Landkreis Schwandorf lehnt Klimaanlagen am Gymnasium Burglengenfeld ab

Von Thomas Rieke · 20. Juli 2026 um 05:00

Immer öfter überschreiten die Temperaturen die Marke von 30 Grad – teils sogar deutlich. Hitzeschutz, gerade auch an Schulen, wird immer stärker diskutiert. Auch am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf), das in den 1960er Jahren errichtet worden ist, könnte hinsichtlich eines zeitgemäßen Hitzeschutzes Handlungsbedarf bestehen. Doch die Hilferufe halten sich in Grenzen.

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Direktor Christian Schwab wollte gegenüber der MZ jedenfalls nicht groß jammern. Klar, die Hitzewelle im Juni sei für alle schwierig gewesen, aber man habe es verstanden, damit umzugehen. Das Gymnasium biete erstaunlich viele schattige Ecken. In den Containern, die wegen der Raumnot am Pausenhof aufgestellt wurden, sei Unterricht allerdings nicht mehr möglich gewesen. Man habe ihn deshalb ins Bestandsgebäude verlegt, wo die Situation im Übrigen auch nicht so schlimm gewesen sei, wie es manch ehemaliger Schüler vielleicht in Erinnerung habe.

Sorgen wegen gesundheitlicher Risiken

Wie ist das zu erklären? Fakt ist, dass der Landkreis als Sachaufwandsträger in den zurückliegenden Jahren schon viel investiert hat, um den Bau fit für die Zukunft zu machen. Laut Pressesprecher Manuel Lischka wurden neue Fenster mit Sonnenschutz sowie Oberlicht für Nachtauskühlung verbaut, ebenso in diversen Bereichen dezentrale Zu- und Abluftanlagen, die ebenfalls nachts für Abkühlung sorgen.

Klassische Klimaanlagen zusätzlich zu installieren, hält die Kreisverwaltung aus verschiedenen Gründen für keine sinnvolle Lösung. Zum einen wegen gewisser Gesundheitsrisiken, zum anderen aber auch wegen des zu erwartenden Verbrauchs elektrischer Energie. Dieser wäre laut Lischka enorm – und damit mit den Klimaschutzzielen unvereinbar. Darüber hinaus würden die laufenden Unterhaltskosten extrem in die Höhe getrieben und sogar der Unterricht gestört. Klimageräte verursachten „erhebliche Betriebsgeräusche“, und es erfordere einen hohen Wartungsaufwand, um Keimbildung in den Filtern zu verhindern.

Für den Erweiterungsbau verschiedene technische Maßnahmen eingeplant

Doch nicht nur für Bestandsgebäude sind „Kältemaschinen“ kein Thema, auch bei Neubauprojekten sind sie für die Experten des Landratsamts nicht die erste Wahl. Wie berichtet, wurde kürzlich am Areal des Burglengenfelder Gymnasiums die ehemalige Hausmeisterwohnung für die offene Ganztagsbetreuung um- und ausgebaut. Hier sollen eine zentrale Zu- und Abluftanlage mit Nachtauskühlung sowie Fenster mit Sonnenschutz dafür sorgen, „dass die gesetzlichen Anforderungen an ein gesundes Raumklima vollumfänglich erfüllt werden“.

Gerade erst begonnen wurde mit dem Erweiterungsbau, der fast vier Millionen Euro kostet und durch den sechs zusätzliche Klassenzimmer entstehen. Hier sind laut Landratsamt Fenster mit automatisch zu öffnendem Oberlicht zur nächtlichen Kühlung sowie Sonnenschutz vorgesehen, zudem würden dezentrale Zu- und Abluftanlagen für Mindestluftwechsel sowie nächtliche Kühlung sorgen.