Rektorin Andrea Fritsch im Porträt: Das sind ihre Pläne für die Grundschule Neunburg

Jahrzehntelang war sie an den unterschiedlichsten Grundschulen tätig. Eines zog sich dabei wie ein roter Faden durch ihre Laufbahn: Andrea Fritsch arbeitete stets in der Oberpfalz. Nun übernimmt die 52-Jährige die Leitung in Neunburg und Neukirchen-Balbini. Noch sitzt sie in ihrem Büro in Regensburg – doch schon jetzt hat die neue Rektorin klare Vorstellungen davon, was sie an ihrer neuen Wirkungsstätte bewegen möchte.
Schon vor drei Jahren wuchs bei der 52-Jährigen der Wunsch, mehr Verantwortung zu übernehmen. Deshalb bewarb sie sich als Schulleitung an der Gerhardinger Grundschule in Regensburg. Dort betreute sie zwei Schulstandorte – einen in der Nähe der Steinernen Brücke, einen weiteren im Grünen.
Auch ihre neue Aufgabe umfasst zwei Schulstandorte: die Grundschulen in Neunburg und in Neukirchen-Balbini. Auf die neue Herausforderung blickt sie mit Vorfreude. „Es ist einfach nochmal eine größere Stelle.“ Vor allem der Offene Ganztag sei für sie eine neue und spannende Erfahrung.
Dass sie sich im neuen Kollegium schnell einleben wird, daran zweifelt sie nicht. „An allen meinen Stationen habe ich immer mit sehr engagierten Kolleginnen und Kollegen zusammengearbeitet. Das habe ich immer als wertschätzend und angenehm empfunden“, sagt sie.
Andrea Fritsch sammelte Erfahrung in Burglengenfeld
Auch wenn sie Studium und erste Berufsjahre zunächst nach Regensburg und Weiden führten, verbrachte Fritsch den Großteil ihrer beruflichen Laufbahn im Raum Schwandorf. Dort war sie unter anderem zwölf Jahre Konrektorin an der Grundschule Burglengenfeld und weitere acht Jahre Lehrerin an der Kreuzbergschule in Schwandorf. Vor drei Jahren übernahm sie nun die Schulleitung an der Gerhardinger Grundschule in Regensburg.
Eigene Ideen bringt sie zwar mit, Entscheidungen möchte sie aber nicht im Alleingang treffen. „Ich freue mich darauf, ein neues Kollegium und dessen Expertise kennenzulernen und vielleicht auch neue Impulse und eigene Erfahrungen einbringen zu können.“ Zunächst wolle sie die bestehenden Strukturen kennenlernen und herausfinden, wo Stärken und Entwicklungspotenzial liegen. „Ich möchte grundsätzlich keine Richtung vorgeben, sondern schauen, wo die Schule hinmöchte“, betont die 52-Jährige.
Besonders gespannt ist sie auf den umfangreichen Umbau der Grundschule in Neunburg, den ihre Vorgängerin Sabine Bauer, die sich nun in ihren Ruhestand verabschiedet, maßgeblich begleitet hat. In den letzten Zügen möchte sie möglicherweise noch eigene Ideen für die Außenanlage einbringen. Zudem will sie den Offenen Ganztag weiterentwickeln und die Zusammenarbeit der beiden Schulstandorte intensivieren.
Ich möchte grundsätzlich keine Richtung vorgeben, sondern schauen, wo die Schule hinmöchte.Andrea Fritsch (neue Rektorin Grundschule Neunkirchen und Neukirchen-Balbini)
An ihrer bisherigen Schule in Regensburg schätzte Fritsch vor allem das breite Angebot für die Schülerinnen und Schüler. Möglich sei das auch durch die zentrale Lage. „Wir können problemlos ins Eisstadion oder zu Fuß ins Stadttheater gehen“, erzählt sie. Solche Möglichkeiten ließen sich zwar nicht eins zu eins nach Neunburg übertragen. Dennoch möchte sie versuchen, „den Schülern umfassende Möglichkeiten im kulturellen, musikalischen und sportlichen Bereich zu ermöglichen“. Dabei könnten ihr auch die Erfahrungen mit bisherigen Kooperationspartnern helfen.
Konkrete Beispiele nennt die Schwandorferin ebenfalls. In Regensburg durfte sie kulturelle Angebote wie das „Little Tiny Orchestra“ oder „Marias Mitmachkonzerte“ kennenlernen. Kindergerechte musikalische Förderprogramme, die sich die neue Rektorin auch in Neunburg und Neukirchen-Balbini vorstellen kann.
Corona und Digitalisierung prägen die Schulen bis heute
Manche Entwicklungen im Schulbereich sieht Fritsch kritisch. Besonders die Corona-Jahre hätten die Schulen geprägt. „Die Ausläufer, mehr oder weniger, spüren wir ja jetzt noch“, sagt sie. Gerade die Digitalisierung habe diese Zeit stark beeinflusst.
Digitalen Medien begegnet sie dabei mit gemischten Gefühlen. Im Unterricht könnten sie viele Möglichkeiten eröffnen, wenn sie sinnvoll eingesetzt würden. “ Gleichzeitig warnt sie vor zu hoher Bildschirmzeit und einer zu frühen Nutzung von Smartphones.
An ihrer bisherigen Schule gibt es deshalb klare Regeln. „Smartwatches und Handys haben in der Grundschule absolut keine Berechtigung.“ Wenn Kinder ein Gerät mitbringen, müsse es ausgeschaltet in der Schultasche bleiben. Für den Kontakt zu den Eltern gebe es weiterhin das Sekretariat.
Beim Thema Lehrkräftemangel bleibt Fritsch gelassen. Einen direkten Einfluss darauf habe sie nicht. „Ich hoffe einfach, dass wir über das Schulamt und die Regierung entsprechend gut versorgt werden.“
Eine besondere Erfahrung in ihrer Laufbahn war ein Projekt mit bilingualem Unterricht an Grundschulen. Dieser bayernweite Schulversuch wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Eichstätt und dem Kultusministerium umgesetzt. In jeweils einer Klasse pro Jahrgangsstufe fand der Sachfachunterricht teilweise auf Englisch statt. Fritsch begleitete das Projekt, hielt den Kontakt zu den Beteiligten und unterstützte die Verankerung des Konzepts im Schulprogramm.
Rektorin versucht weiterhin möglichst viel zu unterrichten
Auch an ihrer neuen Schule möchte die 52-Jährige möglichst nah an den Kindern bleiben. „Ich werde aber in jedem Fall versuchen, in möglichst vielen Klassen meine wenigen Unterrichtsstunden zu verbringen. Das ist mir wichtig.“ Besonders das Klassenlehrerprinzip der Grundschule schätzt sie.
Denn genau diese Begegnungen sind für sie einer der schönsten Teile ihres Berufs. „Wenn die Kinder an den ersten Schultagen mit leuchtenden Augen kommen, ist das immer wieder ein ganz besonderer Moment.“