Jobcenter im Kreis Schwandorf: Rund 740 Menschen wurden 2025 in Arbeitsmarkt integriert

Von Vanessa Ebert · 21. Juli 2026 um 05:00

Positive Nachrichten hatte Thomas Rinner, Geschäftsführer des Jobcenters Schwandorf, bei der Kreistagssitzung am Montag. Rund 740 Personen sind laut seinem Bericht im Jahr 2025 in den regulären Arbeitsmarkt vermittelt worden. Rund 60 Prozent der Menschen sind dabei nachhaltig integriert worden, was einen besonders guten Wert im bayernweiten Durchschnitt darstelle.

Die Zahl der sogenannten „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“, die Bürgergeld bzw. Grundsicherung bezogen, ist im vergangenen Jahr gering auf 3.121 angestiegen. Im Jahr 2021 waren es laut Unterlagen des Jobcenters noch 2.299 Personen. Im Mai 2026 lag die Zahl mit 2.980 wieder etwas niedriger, wobei der Monatswert laut Rinner nur bedingt mit dem Jahresdurchschnittswert 2025 verglichen werden kann. 2.349 Bedarfsgemeinschaften waren dabei im Jahr 2025 beim Jobcenter Schwandorf verzeichnet.

738 Personen konnte das Jobcenter im Jahr 2025 in den Arbeitsmarkt vermitteln. Als besonders erfreulich wertete Rinner, dass davon rund 60 Prozent nachhaltig integriert wurden. Das sei bayernweit ein guter Wert. „Das heißt, dass es in diesen Fällen keinen sogenannten Drehtüreffekt gibt“, erklärte Rinner den Kreisräten. Von diesem Effekt wird oft gesprochen, wenn Menschen kurzzeitig und oft schlecht bezahlte Jobs ausführen, dann aber wieder in die Arbeitslosigkeit oder in das Bürgergeld zurückfallen.

Digitale Angebote ausgebaut

Aus dem Arbeitsalltag berichtete Rinner, dass der Beratungsbedarf zunehmend komplexer werde. Themen wie Krankheit, Sucht und weitere Probleme würden eine immer größere Rolle spielen. Einen Einblick gab er auch in die Prozesse des Jobcenters und wies dabei vor allem auf neue Entwicklungen hin. Eine gesunde Mischung aus digitalen und ausgebauten Präsenzterminangeboten sei es, die man zur Verfügung stellen könne. Dabei könne man auf eine gute und vernünftige Betreuungsrelation zurückgreifen.

Landrat Thomas Ebeling (CSU) beschrieb eine „enge und sehr gute Zusammenarbeit auf Fachebene.“ Martin Scharf, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag, berichtete von einem kürzlich zurückliegenden Besuch im Jobcenter Schwandorf und wertete die Zahlen für das aktuelle Jahr als sehr gut. Von Rinner wollte er wissen, wie es um die Gruppe der Langzeitarbeitslosen stehe. Laut Rinner gebe es zwar Menschen, „die sich dem System entziehen“ und beispielsweise nicht erreichbar seien, diese Gruppe würde aber nicht übermäßig stark vertreten sein.

Kreisräte werten die Entwicklung als positiv

„Die Zahlen stimmen positiv und helfen uns, populistischen Diskussionen zu begegnen“, meinte Marianne Schieder, Vorsitzende der SPD-Fraktion. Tobias Ehrenfried, Fraktionsvorsitzender der CSU, wertete die Zahlen ebenfalls als positiv und sprach die 2026 in Kraft getretenen Gesetzesänderungen an, die auch die Pflichten der Arbeitssuchenden stärken. Hintergrund: Am 1. Juli 2026 wurde das Bürgergeld durch das neue „Grundsicherungsgeld“ abgelöst. Mit der neuen Grundsicherung will die Bundesregierung Sozialleistungen gerechter gestalten. Laut Rinner seien gute Ansätze zu verzeichnen.

Auf Nachfrage von AfD-Kreisrätin Carmen Müller ging Rinner auch auf Sanktionsmöglichkeiten ein. Dabei seien Meldeversäumnisse sowie Verletzungen der Mitwirkungspflicht zu unterscheiden. Seit der Einführung der Grundsicherung drohen strengere Strafen. Bei einem ersten Meldeversäumnis erfolgt laut Rinner zunächst keine Sanktion. Bei einem zweiten Verstoß werde der Regelbedarf für einen Monat um bis zu 30 Prozent gekürzt. Wer dann dreimal nacheinander Termine versäumt, müsse mit weiteren Konsequenzen rechnen, so Rinner.