Fernwärme in Schwandorf wird weiter ausgebaut – In Ettmannsdorf entstehen 40 weitere Anschlüsse

Die Städtische Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS) baut ihr Fernwärmenetz weiter aus. Derzeit läuft ein Projekt in Ettmannsdorf mit einer neuen 460 Meter langen Hauptleitung, von der aus 40 Hausanschlüsse errichtet werden. Probleme bereiten allerdings vermehrt auftretende Rohrnetzstörungen, berichtete Werkleiter Stefan Trettenbach bei der jüngsten Sitzung des Werkausschusses.
Trettenbach erläuterte insbesondere für die neuen Ausschussmitglieder die Organisationsstruktur der SWFS, bei der aktuell 28 Mitarbeiter beschäftigt sind. Mit einem 72 Kilometer langen Fernwärmenetz versorge man aktuell 1270 Kunden mit Warmwasser, das zwischen 90 und 125 Grad heiß ist.
Erträge im ersten Halbjahr über dem Soll
Trettenbach berichtete, dass das erste Halbjahr 2026 planmäßig verlaufen sei, die Erträge über dem Soll und die Aufwendungen im Sollbereich liegen. Aufgrund des Triphönix-Projekts des Müll-Zweckverbands könne man heuer weniger Hausanschlüsse realisieren. Ein weiterer Ausbau sei aber für 2027 und die folgenden Jahre geplant, da die Nachfrage nach Fernwärme sehr groß sei.
Trettenbachs Bericht umfasste auch die Wasserversorgung. Mit sieben Tiefbrunnen und einem 450 Kilometer langen Leitungsnetz bediene man alle Haushalte in der Stadt und den Ortsteilen. Derzeit arbeite man an drei Projekten in Ettmannsdorf (Lilien-, Schlesier- und Enzianstraße), in Klardorf (Mandelgasse, Brückenweg, Hohe Straße) und in der Schmidmühlener Straße in Bubach. Im ersten Halbjahr 2026 wurden dem Werkleiter zufolge 1088 Meter Hauptleitungen erneuert, 42 Rohrnetzerweiterungen und 56 Reparaturen durchgeführt und 40 Störfälle im Trinkwassernetz abgearbeitet.
Laut Trettenbach wurden 91 Hausanschlüsse saniert, und man habe 222 Trinkwasserzähler ausgewechselt und 22 neu eingebaut. Zum Personalstand merkte er an, dass nach dem Ausscheider zweier Anlagenmechaniker zwei neue Kräfte eingestellt worden seien – ein Auszubildender und ein Umwelttechnologe, der am 1. Oktober seinen Dient antrete.
Die Prognose des Werkleiters für die Zukunft für die Zukunft war eher ernüchternd. Im Investitionsplan vorgesehene Maßnahmen in diesem Jahr können nicht alle umgesetzt werden, da Materialteile derzeit am Markt nicht verfügbar seien oder sehr lange Lieferzeiten hätten. Auch der Neubau eines Hochbehälters am Egidienberg fordere die SWFS finanziell. Trettenbach kündigte an, dass 2027 eine Globalkalkulation der Wassergebühren durchgeführt werde.
Im weiteren Sitzungsverlauf genehmigte das Gremium Maßnahmen im Wirtschaftsjahr 2025 nachträglich, deren Kosten zehn Prozent des Ansatzes überstiegen haben. Als Ursache wurden gestiegene Personalkosten und hohe Materialpreise genannt. Im Detail handelte es sich um die Netzerweiterung in der Friedrich-Ebert- und der Pesserlstraße (Kostenansatz 80.000 Euro, tatsächliche Kosten 120.720 Euro), die Netzerweiterung in der Steinberger Straße (Ansatz 105.000 Euro, Kosten 208.124 Euro), die Erweiterungen in der Dresdner Straße (kein Ansatz, Kosten 30.710 Euro), in der St. Vitalis-Straße (kein Ansatz, Kosten 37.557 Euro), in der Diethardstraße (kein Ansatz, Kosten von 44.219 Euro) und in der Karl-von-Drais Straße (Kein Ansatz, Kosten 32.681 Euro).
Werkleiter rechnet mit einer Rückerstattung
Die Gesamtsumme, die der Ausschuss genehmigte lag bei einem Betrag von 289.013 Euro. Da es bei allen Maßnahmen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz staatliche Förderungen von rund 40 Prozent gebe, rechne er mit einer Rückerstattung zum Jahresende, so Trettenbach.
Ausschussmitglied Alfred Damm (ÖDP) berichtete als Verbandsrat im Zweckverband zur Wasserversorgung der Pretzabrucker Gruppe, dass dort wegen der schwierigen Finanzlage von den Kunden Sanierungsbeiträge erhoben werden müssten. Der Zweckverband versorge unter anderem auch die Ortschaft Lindenlohe.
Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS) zollte dem städtischen Eigenbetrieb seine Anerkennung, Man könne stolz sein, was hier mit relativ geringem Personalaufwand geleistet werde, sagte er.