Uni Regensburg verschärft die Getränkeregeln in der Bib und löst eine Debatte im Netz aus

Von Heike Haala · 15. Juli 2026 um 12:51

Alma Mater: Studierende und Lehrende bezeichnen die Universität auch mit dem lateinischen Ausdruck für nährende oder gütige Mutter. Was die Lesesäle angeht, beschränkte diese in Regensburg die darin erlaubte Verpflegung nun aber auf das Grundnahrungsmittel Wasser. Das hat einen ernsten Grund.

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„Club Mate? Verbannt, Kaffee? Ab ins Exil?“, heißt es in einem Instagram-Beitrag mit der Überschrift „Mate-Verbot in der Bib“, der Aufmerksamkeit erregte. Der Verfasser verstehe nicht, warum ein fest verschlossener Thermobecher zur Bedrohung für den Bibliotheksbestand werden sollte.

Was ist passiert? Bastian Schmidt, der an der Universität für Kommunikation und Marketing zuständig ist, verweist auf die Version der Benutzungsordnung der Universitätsbibliothek vom 1. Mai. Darin heißt es: „Das Mitbringen und der Verzehr von Essen sind in den Lesesälen nicht gestattet. Die Mitnahme von Wasser in auslaufsicher verschließbaren Behältnissen in die Lesesäle ist erlaubt.“ Zuvor sei die Mitnahme von alkoholfreien Getränken in Flaschen oder verschließbaren Behältnissen in die Lesesäle erlaubt gewesen, erklärt er.

Flaschen blieben liegen, Bücher und Lesesaal dreckig

Die Regelung sei aus mehreren Gründen eingeführt worden. So seien in den Lesesälen regelmäßig zahlreiche leere Getränkeflaschen zurückgelassen worden, deren Entsorgung nicht zum Aufgabenbereich des Reinigungspersonals gehöre. Die Universitätsbibliothek verfüge nicht über zusätzliche personelle Ressourcen für diese Aufgabe. „Zum anderen kam es wiederholt zu Verunreinigungen von Büchern, Mobiliar und insbesondere den Teppichböden durch verschüttete Kaffee-, Tee- und andere Getränke“, sagt Schmidt. Um Schäden an den Beständen und der Ausstattung der Bibliothek möglichst zu vermeiden und vor dem Hintergrund der begrenzten Mittel für den Bauunterhalt, sei die Mitnahme von Getränken auf Wasser in verschließbaren Flaschen beschränkt worden. „Das Personal ist angewiesen, Studierende entsprechend anzusprechen“, erklärt er weiter. Kontrollgänge wie diese gehören seiner Auskunft nach zum Tätigkeitsprofil. Sie verursachen laut Schmidt keinen zusätzlichen Aufwand und seien nicht störender als der normale Nutzungsbetrieb.

Der Autor des Instagram-Posts wünscht sich mehr Auswahl, was die erlaubten Getränke angeht. Die Idee, die neue Regel wieder zu lockern, gibt es laut Schmidt aber nicht. Aus Sicht von Maximilian Bock vom Studientischen Sprecherinnenrat (Asta) hört sich das anders an. „Der Vorschlag, Getränke jeder Art zu erlauben, solange sie sich in verschließbaren Gefäßen befinden, wird noch diskutiert werden, eine beidseitig tragbare Lösung konnte bisher jedoch nicht erarbeitet werden“, sagt er. Das liege nicht an mangelnder Kommunikation, sondern an der schweren Vereinbarkeit der Sachverhalte.

Ansonsten nimmt Bock die neuen Regelungen gelassen hin und verteidigt sie auch: „Die Auswirkungen sind ein geringerer Komfort beim Arbeiten in den Lesesälen, wahrscheinlich häufigere Kaffeepausen und etwas schlechter gelaunte Studierende“, sagt er. Es werde weniger Leergut in den Lesesälen liegengelassen und auch die Rückstände von zuckerhaltigen Getränken oder Kaffeeflecken nähmen ab, schildert er seine Beobachtungen. Diese hätten Arbeitsplätze verunreinigt und seien auch für Bücher schädlich.

Asta-Sprecher äußert Verständnis für neue Regeln

„Es ist immer noch eine Bibliothek“, verdeutlicht Bock. Deswegen halte er die die Debatte in den Sozialen Medien für sehr einseitig und vereinfacht. Denn der gesamte Hochschulsektor befinde sich bundesweit in einer schwierigen finanziellen Lage. In der müsse ressourcensparend gehandelt werden. „Bei einer Zunahme an Verunreinigungen und Leergut verstehe ich die Rücknahme der Privilegien im Lesesaal als eine nachvollziehbare aber bedauerliche Maßnahme, welche aufgrund von Fehlhandlungen vereinzelter Studierender notwendig wurde“, macht der Asta-Mann seinen Standpunkt deutlich.