Tiefe Betroffenheit: Der beliebte Pfarrer Josef Schießl ist mit nur 46 Jahren gestorben

Von Benedikt Baumgartner · 11. Juli 2026 um 15:02

Die Gemeinden Bernhardswald, Wenzenbach und Zeitlarn sind erschütttert: Pfarrer Josef Schießl ist im Alter von nur 46 Jahren am Freitag in den Morgenstunden gestorben. Im September war er nach fast 15 Jahren in Zeitlarn in die neu geschaffene Pfarreiengemeinschaft Wenzenbach-Bernhardswald berufen worden und hat dort mit seinem Elan sofort für neuen Schwung gesorgt.

„Was dieser Mensch in zehn Monaten bewegt hat, ist unbeschreiblich – in der Bevölkerung, mit den Vereinen und der Gemeinde“, sagt Bernhardswalds Bürgermeister Florian Obermeier. In kurzer Zeit sei ein intensives freundschaftliches Verhältnis zu dem liebenswerten, bescheidenen Menschen und Seelsorger entstanden. „Es ist unverständlich, warum ein solcher Mensch so früh gehen muss“, ringt Obermeier um Worte.

Ein Mann Gottes – und ein Mann der Tat

Auch in Wenzenbach habe Schießl bereits Spuren hinterlassen, die bleiben werden, sagt Bürgermeister Sebastian Koch. Er hat Schießl als einen sehr offenen, zugewandten Pfarrer und Menschen kennengelernt. Es spreche für sich, dass er schon kurz nach seiner Ankunft in der Gemeinde beim Weihnachtssong „O Wenzenbach“ mitgemacht habe. „99 von 100 Pfarrer hätten wahrscheinlich pikiert abgewunken“, sagt Koch, Schießl sei mit Freude dabei gewesen. „Er war sicherlich ein leidenschaftlicher Theologe, aber einer der Brücken gebaut hat, einer, mit dem man sprechen konnte, der anpackte“, sagt Koch. Den vertrauensvollen Austausch mit Schießl habe er sehr geschätzt.

Kontakt in Ex-Pfarrei Zeitlarn ist nicht abgerissen

Tiefe Betroffenheit herrscht auch in Zeitlarn nach der Nachricht zu Schießls Tod. „Die Menschen hängen an ihm“, sagt Bürgermeisterin Andrea Dobsch. Am Freitagvormittag sei in Zeitlarn kurzfristig ein Sterbegebet für den überaus beliebten ehemaligen Pfarrer angesetzt worden. Schon im September war der Abschied Schießls in Richtung Wenzenbach und Bernhardswald zelebriert worden, schon damals floss so manche Träne. „Wir haben ihn groß verabschiedet“, sagt Dobsch, „aber nie ganz losgelassen“. Sie selbst hatte vor rund zehn Tagen zuletzt mit ihm telefoniert. In seiner Zeitlarner Zeit wohnte Schießl gegenüber der Gemeindeverwaltung. Sie hätten sich daher fast täglich gesehen. „Eine große Leidenschaft von ihm waren seine Hühner. Er war immer zu einem Plausch aufgelegt, wie es denen gerade geht“, erzählt Dobsch.

Wir verlieren einen ganz wertvollen Menschen und viele verlieren einen guten Freund. Es hat uns tief getroffen.“Andrea Dobsch, Bürgermeisterin von Zeitlarn

Schießl sei immer um Ausgleich bemüht und besonders für die mit der Religion Hadernden stets ansprechbar gewesen. Für die Gemeinde und die Bürgermeisterin sei er ein verlässlicher Partner gewesen, mit dem sie oft an einem Strang gezogen habe. „Wir verlieren einen ganz wertvollen Menschen und viele verlieren einen guten Freund“, sagt Dobsch. „Es hat uns tief getroffen.“ Nun bleibe im Grunde nur, der Familie viel Kraft zu wünschen.