Diskussion um Elterntaxis am Neunburger Schulzentrum – Ist neuer Parkplatz die Lösung?

Von Jan Lange · 4. August 2026 um 17:00

Viele Kinder werden Tag für Tag von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Auch am Neunburger Schulzentrum an der Katzdorfer Straße ist das nicht anders. Zu den Stoßzeiten – Schulbeginn, Mittagszeit und Schulende – kommt es immer wieder zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Über die Situation wurde nun auch im Neunburger Bauausschuss diskutiert – mit noch offenem Ausgang.

Eigentlich ist die Beschilderung eindeutig: Der Schulbusbahnhof an der Katzdorfer Straße ist in der Zeit von 7 bis 17 Uhr für Fahrzeuge aller Art – außer Busse – tabu. Und doch schlängeln sich „Elterntaxis“ immer wieder zwischen den Schulbussen durch. Oder sie halten an der Katzdorfer Straße, um die Kinder aus- oder einsteigen zu lassen.

In den vergangenen Jahren wurden bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen. Zuerst wurden die Kontrollen durch die Polizei und durch Schulbushelfer verstärkt. Auch die Halteverbote in der Katzdorfer Straße wurden erweitert. Doch mit diesen Maßnahmen wurde nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Aus diesem Grund wird aktuell erneut über eine Änderung der Verkehrssituation diskutiert.

Mehrere Gespräche mit Schulleitungen, Eltern und Polizei

Die momentane Diskussion geht auch auf einen Antrag der Freien Wähler aus dem Jahr 2021 zurück. Ziel sei es, im Bereich des Schulzentrums den Busverkehr vom übrigen Fahrzeugverkehr zu trennen. Bereits vor gut einem Jahr habe es laut Bürgermeister Martin Birner (CSU) Dialoge zwischen den Schulleitungen, Elternbeiräten, Busunternehmen, Polizei, Fraktionssprechern und der Stadt gegeben, bei dem die Probleme erläutert und Vorschläge für weitere Maßnahmen entgegengenommen wurden.

Einer der Vorschläge: Unmittelbar an der Mittelschule könnten zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Flächenmäßig wäre deren Schaffung kein Problem: Schon 2015 hatte die Stadt Neunburg Grundstücke bei der Mittelschule erworben – damals weniger mit Blick auf die Errichtung eines Parkplatzes. Auf der Freifläche rechts der Mittelschule direkt an der Katzdorfer Straße könnten neue Elternhaltezonen geschaffen werden. Die Planung des Ingenieurbüros Weiß lag nun dem Bauausschuss vor.

Auf diesem freien Grundstück rechts neben der Mittelschule könnte die zusätzliche Parkfläche entstehen. Das Grundstück hatte die Stadt bereits vor mehr als zehn Jahren erworben. - Foto: Jan Lange

Bei der ersten Variante würden die Stellplätze senkrecht zur Erschließungsstraße angeordnet. Dabei könnten 72 Parkplätze entstehen. Die Kosten schätzen die Planer bei dieser Variante auf rund 585.000 Euro. Alternativ könnten die Stellplätze schräg zur Erschließungsstraße angeordnet werden. Bei dieser Variante 2 würden 59 Parkplätze geschaffen werden. Circa 548.000 Euro würde diese Variante laut den Planern kosten. Die zweite Variante könnte laut Stadt auch jederzeit nach Norden hin erweitert werden.

Allerdings hatten in den vorherigen Gesprächen die Elternbeiräte und die Vertretung der Realschule Bedenken an beiden Varianten geäußert. Die Elternbeiräte hatten in dem Zuge vorgeschlagen, den bestehenden Busbahnhof in Richtung der angrenzenden Grenzfläche zu erweitern. Dieser Gedanke wird aber gleich von mehreren Seiten abgelehnt. So ist die Mittelschulleitung strikt gegen eine solche Erweiterung. Der Parkplatz würde dann zu nah an den pädagogischen Bereich heranrücken, meint Schulleiter Georg Tischler. Das sei „nicht tragbar“. Diese Grünfläche sei ein „guter Puffer“ zwischen Verkehrs- und pädagogischem Bereich.

Ohne Kanalisierung und Asphaltierung wäre der Parkplatz deutlich günstiger

Die dritte Variante wird auch von den Stadträten abgelehnt. Für CSU-Stadträtin Margit Reichl komme eine solche Erweiterung nicht infrage, wie sie im Bauausschuss erklärte. Auch Stadtrat Florian Meier (FW) hält eine Erweiterung des Schulbusbahnhofs in nördlicher Richtung für ungeeignet. Aus Meiers Sicht biete sich das unbebaute Grundstück rechts von der Mittelschule an, um dort einen „Elterntaxi-Bahnhof“ zu realisieren. Der sollte dann von allen Eltern, auch denen von der Realschule, genutzt werden. Der Autoverkehr sollte vom Schulbusverkehr getrennt werden.

Allerdings sieht der FW-Stadtrat die geschätzten Kosten für den neuen Parkplatz kritisch. Er lasse sich sicher auch kostengünstiger realisieren, ist Meier überzeugt. CSU-Stadtrat Bernhard Lober meinte, dass sich der Parkplatz ohne Kanalisierung und Asphaltierung vielleicht schon für gut 150.000 Euro realisieren lasse.

Der Bauausschuss einigte sich darauf, dass kostengünstigere Varianten nochmal geprüft werden sollen. Auch die Stellungnahme der Polizei soll nochmal eingeholt werden. Danach soll der Beschluss dem Bauausschuss erneut vorgelegt werden.

Von den Elternbeiräten der Realschule war der Vorschlag gemacht worden, den Schulbusbahnhof in Richtung der angrenzenden Grünfläche zu erweitern. Diese Variante wird aber von mehreren Seiten abgelehnt. - Foto: Jan Lange

Wenn der Auto- und der Busverkehr entzerrt werden könne, sei das sicher die beste Lösung, erklärt Markus Schlegel, Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Neunburg, auf MZ-Anfrage. Schlegel betont aber auch, dass sich der Großteil der Eltern vernünftig verhalte, nur ein kleiner Teil würde sich nicht an die Verkehrsregeln halten.

Bürgermeister Martin Birner (CSU) sieht ebenfalls kein akutes Problem, das schnellstmöglichst behoben werden müsse. Er rechnet auch nicht damit, dass die Schaffung neuer Parkplätze zeitnah realisiert wird. Bisher seien dafür keine Mittel im Haushalt eingeplant. Und beim längerfristigen Finanzplan habe der Stadtrat andere Bauvorhaben wie den Kreuzungsumbau in Oberaschau oder die Außenanlagen an der Grundschule höher priorisiert. Sollte der Stadtrat das Vorhaben schneller umsetzen wollen, müsse er einen entsprechenden Beschluss fassen, sagt der Rathauschef.

Wenn die Mittel für die Errichtung des Parkplatzes da seien, wäre es kein „rausgeschmissenes Geld“, ist Mittelschulleiter Georg Tischler überzeugt.