Gemeinschaftliches Wohnprojekt „Kastanienhof“ in Regensburg – Wer ist dabei?

Die Stadtbau und eine Gruppe von Regensburgern verwirklichen zusammen den Kastanienhof auf dem Gelände der früheren Prinz-Leopold-Kaserne. 46 Wohnungen entstehen in dem Projekt. Das Besondere: bezahlbare Mieten, enger Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung.
Benedikt Geisler und weitere Regensburger wollen sich nicht mit den steigenden Mieten in der Stadt abfinden. Vor knapp zwei Jahren haben sie den Verein „Gemeinschaftlich Wohnen Regensburg“ ins Leben gerufen. „Wir freuen uns, dass es die erste Gruppe geschafft hat, ein Wohnprojekt zu starten“, sagt Geisler, ein 35-jähriger Softwareentwickler und Familienvater. Der Verein braucht natürlich einen starken Partner für so ein Vorhaben. Das ist die Stadtbau GmbH. Ihr Geschäftsführer Götz Keßler denkt ebenfalls sozial.
Die Stadttochter baut den Kastanienhof mit 215 Wohnungen auf dem Areal der früheren Prinz-Leopold-Kaserne (PLK). In 46 Wohnungen in den beiden oberen Stockwerken werden Mitglieder von „Gemeinschaftlich Wohnen“ einziehen und sich dort auch für das Zusammenleben im Viertel stark machen. Ein Großteil der Wohnungen unterschiedlicher Größen wird öffentlich gefördert.

Für das Vorhaben sucht der Verein weitere Interessenten. Deshalb gehen die Mitglieder und die Stadtbau an die Öffentlichkeit. Rund 90 Menschen können einziehen. Die Projektgruppe Kastanienhof von „Gemeinschaftlich Wohnen Regensburg“ erarbeitet zusammen mit der Stadtbau das Wohnvorhaben, das bezahlbare Mieten, gelebte Nachbarschaft und nachhaltige Stadtentwicklung vereinen soll.
Wohnen kann viel mehr sein als nur Mieten
Im Haus wird es mehrere Gemeinschaftsräume geben. Ein großer Bereich im Erdgeschoß wird dem gesamten Quartier offenstehen. Dort kann sich Benedikt Geisler Hausaufgabenbetreuung, Yogakurse und viele weitere Angebote für die Bewohner des PLK-Geländes vorstellen. Die Dachterrasse, die der Landschaftsarchitekt Rupert Wirz von den Regensburger Toponauten gestaltet, werden die Mieter gemeinsam nutzen. Auch unterstützen sie sich gegenseitig und wirken bei der Hausgemeinschaft mit. Zwei kleine Apartments unterm Dach will der Verein für Gäste und als Gemeinschaftsraum nutzen.

„Das gemeinschaftliche Wohnprojekt soll eine Strahlwirkung ins Viertel hinein haben“, stellt sich Vereinsvorsitzender Benedikt Geisler vor. Die Gruppe werde sich in den nächsten zwei Jahren bei Treffen und Besprechungen gut kennenlernen. Der 35-Jährige unterstützt den Kastanienhof intensiv, zieht aber nicht ein. Die junge Familie hat inzwischen ein Haus gekauft, weil sich der Nachwuchs schon in der Kita im Stadtnorden eingelebt hatte.
Götz Keßler setzt große Hoffnungen auf das Wohnprojekt. „Es kann sehr stark stabilisierend wirken, wenn Menschen, die sich kennen und dieselbe Einstellung haben, miteinander ein Gebäude beziehen.“ Dann existierten Freundschaft und Vertrautheit. „Es entsteht ein ganz anderes Miteinander, wenn Bewohner gemeinsam eine Dachterrasse bespielen.“ Keßler kennt einige Kommunalunternehmen, die gemeinschaftliches Wohnen anbieten. Ihnen sei wie der Stadtbau das Miteinander wichtig.
Ich wünsche den Menschen des Projekts dass sie gut in der Gemeinschaft zusammenwachsen, etwa beim gemeinsamen Werkeln auf dem Dachgarten, eine weiterhin wie bisher von Wohlwollen und Vertrauen geprägte Kooperation mit der Stadtbau, und dass sie gut in dem neuen Viertel ankommen und mit ihrer anpackenden und zugewandten Art auch in dieses hineinstrahlen.Benedikt Geisler, Vorsitzender Gemeinschaftlich Wohnen Regensburg
Friederike Meier vom Verein betont, dass Wohnen weit mehr sein könne als nur Mieten. „Gemeinschaft stärkt den Zusammenhalt, schafft Lebensqualität und kann einen wichtigen Beitrag gegen Vereinsamung leisten.“ Die gesamten 215 Wohnungen teilen sich einen gemeinsamen Innenhof. 169 davon vergibt die Stadttochter in ihrem üblichen Verfahren.
Der Spatenstich ist für September geplant
Den Spatenstich für diesen zweiten Bauabschnitt auf dem PLK-Gelände kündigt Stadtbau-Chef Götz Keßler für September an. Rund 60 Millionen Euro werden investiert. Nach dem Urteil von Oberbürgermeister Thomas Burger bietet das Innovationsquartier auf dem PLK-Gelände ideale Voraussetzungen, um ein grünes, ressourcenschonendes und smartes Stadtviertel zu schaffen. „Mit den Bürgerinnen und Bürgern wollen wir zudem ein zukunftsweisendes, gemeinschaftliches Modell für bezahlbares Wohnen realisieren.“

Weil noch Mitstreiter gesucht werden, stellen Stadtbau, Oberbürgermeister und Projektgruppe Kastanienhof das gemeinschaftliche Wohnen bei einer Pressekonferenz am kommenden Dienstag um 18 Uhr in den Räumen für Engagement, D.-Martin-Luther-Straße 19, vor.