Jetzt auch noch Bücher Pustet: Nächste Institution am Campus in Regensburg schließt

Von Heike Haala · 12. Juni 2026 um 15:00

Die Filiale der Buchhandlung Pustet gehört so fest zum Campusforum in Regensburg wie die Kugel, die Pizzeria oder der Weiher. Mit ihren 50 Jahren gilt sie unter Branchenkennern als eine der ältesten und letzten Universitätsbuchhandlungen Deutschlands. Aber nicht mehr lange. Ende des Jahres wird der Laden geschlossen.

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Das bestätigen Bastian Schmidt, Pressesprecher der Universität, und Anton Neugirg, Leiter der Buchhandlungen bei Pustet. Generationen von Studierenden haben sich hier ihre Seminarunterlagen, Vorlesungsverzeichnisse oder ihre Fachliteratur geholt. Ob jemand ein Wörterbuch für Kunst brauchte, ein Grammatikwerk für Mittelhochdeutsch oder Übungshefte für einen Fremdsprachenkurs – kein Orchideenfach war so exotisch, als dass sich die passende Lektüre hier nicht hätte bestellen lassen.

Entwicklung zum Digitalen führte zur Schließung

Warum also nun die Schließung? Die Zusammenarbeit mit der Universität sei immer gut gewesen, sagt Neugirg. Allerdings habe sich der Markt für Bücher und Fachliteratur zum Digitalen entwickelt. „Da braucht es keine Buchhandlung mehr“, sagt Neugirg. Seit einiger Zeit betreibe er auch einen Merch-Store, in dem es T-Shirts, Trinkflaschen oder Tassen mit dem Emblem der Uni gibt. „Aber das reicht alleine auch nicht“, erklärt er. Am Ende des Tages sei der Ertrag so weit nach unten gegangen, dass sich das Geschäft aus kaufmännischer Sicht nicht mehr gelohnt habe. Natürlich sei das traurig. Der Laden sei wie ein Kind, das er großgezogen habe. Es gebe viele Verbindungen zu den Menschen. „Drei Generationen an Buchhändlern haben hier gearbeitet“, verdeutlicht Neugirg. Und überhaupt, der Titel Universitätsbuchhandlung. Da komme schon Wehmut in ihm hoch. Die zwei Mitarbeiter, die derzeit noch in dem Laden beschäftigt seien, sollen an anderen Stellen des Pustet-Universums eine Anstellung finden, kündigt Neugirg an. Weiterhin sei er im Gespräch mit der Universität darüber, ob in Zukunft ein temporärer Buchverkauf zu Semesterbeginn auf einer mobilen Verkaufsfläche eingerichtet werden könnte.

Es ist nicht das erste Geschäft am Forum, das seine Türen zuletzt schloss. Anfang des Jahres verließ mit Edeka Hechtbauer eine weitere Institution den Campus. Gegenwärtig werden diese Räume laut Schmidt saniert. „Es werden im Moment sehr konkrete Gespräche mit einem potentiellen Nachnutzer geführt“, sagt er. Geplant sei eine neue Nutzung ab Anfang des Wintersemesters 2026/27.

Gespräche mit einem möglichen Nachnutzer laufen. - Foto: Heike Haala

Seit Ende 2024 steht zudem auch der Copyshop leer. Hier steht laut Schmidt noch nicht fest, wer diese Räume einmal nutzen wird und ab wann das der Fall sein könnte. Weitere Leerstände gebe es auf dem Campus gerade nicht. Welche Auswirkungen das auf die Studierenden hat, erklärt Maximilian Bock vom Studentischen Sprecherinnenrat der Universität. „Derzeit fehlen in gewisser Weise Einrichtungen für die alltägliche Versorgung am Campus“, sagt er. Weiterhin stehe ein Generalkonzept aus, wie sich das Forum in den kommenden Jahren entwickeln soll.

Sprecherinnenrat pocht auf einen neuen Supermarkt

Im Fall der Buchhandlung glaubt Bock, dass die Auswirkungen auf die Studierenden gering ausfallen werden. Dennoch sagt er auch: „Die Filiale des Bücher Pustet stellt für manche der Studierende einen erleichterten Zugang zu Lehrbüchern und Freizeitlektüre dar.“ Er bedauere den Rückgang des Angebotes – schon weil der Besuch einer Bücherhandlung in seinen Augen ein Teil des akademischen Alltags sein sollte.

Der Copyshop habe einfachen Druck und Bindung von Abschlussarbeiten ermöglicht, sowie den Zugang zu Schreibmaterialien gegeben. „Zwar kann am Campus über unsere Computerräume gedruckt werden, erweitertes Angebot fehlt jedoch“, erklärt er.

Auch der Copy-Shop ist seit längerem geschlossen. - Foto: Heike Haala

Der Wegfall des Supermarktes werde dagegen stärker bemerkt und durch einige Studierende negativ aufgefasst, berichtet Bock. „Eine einfache Möglichkeit, schnell Grundnahrungsmittel, Brotzeit und Hygieneartikel zu erwerben, ist eine sehr wichtige Ergänzung, welche wiedereingeführt werden muss“, fordert er.