„Pfingstwunder“wirkt nach - Aufstieg in die Bezirksliga wirkt über den TSV hinaus

Mit Superlativen sollte man vorsichtig sein. Das gilt auch für das „Wunder von Bern“, den Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954. Einige Nummern kleiner, aber nicht weniger bedeutend für Neustadt ist das „Pfingstwunder“ – der Aufstieg der 1. Herrenmannschaft des TSV Neustadt in die Bezirksliga.
Das wurde jetzt beim Empfang für die erfolgreiche Mannschaft im Rathaus am Montagabend deutlich. Dort stellte Christoph Spreitzhofer, Vorsitzender des TSV, fest: „Für uns ist der Aufstieg immer noch ein besonderer Moment.“ Dabei, so Spreitzhofer weiter, habe man beim Start der vorigen Saison noch ganz andere Vorstellungen gehabt. „Wir sind mit dem Ziel in die Saison gegangen, die Liga zu halten“, stellte Spreitzhofer fest.
Es gibt wieder Interesse an der Mannschaft
Der Erfolg sei jedoch nicht allein der Aufstieg gewesen, obwohl der für die meisten Beteiligten „sicher das größte Erlebnis“ war. „Wir haben es geschafft, wieder Interesse für die Mannschaft zu wecken“, sagte Spreitzhofer. Und das wirkt sich auf unterschiedlichen Ebenen aus. Immer wieder wird Spreitzhofer von Neustädtern angesprochen, die beispielsweise wissen wollen, wie es den Spielern geht oder wie man die Chancen für das nächste Spiel sieht. „Da ist so viel Stolz zu spüren“, sagte der Vorsitzende beim Empfang am Montagabend im Rathaus. Und dieser Stolz zeige sich eben nicht nur bei den Mitgliedern, weshalb Spreitzhofer sogar sagt: „Wir sind mittlerweile Identifikationspersonen.“
Für die Kinder und die Jugend ist die Bezirksliga-Mannschaft ein Vorbild im Verein. „Die Kinder und die Jugendlichen freuen sich. Wir hoffen, dass sie deshalb bei uns bleiben.“
Ein neues Wir-Gefühl hat die Neustädter erfasst. Das begann nicht erst mit dem Sieg in der Relegation. Es war auch der Weg dahin, machte Bürgermeister Thomas Memmel beim Empfang deutlich, an dem auch seine beiden Stellvertreter Günter Schweiger und Sebastian Mayer teilnahmen. „Durch den Erfolg seid ihr Vorbilder geworden“, rief er dem TSV-Team zu.
„Fußball ist Mannschaftssport, ist eine Demonstration von Teamgeist“, sagte der Bürgermeister. Der Erfolg wiederum sei nicht nur das Resultat des Einsatzes auf dem Platz. Auch die Ersatzspieler würden dazu gehören, außerdem Trainer, Betreuer, ehrenamtliche Funktionäre sowie weitere Helfer und Unterstützer. „Erfolg entsteht, wo eine Mannschaft zusammen hält und Verantwortung übernimmt“, fasste Memmel zusammen. Und: „Die Relegation wird für mich immer in Verbindung mit dem Volksfest stehen.“
Guter Einstand in der Bezirksliga
Das Volksfest ist lange vorbei. Die Mannschaft hat ihre ersten Bewährungsproben in der Bezirksliga abgeliefert. Sechs Punkte in vier Spielen bedeuten Platz 8, wobei, wie Christoph Spreitzhofer anmerkt, die beiden Niederlagen etwas unglücklich zustande gekommen seien. Das Fazit fällt für den TSV-Vorsitzenden dennoch positiv aus: „Das ist nicht selbstverständlich für einen Bezirksliga-Neuling, dass man so souverän mitspielt“, sagt er.
Der TSV hofft, dass es spielerisch so weiter geht. „Die Stimmung ist gut“, betont Spreitzhofer. Und es wurden drei Spieler zu Beginn der Saison neu verpflichtet, das schafft Konkurrenz in der Mannschaft und sorgt für Leistungsdruck. Auch sonst sieht der Vorsitzende den Verein gut aufgestellt. Erstmals verfügt man wieder über eine eigenständige 2. Herrenmannschaft. Auch deshalb sei der Verein jetzt konkurrenzfähiger.
Wunder geschehen. Auch in Neustadt. Der Erfolg der 1. Herren hat nicht nur dem Verein, sondern auch vielen Bürgern und Bürgerinnen gut getan. Er ist Balsam für die Seele einer Fußballstadt, die einst sogar in der Landesliga spielte.
