„Queenie“ Sabine Mathes dankt ab - Rückblick auf Besonderheiten und ein „Kronen-Trauma“

Von Beate Weigert · 2. August 2026 um 19:00

Ein Jahr lang stand Sabine Mathes als Kelheimer Festkönigin im Mittelpunkt. Bei gut 35 Grad blickt sie nun zurück auf 365 Tage im Amt und verrät, was es mit ihrem „Kronen-Trauma“ auf sich hat.

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Wo trifft man eine Queen bei gut 35 Grad? Im Keldo kurz vor Ferienende? „Zu voll“, mutmaßte Kelheims scheidende Festkönigin Sabine Mathes. An der Donau? Wegen möglicher Blaualgen, „lieber nicht“. So wurde das Kneippbecken am Bräugraben der Treffpunkt. Da ist es am späten Nachmittag schön schattig und im Wasser angenehm kühl. Nach der Arbeit blickte die 22-jährige Bankerin dort entspannt zurück auf Besonderes und Überraschungen als „Königin“ - und ein Erlebnis, bei dem ihr ein ordentlicher Schreck in die Glieder fuhr. Wenn am 13. August Kelheims fünftägiges Volksfest startet, wird sie genau 365 Tage im Amt gewesen sein.

Treff bei gut 35 Grad: Am Kneippbecken am Bräugraben schaute Sabine auf ihr Jahr zurück. - Foto: Beate Weigert
Sabine Mathes beim Neujahrsempfang der Stadt - Foto: Beate Weigert

Sabines Jahr in Zahlen: Bislang war Sabine für Termine an die 8700 Kilometer auf Achse – von Soave bis Berlin, von Südtirol bis Beilngries. An die 70 Auftritte waren es. Bei vielen gab es Erinnerungs-Pins. Ein kleiner goldener Eurofighter aus Neuburg ziert ihre grün-rote Schärpe neben einem Südtiroler Bienchen, zwei Berliner Ampelmännchen stecken neben Kelheimer Schäffler-Medaillons. Vor ein paar Wochen wollte Sabine wissen, wie schwer die Erinnerungen wiegen. „Gut 600 Gramm.“

Schock-Moment: Erst eine Woche war Sabine Mathes im Amt, da erlebte die 55. Festkönigin beim ersten Auftritt außerhalb Kelheims einen ordentlichen Schrecken. Beim Riedenburger Volksfest flog ihr im Autoscooter in einer Kurve die Krone vom Kopf „und beinah wäre ich selbst drübergefahren. Ich dachte: Jetzt ist sie hin“. Ersatz gab es nicht. Es ging aber nochmal alles gut. „Seither habe ich sie immer abgenommen. Ja, das ist mein kleines Kronen-Trauma“, lacht die 22-Jährige.

Das Donau-Tor war eines ihrer beiden Autogrammkarten-Motive. - Foto: Franz Pietruska

Erwartungen erfüllt? „Kann man nicht sagen“, sagt Sabine. „Es war gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte.“ Als Festkönigin erlebte sie etwa auch das Kelheimer Volksfest ganz neu. „Man übernimmt viele Aufgaben und schaut hinter die Kulissen.“ Zudem hätte sie nie geglaubt, dass man tatsächlich unter den Hoheiten so eng zusammenwächst. „Man trifft sich einmal die Woche, das schweißt zusammen. Nach drei Terminen merkt man schnell, mit wem man gut zusammenpasst.“ Vier Queenies sind Sabine besonders ans Herz gewachsen. Unter anderem Abensbergs frühere Spargelkönigin Nora Aunkofer (s. Infostück). „Wir haben so viel Zeit miteinander verbracht und so viel zusammen erlebt, wir sind Freundinnen geworden.“

Sabine beim Auszug 2025. Da hatte sie das Jahr noch vor sich. Wie im Flug ist es nun vergangen, sagt sie. - Foto: Beate Weigert

Spontanität war gefragt: Gleich vom Start weg war Spontanität gefragt. Kaum war sie im Festzelt von Vorgängerin Nathalie Mann gekrönt, hatte sie auch schon das Mikro auf der Bühne in der Hand und sollte mitsingen. Ja, Spontan-Sein zählte definitiv zu den Dingen, die sie in dem Jahr gelernt habe. Und sie könne nun viel offener auf unterschiedlichste Menschen zugehen, sagt Sabine. Lockerer Smalltalk, auch mit bekannten Politikern, ist längst Routine geworden. Deshalb könne sie das Jahr auch jeder Interessierten nur empfehlen. Klar, am Anfang war alles komplett neu. „Da muss man erst einmal reinwachsen ins Amt.“ Wenn am Donnerstag, 13. August, ihre Nachfolgerin Anna Hummel die Aufgabe übernimmt, „werde ich genau 365 Tage im Amt gewesen sein“, sagt Sabine „traurig, aber auch ein bissl froh“. Bleiben werden viele „Marmeladenglas-Momente“. So nennt die 22-jährige besondere Erinnerungen, die sie immer behalten werde. Dass das Schäffler-Jahr in ihre Regentschaft fiel, zähle definitiv dazu. Ebenso das Race24 in „Doppel-Funktion“. Ihre Freunde feuerten sie beim Radeln als „Dirndlqueenie“ an. Stimmt ja auch irgendwie, schließlich trug sie meist Dirndl bei den Auftritten. Zum Ende der Amtszeit hat sie zehn im Schrank. „Plus sieben“ in ihrer Amtszeit.

Das XL-Anfeuerungs-Plakat ihrer Freunde beim Race24 freute und motivierte Sabine Mathes auf ihrer Runden-Hatz. - Foto: Daniela Strehl

Feierlicher Ausstand: Zum Abschied hat Sabine für den Volksfestsamstag 39 Festköniginnen eingeladen. Neu ist zum Start ein kleiner Empfang im Rathaus. Beim Kinderlauf von Run & Bike verteilen die Queenies wieder süße Medaillen. Im Weissen Bräuhaus gibt es dann eine Bierprobe, bevor es mit der Bimmelbahn zur Befreiungshalle geht. Zurück im Weissen Bräuhaus gibt es nicht nur ein gemeinsames Essen, sondern auch Sabines Abschied. Die vier Queenies, mit denen sie am meisten erlebt hat, werden mit ihr zurückblicken. „Seltsam wird es sein, wenn wir uns nicht mehr jedes Wochenende automatisch treffen. Aber die Freundschaften werden bleiben.“ Davor gibt es am Samstagabend aber noch einmal die Vorstellung im Festzelt und die gemeinsame Runde über den Volksfestplatz. Dabei stehen sicher einige Breakdance-Runden auf dem Programm. „Aber ohne Krone!“

Mit Nora Aunkofer (li. im Bild) verbindet Sabine Mathes seit ihrem Königinnen-Jahr eine Freundschaft. - Foto: Beate Weigert

Vorfreude: Bald wird Sabine Mathes wieder Zeit für „ganz normale“ Sachen haben. Sie freut sich darauf, sich Freunden zu verabreden, etwas mit der Familie zu unternehmen oder mal ganz spontan wegzufahren. Im eng getakteten Queenie-Terminkalender war das nicht drin. Da hatte sie schon mal drei Termine und mehr am Wochenende.

365 Tage war Sabine Mathes im Amt - Ein paar besondere Momente

Will die Bankerin tauschen? Bloß nicht, im Cockpit dieses Eurofighters beim Fluggeschwader in Neuburg war „es viel zu eng“. - Foto: Christian Hudi

• Im Eurofighter: Als Königin kommt man auch an ungewöhnliche Orte. Bei der Verabschiedung der Bayerischen Kartoffel-Königin in Neuburg an der Donau nahm Sabine Mathes zu Gast beim dortigen Luftwaffengeschwader in einem „alten Eurofighter“ Platz (Foto: Christian Hudi). Beruflich wollte die Bankerin da nicht tauschen. „Nein, viel zu eng da im Cockpit.“

• Im Wettkampf-Modus: Beim Race24 war Sabine 2026 nicht nur als Repräsentantin dabei. Gleich nach dem Start hieß es für sie umziehen. Für die FW trat sie erneut in die Pedale. Acht von 41 Runden des Teams, gut 134 Kilometer, strampelte Sabine ab. Ihre Freunde feuerte sie mit einem großen Plakat (Foto: Daniela Strehl) an. Dass sie Fest- nicht Dirndlkönigin ist – geschenkt!

• Im „Rosen-Garten“: An die 60 Termine hatte die 55. Kelheimer Festkönigin in ihrer Amtszeit. Darunter waren zahlreiche Volksfeste. Andere Veranstaltungen fielen aus der Reihe. Die Traunsteinger Rosentage (Foto: Mathes) etwa.. Sie zählen zu den größten Gartenschauen Süddeutschlands. Dabei verwandelt sich die Stadtparks in ein Blumen-Paradies.

• Im Queenie-Rudel: Schnell hatte Sabine Freundschaften zu anderen Queenies geschlossen, sagt sie. Verabschiedet wird sie am 15. August von Abensbergs Ex- Spargelhoheit Nora Aunkofer (li.), von Siegenburgs Hopfenkönigin Laura Heidenreiter, Bayerns Ex-Kartoffelkönigin Elena Heckel und Schrobenhausens Ex-Spargelhoheit Franziska Schweiger.