Kontrollen in Neumarkt: Polizei verwarnt Radler und E-Scooter-Fahrer

Von Mittelbayerische Zeitung · 21. Juli 2026 um 19:00

Vor der Erweiterung des Stadtparks hatte es intensive Diskussionen im Stadtrat gegeben: Sollen die Wege so breit ausgebaut werden, damit Radler und Fußgänger Platz haben? Nein, Radfahrer sollen absteigen, lautete die Entscheidung. Das hat die Polizei jetzt kontrolliert – und teilweise gleich zur Kasse gebeten.

„Rentner, Mütter mit Fahrradanhänger, ein Großvater mit zwei Enkelkindern und auch ich, die einen sicheren Weg gesucht haben, nachdem die Fahrradkreuzung an der Mühlstraße lebensgefährlich und unübersichtlich ist“, schreibt eine Tagblatt-Leserin an unsere Redaktion. „Einer nach dem anderen wurde sofort abkassiert, ohne Vorwarnung.“

Kritik an konsequentem Durchgreifen der Neumarkter Polizei

Sie schätze die Arbeit der Polizei. Ihrer Ansicht nach jedoch sollte gegenseitig Rücksicht genommen werden. Der Stadtpark sei „breit genug für ein Miteinander und sollte von Radfahrern, Fußgängern und Hundebesitzern gleichermaßen genutzt werden dürfen“.

Die Wege müssten allerdings 4,50 Meter breit sein, damit Radfahrer in beiden Richtungen unterwegs sein können, erklärt die Stadt auf Nachfrage. Darauf habe man jedoch verzichtet, „weil Wege in dieser Dimension nicht passend für die Größe des Stadtparks gewesen wären“. Viele Radfahrer nutzten den Stadtpark als Abkürzung – die eigentlichen Radwege verlaufen jedoch um den Park herum und „stellen auch für Radfahrer keinen Umweg dar“.

Die Stadt verweist auf die Beschilderungen, die in Absprache mit und auf Empfehlung der Polizei angebracht wurden. Leider werde auf die Hauptnutzer, die Fußgänger, nicht immer so Rücksicht genommen, wie dies wünschenswert sei.

Die Neumarkter Polizei hatte bereits im Frühjahr Kontrollen im Stadtgebiet angekündigt – und zwischen 13. und 19. Juli durchgeführt. Im Fokus standen Radfahrer und E-Scooter-Fahrer. Denn die zahl von Unfällen, an denen Radfahrer und E-Scooter-Fahrer beteiligt sind, nehmen zu.

Neumarkter Polizei ahndet 120 Verstöße

Bei den Kontrollen haben die Beamten 120 Verstöße festgestellt: 38 Prozent rührten daher, dass Radler und E-Scooter-Fahrer auf Fußgängerwegen unterwegs waren. Knapp 23 Prozent betrafen das Befahren von Radwegen in falscher Richtung. Sogenannte Geisterradler können laut Polizei sogar mit einer Anzeige geahndet werden.

Außerdem waren teilweise zwei Personen auf einem E-Scooter unterwegs, auf dem Fahrrad wurde telefoniert, Radler nutzten eine Straße trotz Durchfahrtsverbots oder trugen Kopfhörer, sodass die Verkehrssicherheit beeinträchtigt gewesen sei, teilt die Polizei weiter mit. Ihre Erfahrung außerdem: Einige der kontrollierten Personen hätten wenig Einsichtsbewusstsein für ihr Fehlverhalten und die kostenpflichtige Verwarnung gezeigt.

Und die Polizei kündigt an, auch künftig solche Kontrollen durchzuführen, um die Verkehrssicherheit in Neumarkt zu erhöhen.