Schnell und günstig zu neuem Feuerwehr-Fahrzeug: Roding beteiligt sich an Pilotprojekt

Von Oliver Hausladen · 2. August 2026 um 15:00

Die Nähe zur Bundesstraße 85, das sehr große Wald- und Erholungsgebiet – die Freiwillige Feuerwehr Neubäu möchte aufgrund der exponierten Lage und vieler Einsätze das vorhandene Tragkraftspritzenfahrzeug gegen ein Löschgruppenfahrzeug LF10 ersetzen.

Die Stadträte gaben dafür in ihrer Sitzung am Donnerstagabend grünes Licht und gehen neue Wege: Durch die Beteiligung an einer bayernweiten Ausschreibung des Landesfeuerwehrverbands sollen Kosten und viel Zeit gespart werden.

Nötige Einsatzstärke ist erfüllt

Die vorgegebene Stärke der Einsatzkräfte erfülle die FFW Neubäu mit derzeit 30 aktiven Einsatzkräften, 14 Feuerwehranwärtern und einer Kinderfeuerwehr mit 27 Mitgliedern, informierte Kämmerer Josef Zwicknagl in der Beschlussvorlage. Zur Vorbereitung auf den künftigen Einsatzbereich eines LF10 werden bereits jetzt Atemschutzträger bei der Feuerwehr Roding ausgebildet.

Der Landesfeuerwehrverband Bayern arbeitet gerade an der Umsetzung einer bayernweiten Sammelbeschaffung für Feuerwehrfahrzeuge des Typs LF10. Im Rahmen dieses Pilotprojekts werde der Landesfeuerwehrverband für die beteiligten Kommunen als unentgeltlich tätiger Dienstleister die vergaberechtlichen Bestimmungen, die von öffentlichen Auftraggebern erfüllt werden müssen, einhalten, so Zwicknagl.

Keine Kosten für Ausschreibungsbüro

Da bisher die Ausschreibungen der Feuerwehrfahrzeuge in dieser Größenordnung über externe Ausschreibungsbüros abgewickelt wurden, könnte sich bei der Beteiligung der Stadt Roding an der Sammelbestellung diese Kosten gespart werden. Außerdem ist laut Zwicknagl damit zu rechnen, dass bei einer hohen Nachfrage Mengenrabatte erzielt werden könnten.

Ein weiterer Vorteil: Der Beschaffungsvorgang auf Feuerwehrseite werde mit dem Pilotprojekt deutlich vereinfacht. Bisher hätten sich die Feuerwehren eigenständig mit Fahrzeugdaten und Beladungslisten auseinandersetzen müssen. Dieser enorme Zeit- und Verwaltungsaufwand entfalle, die dies nun in die Hände des Landesfeuerwehrverbands gelegt werde.

Verantwortliche der Feuerwehr einverstanden

Außerdem sei durch die Sammelbestellung eine schnelle und effiziente Beschaffung möglich, die Verantwortlichen der Feuerwehr Neubäu hätten sich mit diesem Vorgehen einverstanden erklärt, informierte Zwicknagl.

Bei einer ersten Bedarfsermittlung, bei der Kommunen unverbindlich ihr Interesse an der Sammelbestellung hinterlegen konnten, haben sich bereits mehr als 240 Kommunen gemeldet, darunter die Stadt Roding, die sich nach Absprache mit Kreisbrandrat Michael Stahl und dem positivem Votum im Stadtrat nun auch verbindlich beteiligte.

Auslieferung für erstes Quartal 2029 geplant

Die Feuerwehr Neubäu muss auf ihr neues Fahrzeug voraussichtlich nicht so lange warten wie bisher üblich: Der Auslieferungszeitraum ist für das erste Quartal 2029 vorgesehen, bislang waren Zeiträume bis 2030 vorgesehen.

Die Auslieferung des Fahrzeugs wird für das Haushaltsjahr 2029 angemeldet, die Gesamtkosten schätzt der Landesfeuerwehrverband auf etwa 500 000 Euro. Aufgrund der Sammelbeschaffung wird der staatliche Förderfestbetrag um zehn Prozent erhöht, was dann in Zuwendungen in Höhe von 150 150 Euro mündet. Zusätzlich erfolgt eine Förderung des Landkreises in Höhe von 35 Prozent des staatlichen Zuschusses, also 52 550 Euro.

Einstimmiger Beschluss

Platz im Feuerwehrhaus in Neubäu sei für das neue Fahrzeug vorhanden, berichtete Bürgermeisterin Alexandra Riedl, es liefen bereits Gespräche mit der Führung, wie auch alles andere sinnvoll untergebracht werden könne und welche Lösungen es gäbe.

Die Stadträte genehmigten die Ersatzbeschaffung des LF10 und die Teilnahme am Pilotprojekt einstimmig. Die Verwaltung wurde beauftragt, die nötigen Schritte inklusive der Stellung der Förderanträge einzuleiten.

Feuerwehr-Sirene in Altenkreith zu laut und zu schrill?

Anwohner machen Stadträtin aufmerksam: Anwohner in Altenkreith haben Stadträtin Renate Hecht (SPD) darauf angesprochen, dass die Sirene im neuen Feuerwehrhaus „zu laut und zu schrill“ sei, berichtete sie in der jüngsten Sitzung des Stadtrates.

Unverständnis bei einigen Stadträten: Viele andere Stadträte konnten dies nicht nachvollziehen. Kreisbrandrat Hubert Hofweber (Freie Wähler), ehemaliger Kommandant der FFW Altenkreith, etwa machte deutlich, dass es sich um ein Warnsignal handle und bat energisch darum „da gar nichts zu verändern.“ Auch Alfred Stuiber (FDP) hat Beschwerden vernommen, meinte aber, eine Sirene müsse hörbar sein, um ihren Zweck erfüllen zu können.

Stadt prüft die Situation: Bürgermeisterin Alexandra Riedl (Freie Wähler) sagte, die Stadt prüfe die Situation, die Beschwerden könnten auch damit zusammenhängen, dass es an zwei Tagen gleich acht Einsätze gab. Ein Servicetechniker sei schon vor Ort gewesen, man warte auf die Ergebnisse des Berichts.