Regensburg Triathlon: Rückenschwimmer, Fans und kuriose Momente am Streckenrand

9.01 Uhr am Sonntagmorgen. (Fast) pünktlich fällt der Startschuss zum Regensburg Triathlon. Hunderte schwimmen, radeln und laufen durch die Domstadt. Dabei geht es nicht nur um sportliche Höchstleistungen, zeigt ein etwas anderer Blick auf dieses Ereignis.
9.02 Uhr. Wie ein Fischschwarm bewegen sich die ersten Starter durch den Europakanal. Schon nach wenigen Augenblicken fällt ein Teilnehmer ins Auge. Er krault nicht. Er macht keinen Schmetterling. Er schwimmt nicht Brust – er schwimmt Rücken. Kurze Recherche: Ja, ist erlaubt. Nein, ist nicht üblich. Öfter mal was Neues!
Regensburg Triathlon: Auch die Anhänger haben es nicht einfach
Apropos: Dieser Triathlon bringt eine kleine Neuerung. Der Pfaffensteiner Steg ist ja bekanntlich noch bis Jahresende gesperrt, daher müssen die Sportler ihre Räder auf die Oberpfalzbrücke tragen. An dieser neuralgischen Stelle versammelten sich zahlreiche Zuschauer.
Eine Gruppe von Anhängern diskutiert: „Wenn wir den Max hier abwarten, kann es sein, dass wir die Resi unten verpassen.“ Eine kurze Debatte entspinnt sich. Ein Plan tut sich auf. Kurz sieht es so aus, als ob eine Lösung nahe ist. Dann wirft einer ein: „Aber Philipp ist auch noch unterwegs.“ Klar, ein Triathlon ist anstrengend – aber kein Vergleich zu den Herausforderungen, denen sich die Fans stellen müssen.

Ein paar Meter weiter vorn. Teilnehmer der Sprint-Distanz rollen auf den Schelmengraben zu. Wenige Minuten und rund zehn Prozent Steigung später werden ihnen die Wadeln brennen. Daher widmen sich die Sportler schon einmal den wichtigen Themen. Ein kurzer Gesprächsfetzen: „Windschatten? Pah! Von mir sicher nicht.“ Kurze Recherche: Wäre eh nicht erlaubt.

Sehr wohl erlaubt: Rückenwind. Sowohl im thermischen, als auch im übertragenen Sinne. Oder einfach gesagt: Am Rande der Strecke versammeln sich zahlreiche Fans, um den Sportlern zuzujubeln. Kurze Stippvisite bei der Stimmungshochburg. Beim Bolzplatz am Grieser Spitz hat sich der Running Club Regensburg positioniert. Mit einem Megafon feuern sie die Teilnehmer an. Immer wieder rufen sie: „Tempo hochhalten!“ Dazwischen heult immer wieder eine Sirene auf. Zahlreichen Läufern zaubert das ein Lächeln auf die Lippen. Bei manchen sieht es ein wenig gequält aus. Verständlich.
Die Manieren vergessen die Sportler dabei allerdings nicht. Ein Läufer, sichtlich darum bemüht, das Tempo – wie ihm geheißen – hochzuhalten, erspäht eine Bekannte am Rande der Strecke. „Na, wie geht’s?“, fragt er. „Gut“, antwortet sie. „Und dir?“ Der Läufer erwidert: „Mir geht’s nicht so gut.“ Ohne mit der Wimper zu zucken setzt sich die Freundin daraufhin in Bewegung, um den Teilnehmer unter Beifall zu begleiten. Ach, wenn doch das ganze Leben ein Triathlon wäre.
Triathlon in Regensburg: Die letzte Genehmigung kam vergangene Woche
Im Dienste einer galanten Überleitung könnte man freilich behaupten, das ganze Leben der Veranstalter von Tristar Regensburg wäre der Triathlon. Damit träte man ihnen allerdings zu nahe. Deshalb lassen wir das und fragen Chef-Organisator Niklas Groß-Hardt im Anschluss, wie es denn so lief. „Erstaunlich gut!“ Das liege auch daran, dass der ganze Verein dahinterstehe. Für ihn sei die Veranstaltung eine Premiere, er organisiere sie erstmals federführend. „Die erste Mail habe ich am 2. Januar geschrieben.“ Klar, die Genehmigungen müssen ja auch rechtzeitig da sein. „Die letzte haben wir vor anderthalb Wochen bekommen.“ Tja, Behördenarbeit ist nun mal kein Sprint, sondern ein Marathon – auch, wenn es um einen Triathlon geht. Sein persönliches Highlight sei jedenfalls der Start um 9 Uhr. „Wenn man merkt, dass das funktioniert, was man das letzte halbe Jahr gemacht hat.“ Daher sei der Wettkampftag an sich relativ entspannt. „Also relativ“, betont Groß-Hardt. Und die erste Mail für den Triathlon im kommenden Jahr, wann geht die raus? Der Chef-Organisator grinst. „Am 2. Januar wahrscheinlich.“