„Wird auf jeden Fall vermisst“: Was wird aus dem Supermarkt an der Uni Regensburg?

Er war eine Insitution für viele Studenten: der schwarze würfelförmige Supermarkt im Herzen der Universität Regensburg. So manches Bierchen, so manche Mate und so manchen Snack haben sie hier gekauft. Nun hat Inhaberin Sigrid Hechtbauer nach 26 Jahren aufgehört. Studenten und Mitarbeiter blicken mit Wehmut auf den Leerstand. Doch es tut sich bereits wieder etwas, verrät die Uni.
Ben Stücher, Lehramtsstudent im vierten Semester, steht auf den verschneiten Stufen vor dem Lebensmittelladen Hechtbauer. Er war ein regelmäßiger Kunde. „Für unsere Freundesgruppe war es schon Tradition, sich nach der Vorlesung hier was zu holen“, erzählt er – sei es eine Mate, gesalzene Erdnüsse oder auch etwas zum Mittagessen. Oft habe er sich hier etwas gekauft und in Ruhe irgendwo am Campus gegessen, wenn ihm das übliche Angebot der Cafeten aus der Nase hing oder wenn wieder einmal unendliche Schlangen vor der benachbarten Mensa warteten. „Es wird auf jeden Fall vermisst“, sagt er. Er hoffe, dass hier wieder ein Supermarkt einzieht.
Sigrid Hechtbauer war 26 Jahre lang an der Uni Regensburg
An Sigrid Hechtbauer hat er noch lebhafte Erinnerungen. Auch andere Studenten erzählen von dem Uni-Ikone – von Tagen, als sie hinter der Kasse eher grummelig war und von Tagen, als nette Gespräche entstanden. Am 1. Januar 2000 hat die heute 68-Jährige den Markt übernommen. Nun hat sie einen Schlussstrich gezogen, sagte sie in einem Kurzinterview, das vor einigen Tagen auf der Uni-Website veröffentlicht wurde. „Mir wird alles fehlen, das weiß ich jetzt schon. Der Kontakt zu meinen Kunden, zu meinen Studierenden und das ganze Leben hier auf dem Campus allgemein. Alles.“
Wie und wann es nun weitergeht, ist offen. „Die Immobilien Bayern (ImBy) ist mit der Vermietung der Fläche beauftragt. Für den Supermarkt soll ein Nachfolger gefunden werden“, teilt die Uni auf Nachfrage mit. Vielleicht, so äußert Hechtbauer ihre Hoffnung in dem Kurzinterview, könne sie ja einem solchen Nachfolger helfend zur Seite stehen.
Auch Copy-Shop an der Universität sucht Nachfolge
Denn einen Markt gab es auch schon vor Hechtbauer hier, erinnert sich Klaus Barbey, der bis 2012 Dozent an der Universität war. Ihm blieb vor allem die Leberkässemmel in Erinnerung, eine schnelle Alternative zur vollen Mensa. Für ihn gehöre ein Markt hierher, sagt er. Etwas zum Einkaufen gebe es an der Uni, „so lange ich denken kann“.
Und nicht nur für den Supermarkt sucht die Universität Nachfolger, teilt sie mit: „Auch die Flächen des Copy-Shops sollen wieder vermietet werden. In diesem Zusammenhang sind Renovierungs- und Umbaumaßnahmen vorgesehen." Der Copy-Shop mit Druckmöglichkeit und Büromaterial direkt neben dem Markt hat schon etwas länger geschlossen. „Ich fände es total geil, wenn wieder so ein Laden da wäre“, sagt Emilia Zander, die seit drei Semestern an der Uni studiert. Denn andere Drucker an der Uni seien oft nicht so zuverlässig, sagt sie.
Und auch über eine Zukunft des Supermarktes würde sie sich freuen, sagt sie. „Ich habe mir hier nach Klausuren immer Bierchen geholt mit Freunden“. Auch Mate zum Lernen habe sie bei Hechtbauer viel gekauft. „Und Drehzeug – die normalen Sachen, die Studenten halt so kaufen“, sagt sie und lacht.