zu „keinen Todesfällen, die unmittelbar oder mittelbar auf hohe Temperaturen zurückzuführen waren“. Aber natürlich habe es einen, wenn auch nur leichten, Anstieg von Patienten mit Herz-Kreislaufschwächen gegeben. Dabei habe es sich insbesondere um ältere Menschen gehandelt, so die Geschäftsführerin.