Debatte um Wasserverbrauch in Cham: Wann hat die Gießkanne im Garten ausgedient?

Von Christoph Klöckner · 21. Juli 2026 um 13:00

Die Hitze hat das Land verbrannt. Schon an den Gärten und dem Restrasen lässt sich vielerorts erkennen, wo ökologisch und ökonomisch mit der Ressource Wasser gehandelt wird. Wo die Wiese noch grünt, dürfte das nur selten der Fall sein. Sollte der Landkreis Cham hier eingreifen? Diese Frage stellte sich jetzt im Werkausschuss.

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Hintergrund der Debatte im Gremium waren die Zahlen rund um die Wasserlieferungen der Kreiswerke Cham an den heißen Tagen. Laut dem Bericht von Kreiswerke-Chef Thomas Klement hat vor allem der außergewöhnlich trockene Monat Mai einen neuen Rekord bei der Gesamtfördermenge bewirkt: 239 000 Kubikmeter Wasser haben die Kreiswerke in dem Monat durch die Leitungen gepumpt.

Die Hitzeperiode führe zu einer deutlich erhöhten Trinkwasserentnahme, „die aber auch durch private Poolbefüllungen sowie Bewässerungsmaßnahmen von Sportanlagen bedingt war“, erläuterte Klement. Der absolute Spitzentag 2026 bei den Fördermengen war bisher der 27. Mai: 10 015 Kubikmeter Wasser verbrauchten hier die Kunden der Kreiswerke. „Das liegt rund 48 Prozent über dem durchschnittlichen Tageshöchstwert im ersten Halbjahr 2026“, so der Geschäftsführer.

Hitze: Zeitweise kaum noch nennenswerte Förderreserven in Cham

Was der Wert bedeutet, führte Klement aus: „Die vorhandenen Förderkapazitäten der Kreiswerke waren an diesem Tag weitgehend ausgelastet. Nennenswerte Reserven standen nur noch in begrenztem Umfang zur Verfügung.“ Heißt übersetzt: Die Bürger drehten den Wasserhahn bis zum letzten Tropfen auf. Vergleichbare Monatswerte wie im diesjährigen Mai habe es zuletzt im Juni 2025 gegeben. Damals seien 236 000 Kubikmeter Wasser abgerufen worden.

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Dass es gleich bis an die Kapazitätsgrenzen reicht, was da an heißen Tagen aus dem Boden gepumpt wird, sorgt für Nachfragen im Gremium. Kreisrat Max Schmaderer will wissen, wie der Landkreis auf solche Spitzenverbrauchswerte reagieren werde. Es gebe doch auch hier Obergrenzen für die Förderung von Trinkwasser.

Bleibt der Pool in Cham künftig leer?

Und er erinnert an die Landeshauptstadt München und deren Verbote rund ums Wasser, nachdem dort der Verbrauch an Hitzetagen explodierte und Appelle nichts nützten. Ob auch hier bei uns darüber nachgedacht werde, etwa die Befüllung von Pools einzuschränken, fragte er nach. Der Gedanke sei berechtigt und auch schon da, so Klement.

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Die Kreiswerke seien leistungsfähig genug, um genug zu fördern, doch müsse das Verbraucherbewusstsein für das Thema Wassersparen aktiver sensibilisiert werden. Zwar sei die Entnahmemenge limitiert, doch gebe es keine Probleme bei der Versorgung. Letzteres hob Landrat Christian Schindler als gute Botschaft hervor: „Die Versorgungssicherheit ist da.“ Der technische Betriebsleiter der Wasserversorgung, Norbert Mezei, verwies auf Appelle an die Bevölkerung, nicht unnötig Wasser zu verbrauchen. Durch aktuelle Baumaßnahmen im Wasserbereich werde die Versorgung besser und effizienter.

Kampagne für mehr Wert-Bewusstsein fürs Wasser

Kreisrat Ludwig Reger meinte, man solle dennoch darüber nachdenken, die Befüllung von Pools zu stoppen, schließlich sinke auch der Grundwasserspiegel immer mehr. Da helfe auch kein Regen. Es gelte, das Bewusstsein der Menschen für die Ressource Wasser zu erhöhen. Seit Jahren sage er, man werde sich irgendwann ums Wasser streiten.

Kreisrat und Chams Bürgermeister Martin Stoiber sah hier ein wichtiges Thema für das Zukunftsbüro der Kreiswerke, um mit Aktionen auf den Wert des Wassers hinzuweisen.

Solche Kampagnen werde man weiterführen, sagte auch Landrat Schindler. Er betonte, dass der Landkreis Cham ein Klimaanpassungskonzept habe, das dieses Thema auch mitdenke. Schon heute sehe man am Garten, wer verantwortlich mit seinem Wasser umgehe. Sei der braun, sei das der Fall – bei grünen Gärten gelte es, deren Besitzer noch stärker zu sensibilisieren.