„Nehmen die Situation sehr ernst“: Siebenschläfer legen Cafeteria an der Uni Regensburg lahm

Kleine Nager, große Probleme: Siebenschläfer haben sich in der Uni Regensburg eingenistet. Aufgrund des „anhaltenden Befalls“ musste eine Cafeteria schließen. „Die Universitätsleitung nimmt die Situation sehr ernst“, heißt es. Doch die Tiere loszuwerden, ist alles andere als einfach.
Anfang vergangener Woche reagierte die Universität Regensburg mit einer Rundmail auf die vielen Fragen von Studenten zur „Situation“ im Hochschulsportzentrum, wo sich die Siebenschläfer tummeln. Sogar von „Verunsicherung“ ist die Rede. Derzeit lägen keine Beanstandungen vom Gesundheitsamt oder behördliche Anordnungen vor, den Betrieb des Hochschulsportzentrums oder anderer Einrichtungen der Universität einzuschränken, heißt es in dem Schreiben, das der MZ vorliegt. Die Situation werde fortlaufend beobachtet und bewertet. „Die Sicherheit und Gesundheit aller Studierenden, Beschäftigten und Gäste haben für die Universitätsleitung oberste Priorität.“
Siebenschläfer an der Uni Regensburg: Behutsames Vorgehen nötig
„Gemeinsam mit der zuständigen Abteilung, externen Fachfirmen sowie den zuständigen Naturschutzbehörden arbeiteten wir seit Längerem daran, die Beeinträchtigungen nachhaltig zu reduzieren“, informiert die Universitätsleitung. Das Problem: Der Siebenschläfer ist eine streng geschützte Tierart. Die nachtaktiven Nager dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. „Maßnahmen zu seiner Vergrämung oder Umsiedlung dürfen ausschließlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und mit Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörden erfolgen“, heißt es daher in der Rundmail an Studierende und Mitarbeiter.
Auf Grundlage der bislang erteilten Genehmigungen seien „verschiedene Maßnahmen“ umgesetzt und eingeleitet worden, teilt Universitätssprecher Bastian Schmidt auf MZ-Anfrage mit. Zugangswege würden verschlossen, Ersatzquartiere im Freien geschaffen – und eine spezialisierte Fachfirma kümmere sich um die „Vergrämung“ der Siebenschläfer.

Laut Schmidt kommen dabei Ultraschallgeräte zum Einsatz. Sie senden hochfrequente Töne aus, die für Menschen nicht hörbar sind, auf die Tiere aber „äußerst störend“ wirken. Auch „starke Gerüche“ können dem Sprecher zufolge hilfreich sein. Als Beispiel nennt er Lavandinöl. „Bislang hat jedoch keine der ergriffenen Maßnahmen zu einer nachhaltigen Reduzierung der Population geführt“, sagt Schmidt.
Vergangene Woche reagierte das Studierendenwerk Niederbayern/Oberpfalz (STWNO), das die Mensa und die Cafeterien am Campus betreibt, auf die Situation. Da im Sportzentrum kein hygienisch einwandfreier und verantwortungsvoller Betrieb sichergestellt werden könne, sei es unumgänglich, die dortige Cafeteria bis auf Weiteres zu schließen, teilte das STWNO am Freitag mit.
Zunächst hatte das STWNO versucht, den Betrieb der Cafeteria aufrechtzuerhalten. Zu kaufen gab es nur noch Verpacktes. Der Mehraufwand – die Rede ist von einer zusätzlichen täglichen Grundreinigung – sei jedoch nur vorübergehend leistbar gewesen. Seit diesem Montag ist die Cafete geschlossen.

„Diese Entscheidung bedauern wir sehr“, teilte das STWNO mit – schließlich habe man erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen investiert, um die Einrichtung erfolgreich betreiben zu können. „Wir hoffen, dass zeitnah eine Lösung des Problems herbeigeführt wird, sodass wir die Cafeteria Sport wieder dauerhaft öffnen können.“
Weitere Maßnahmen gegen Siebenschläfer an der Uni Regensburg werden vorbereitet
Laut Schmidt befinden sich weitere Maßnahmen gegen die Siebenschlfer in Vorbereitung. Die Universität stehe in engem Austausch mit der zuständigen Naturschutzbehörde. „Ziel ist es, alle rechtlich möglichen und fachlich geeigneten Maßnahmen auszuschöpfen und dabei sowohl den Anforderungen des Artenschutzes als auch einem sicheren und funktionierenden Hochschulbetrieb gerecht zu werden.“
Bis dahin gilt es, sich mit den Nagern zu arrangieren. Manche Studierende finden sie ohnehin „süß“, wie man hört. Auch in der „Lautschrift“ waren die Siebenschläfer schon Thema. Kürzlich erschien in der Studierendenzeitschrift eine Kolumne, die folgende Lösung des Problems vorschlägt: „Vertreiben kann man sie am besten, indem man tagsüber laute Musik laufen lässt, Hundehaare oder getragene Socken verteilt oder Sprays mit Lavendel, Chilli oder Essig versprüht. Also, Hardtrance-HIIT-20-Stunden-Ultramarathon in Polyestersocken – wer ist dabei?“