Rodinger Stadtrat: Abschied mit Geschenken, viel Lob - und etwas Wehmut

Von Oliver Hausladen · 3. Mai 2026 um 05:00

Für neun Gremiumsmitglieder und einen Ortssprecher war die Stadtrats-Sitzung am Donnerstagabend ihre Letzte: Sie sind in der neuen Legislaturperiode nicht mehr dabei. Zum Abschied gab es viele lobende Worte von Bürgermeisterin Alexandra Riedl, etwas Wehmut sowie Geschenke.

Die Stadträte Verena Graßl, Ulrich Kraus, Rainer Gleixner, Sebastian Meier, Kerstin Haberzeth, Josef Messerer, Thomas Reger, Richard Seidl und Alfred Reger saßen ebenso das letzte Mal am Ratstisch wie der Ortssprecher von Braunried, Daniel Reisinger.

„Gemeinsam versucht, das Beste herauszuholen“

„Wir haben immer gemeinsam versucht, das Beste herauszuholen“, blickte Riedl auf die vergangenen sechs Jahre zurück, die auch ihre erste Amtszeit waren. Große Herausforderungen habe es gegeben, aber es konnten auch viele Großprojekte realisiert werden. Die oft auch langen Diskussionen im Stadtrat seien dabei immer gut und konstruktiv gewesen, betonte sie, und dankte allen Stadträten dafür.

Am kürzesten dabei von den ausgeschiedenen Mitgliedern war Daniel Reisinger, der fünf Jahre lang als Ortssprecher der Altgemeinde Braunried im Gremium saß. Für ihn und alle anderen auch gab es ein Buch, eine Urkunde und eine Münze der Stadt als Abschiedsgeschenk.

Dank für gute Zusammenarbei

Jeweils seit sechs Jahren waren Verena Graßl (Junge Liste) und Ulrich Kraus (FDP) im Stadtrat. Sie dankten wie alle anderen auch für die gute Zusammenarbeit. Zwölf Jahre saß SPD-Fraktionsvorsitzender Sebastian Meier im Gremium, er hat seinen Lebensmittelpunkt mittlerweile nach Pösing verlegt. 18 Jahre lang dabei CSU-Fraktionsvorsitzender Rainer Gleixner, Freie-Wähler-Fraktionschef Josef Messerer, Kerstin Haberzeth (erst Junge Liste, dann CSU) sowie Thomas Reger (erst Junge Liste, dann CSU) mit dabei.

Und auch zwei Urgesteine der Rodinger Lokalpolitik wurden verabschiedet. 30 Jahre lang saß Richard Seidl am Ratstisch, erst für die Landunion, dann für die CSU und in der letzten Periode für die Freien Wähler. Und sogar auf 36 Jahre kommt CSU-Mann Alfred Reger.

Intensiver, aber fairer Austausch

Nach 18 Jahren denkt Gleixner zurück an die vielen Sitzungen, an intensive Diskussionen. Aber auch an die Augenblicke, in denen wir gemeinsam etwas erreicht haben – und gespürt haben: Es hat sich gelohnt“, so Gleixner, und war sich damit mit den weiteren Rednern einig. Er dankte seiner Fraktion für den Rückhalt, aber auch Bürgermeisterin Riedl und den weiteren Stadträten. „Wir waren nicht immer einer Meinung – und das ist auch gut so. Aber ich habe den Austausch immer als fair und respektvoll erlebt und immer im Blick auf das gemeinsame Ziel: Das Beste für Roding und das Umland zu erreichen“, sagte Gleixner.

Schwer fiel der Abschied Josef Messerer, der den Sprung in das Gremium verpasst hat. Es seien schöne und interessante Jahre im Stadtrat gewesen, blickte er zurück, immer hätten gute Lösungen gefunden werden können. Der Stadtrat müsse auch künftig zusammenhalten, betonte Messerer. „Es war mit eine große Ehre“, beendete er seine Stadtrats-Tätigkeit.

Richard Seidl wird gerne an die Zeit im Gremium zurückdenken, betonte er. Es habe Höhen und Tiefen gegeben, letztlich seien aber immer alle bestrebt gewesen, das Beste für die Roding zu erreichen.

Fünf Ortssprecher könnten gewählt werden

Besonderheit im Wahlsystem: Eine Besonderheit im Rodinger Wahlsystem sind die Ortssprecher, die für Altgemeinden, die nicht mit mindestens einem Vertreter im Stadtrat dabei sind, im Gremium sitzen.

Braunried und Trasching haben jetzt Stadträte: Dies trifft im neuen Stadtrat nicht mehr auf die Altgemeinde Braunried zu, da das neue Gremiumsmitglied Christian Schwarzfischer (AfD) aus Dicherling kommt. Ebenso keinen Ortssprecher mehr hat Trasching, einen Wechsel gibt es hier aber im eigentlichen Sinn nicht, denn der bisherige Sprecher Fabian Janker vertritt künftig die Landunion als Stadtrat.

Fünf Altgemeinden ohne Vertreter: Ein Ortssprecher gewählt werden kann für Fronau, Neubäu am See, Obertrübenbach, Strahlfeld sowie Zimmering.

Unterschriften müssen gesammelt werden: Damit eine Ortsversammlung mit Sprecherwahl stattfinden kann, sind Unterschriften von einem Drittel der Wahlberechtigten in einem Ort nötig. Bei der Stadtverwaltung sind schon Unterschriftenlisten aus Strahlfeld, Neubäu am See und Fronau eingegangen.

Einfache Mehrheit entscheidet: Bei den Wahlversammlungen, die in den ersten Wochen der neuen Legislaturperiode stattfinden, können auch beliebige andere Namen auf den Stimmzettel geschrieben werden, sofern diese Personen in der jeweiligen Altgemeinde wohnhaft sind. Die einfache Mehrheit der Stimmen entscheidet.