Regensburg: Mann überrascht Ex im Bett – Prozess offenbart dramatische Nacht

Mann (31) aus Nigeria soll den neuen Freund mit seiner Ex im Bett überrascht haben. Die Versionen zu der nächtlichen Messerattacke im Schlafzimmer gehen im Prozess vor dem Schwurgericht in Regensburg weit auseinander.
Hat ein 31-Jähriger versucht, den neuen Freund seiner Frau zu ermorden? Weit nach Mitternacht soll der Nigerianer am 11. August 2025 im Schlafzimmer seiner Ex gestanden haben und mit den Worten „heute ist dein Tod“ auf den Neuen eingestochen haben. So sieht es die Staatsanwaltschaft und hat den Mann wegen versuchten Mordes angeklagt. Der dagegen schildert die Geschehnisse in jener Nacht völlig anders – und auch die Ex scheint einiges aus ihren früheren Aussagen nun anders zu sehen.
Mit einem Küchenmesser bewaffnet soll der Angeklagte sich kurz nach 1.30 Uhr per Zweitschlüssel Zugang zu der Wohnung nahe dem Osthafen in Regensburg verschafft haben. Getrieben von Eifersucht und Wut habe er den Plan geschmiedet, den Mann, der neben seiner Ex im Bett lag, zu töten, so die Anklage. Wie erhofft, soll das vom 31-Jährigen auserkorene Opfer aufgewacht sein – denn der hätte wissen sollen, wer ihn attackiert, heißt es in der Anklage.
Der Neue im Zeugenstand: „Der Vorfall war ein Horror“
Mit so massiver Gegenwehr jedoch dürfte der Nigerianer jedoch bei seinem Landsmann kaum gerechnet haben. Der soll einen Stich abgewehrt und das Messer im Gerangel unters Bett gekickt haben. Im Zuge der Auseinandersetzung packten sich beide Männer an ihren Geschlechtsteilen. Erst ein von der Frau alarmierter Mitbewohner des Angeklagten schafft es schließlich, die Streithähne zu trennen. „Der Vorfall war ein Horror“, sagte der vermeintlich Attackierte. „Ich dachte nicht, dass ich da lebend rauskomme.“
Sehr ausführlich erklärte zunächst Strafverteidiger Alexander Greithaner, was aus Sicht des 31-Jährigen auf der Anklagebank geschehen war, dann äußerte der sich auch selbst. Das Paar sei bereits zwei Jahre getrennt gewesen. Er sei dennoch bei seiner Ex ein und ausgegangen – um beispielsweise für die drei gemeinsamen Kindern Essen zu machen. Kochen habe er auch in besagter Nacht wollen und ein schon tags zuvor mitgebrachtes Messer in der Hand gehabt, als er in das Schlafzimmer ging, um zu fragen, wo ein Zutat wäre.
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Dort habe er die Ex mit ihrem Neuen entdeckt, die beide angesichts des Mannes mit Messer ausgerastet wären. Dass er sie töten wolle, wie die Frau schrie, habe er klar verneint. Er wolle, dass das „klargestellt“ werde und beantwortete viele Fragen.
Offenkundig Widersprüche in den Aussagen der Ex
Mit Klarheit tat sich die 30-jährige Ex in ihrer Zeugenaussage hingegen merklich schwerer. Sie bestätigte sogar: „Er ist einfach dagestanden.“ Sie habe auch gar nicht vorgehabt, die Polizei zu rufen. Stichbewegung habe sie auch keine gesehen. Sie beschrieb die Tatwaffe mit 24-Zentimeter-Klinge als „kleines“ Messer, „nicht so groß“. Von offenkundigen Widersprüchen zu ihren Aussagen bei der Polizei wollte sie auf Fragen vom Schwurgerichtsvorsitzenden Polnik nichts wissen. Sie sage „dasselbe, es hat sich nichts verändert“, betonte sie.
Vier weitere Prozesstage hat das Landgericht für die juristische Aufarbeitung des Falles bislang geplant. Am 5. August soll das Urteil verkündet werden.