Kreis Kelheim gibt grünes Licht: „Kexi“ soll weiter durch Neustadt kurven

Der „Kexi“ kann voraussichtlich weitere drei Jahre seine Runden in Neustadt a. d. Donau und seinen Ortsteilen drehen: Vonseiten des Landkreises Kelheim gibt es dafür grünes Licht. Das Angebot soll teils sogar erweitert werden.
Seit März 2022 ist der flexibel buchbare Kleinbus „Kexi“ in Neustadt und Bad Gögging unterwegs, seit Oktober 22 kann man ihn für und von allen Ortsteilen und dem Marktplatz Pförring aus buchen, mit gut 200 Bedarfs-Haltestellen. Ende Februar 2027 wäre Schluss – aber der Mobilitätsausschuss des Kreistags hat jetzt einstimmig einer Verlängerung um weitere drei Jahre zugestimmt. Falls auch die Stadt Neustadt mit an Bord bleibt, kann das Landratsamt die Leistungen ausschreiben, samt Option auf Verlängerung um zwei Jahre. Und samt einiger Änderungen im Beförderungsangebot.
So soll der Kexi künftig attraktiver für Nachtschwärmer werden: Montags bis samstags soll man die Kleinbusse – wie gehabt per App oder telefonisch – bis 22 statt bis 20 Uhr buchen können. Unter der Woche bleibt es beim Betriebsstart 5 Uhr, der insbesondere Beschäftigten der großen Neustädter Industriebetriebe zugute kommt; am Samstag soll aber künftig erst um 9 Uhr Start sein. Unverändert die sonntägliche Betriebszeit: 8 bis 18 Uhr. Geplant sei außerdem, das Kexi-Betriebsgebiet im Rahmen der Neuausschreibung noch zu „optimieren“, so ÖPNV-Stabsstellenleiter Stefan Grüttner. So werde eventuell der Bahnhof von Münchsmünster mit eingebunden.
Der künftige Vertragspartner soll das Angebot mittels zweier rollstuhl-tauglicher Acht- oder Neunsitzer-Elektrobusse abdecken, und auch die Option anbieten, auf drei Busse aufzustocken. Die Elektrobusse seien in der Anschaffung teurer als Verbrenner, allerdings auch höher gefördert und bei den Betriebskosten günstiger, erklärte Grüttner. Für die Ladeinfrastruktur sorge die Stadt Neustadt.
Dreier-Besetzung war längere Zeit nicht möglich
Laut aktuellem Vertrag sind drei Busse im Einsatz; über weite Teile der Zeit könne der derzeitige Vertragspartner aber nur zwei bereitstellen, was freilich auch die Betriebskosten gesenkt habe. Kreisrätin Andrea Lehner (AfD) fand die Leistungsunterschreitung „schon sehr fragwürdig“. Man werde bei der Neuausschreibung deshalb die Möglichkeit einer „Art Vertragsstrafe“ mit aufnehmen, antwortete Stefan Grüttner.
Die im Schnitt 2400 bis 2800 Kexi-Fahrten pro Monat seien für zwei Fahrzeuge eine hohe Auslastung. Wobei es keine so außergewöhnlich stark frequentierte Strecken gebe, dass sich dort eine feste Busverbindung rechnen würde, sagte er auf Nachfrage von Anna-Lena Ostler (Junge Liste). Ob sich große Betriebe besser in den ÖPNV einbinden lassen, werde man aber bei der im Frühjahr geplanten Fortschreibung des Nahverkehrsplans mit prüfen, kündigte Landrat Christian Nerb an.
Wie teuer das Neustädter Kexi-Angebot künftig kommt, sei vor der Ausschreibung „ein Blick in die Glaskugel“, angesichts allgemein steigender Preise, so ÖPNV-Chef Grüttner zu Karoline Fritz-Ertlmeier (SLU). Die Kostenschätzung, basierend auf einer ähnlichen Ausschreibung, beläuft sich auf unterm Strich rund 140.000 Euro, die pro Fahrzeug und Jahr als Defizit übrig bleiben. Wie gehabt soll die Stadt Neustadt das eine finanzieren und der Landkreis das andere. Dies spiegelt wider, dass in Neustadt der „Stadt“- und der „Land-Kexi“ einen gemeinsamen „Pool“ bilden. Künftig sollen im gesamten Neustädter Bediengebiet einheitliche Tarife für Einzeltickets gelten: 2,50 Euro pro Fahrt, dazu 0,40 Cent pro angefangenem Kilometer (0,35 für Kinder und Senioren). Viele Passagiere fahren aber sowieso mit dem Deutschlandticket.
Mehr Schüler: Buslinie muss aufgestockt werden
Aufgestockt wird ein weiteres Busangebot: Die VLK-Buslinie 70 (Ettling – Lobsing – Hienheim – Riedenburg) wird aktuell mit zwei Bussen bestritten, und zwar fast ausschließlich, um damit Jugendliche an die Riedenburger Realschulen zu transportieren. Aktuell sind es im Schnitt 150; ab dem neuen Schuljahr werden an die 165 erwartet. Dafür sei ein dritter Bus nötig, den man ab September dazubuchen wolle, erläuterte Stefan Grüttner. Daran beteiligen soll sich der Landkreis Eichstätt, weil die Linie auch dort fährt. Geregelt wird das per Finanzierungsvereinbarung. Der Ausschuss stimmte den Vorschlägen einstimmig zu.