Bewegender Abschied von Pfarrer Schießl: 60 Geistliche kamen nach Bernhardswald

Von Markus Johannes Bauer · 20. Juli 2026 um 19:00

„Hinter dem Priester stand ein Mensch mit großem Herz. Nicht nur der Pfarrer begegnete einem – immer begegnete ein Mensch.“ Diese Sätze aus der Ansprache von Pfarrer Thomas Winderl, Seelsorger der Pfarreiengemeinschaft Bad Kötzting-Wettzell, charakterisieren den im Alter von 46 Jahren verstorbenen Pfarrer Josef Schießl. Winderl leitete das Requiem in der Pfarrkirche Bernhardswald, seit September stand der Verstorbene der Pfarreiengemeinschaft Wenzenbach-Bernhardswald (Kreis Regensburg) vor.

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Im Gotteshaus fanden die Trauergäste gar nicht alle Platz, weshalb auch im Freien Plätze zur Verfügung standen. Nicht nur aus der nun neuen Pfarreiengemeinschaft waren die Trauernden gekommen, sondern auch aus Schießls bisherigen Wirkungsstätten. Dazu über 60 Geistliche aus dem Domkapitel, dem Dekanat, seinen früheren Einsatzorten sowie Amtsvorgänger aus Bernhardswald und Wenzenbach. Weiter kamen pastorale Mitarbeiter, Mitglieder der kirchlichen Gremien sowie Freunde, Weggefährten wie auch Vertreter der Kommunen, Politik und kirchlicher sowie weltlicher Vereine. Und natürlich die Familie.

Diese alle hieß Pfarrvikar Michael Amuthavalan zum Beginn des Requiems willkommen. „Was er an guten Taten gesät hat, möge durch uns weitergehen“, fasste der Pfarrvikar zusammen. An Schießls 20-jähriges Priesterjubiläum und dessen Primiz 20 Jahre vor seinem Tod erinnerte Pfarrer Winderl in seiner Predigt. „Er hatte viele Pläne und Ideen für seine neue Pfarreiengemeinschaft. Seit dem 9. Juli ist nichts mehr wie es war“, stellte Winderl fest.

Glaubenszeugnis als Mensch und Priester

Als talentierten Priester und sympathischen Menschen würdigte für das Bistum Dompropst Franz Frühmorgen den Verstorbenen. „Er hat den Menschen und der Kirche gutgetan“, konkretisierte er und nannte unter anderem Schießls hohes Verantwortungsgefühl, die Bodenständigkeit, die Betonung des Miteinanders und das häufige Wirken im Hintergrund. „Wir danken für sein Glaubenszeugnis als Mensch und Priester“, schloss der Dompropst.

Auf das wachsende Gemeinschaftsgefühl, das sich durch Schießls Wirken gut entwickelt habe, verwies auch Ortrun Herzog. Sie sprach für die Pfarreiengemeinschaft und betonte, dass der Seelsorger die Gremien in Entscheidungen einbezogen und die Bedeutung eines jeden Einzelnen immer hervorgehoben habe. „Wir sind unendlich dankbar für die Zeit mit ihm“, fasste sie zusammen.

Zuhörer, Begleiter und Freund

„Er war ein Zuhörer, Begleiter und Freund – weit mehr als ein Seelsorger. Er hat Spuren hinterlassen. Es herrscht Fassungslosigkeit, tiefe Betroffenheit“, führte Evi Brandl, Zeitlarns Pfarrgemeinderatssprecherin aus. Hier wirkte Schießl von 2011 bis 2025 als Seelsorger.

Auch für die Bürgermeisterkollegen Andrea Dobsch (Zeitlarn) und Sebastian Koch (Wenzenbach) sprach Bernhardswalds Rathauschef Florian Obermeier seinen Nachruf. Er bezeichnete den Verstorbenen als einen „besonderen Menschen“ und hob dessen „freundschaftliches, nettes und hilfsbereites Wesen“ hervor. Seit seinem Amtsantritt in der Pfarreiengemeinschaft habe Pfarrer Schießl „viel bewirkt, die Menschen zusammengeführt und die Gemeinschaft geprägt“. Nun gehe es darum, so Obermeier, Schießls Werk weiterzuführen. Er sei ein Priester gewesen, „wie ihn die Kirche heute braucht.“

Das Requiem gestalteten der Kirchenchor Bernhardswald, Instrumentalisten und Solisten sowie die örtliche Blaskapelle. Nach dem Trauergottesdienst verabschiedeten sich die Priester mit dem gemeinsam gesungenen „Salve Regina“ von ihrem Mitbruder. Die Beisetzung erfolgte am Nachmittag auf dem Friedhof in Paitzkofen bei Straßkirchen.