Bilanz der Kreiswerke Cham: Mehr Wasser verbraucht und mehr erneuerbare Energien erzeugt

Ob durch die Hitzewellen, den Klimawandel oder andere Faktoren – der Wasserverbrauch der Kreiswerk-Kunden ist wieder leicht gestiegen. Im ersten Halbjahr 2023 wurden gut 1,11 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an die Kunden geliefert. Das bilanzierten am Dienstag die Kreiswerke unter Leitung von Klaus Amberger im Werkausschuss des Landkreises.
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 wurden 3500 und zu 2021 18000 Kubikmeter mehr geliefert. Das sei im Vergleich zur Gesamtliefermenge des Jahres von etwa 2,25 Millionen Kubikmeter vernachlässigbar.
Daher sehe er den Bereich im Plan, so Amberger. Er sei selbst überrascht, wie gering der Anstieg in diesem Jahr bislang gewesen sei, sagte er auf eine Nachfrage der Grünen-Kreisrätin Andrea Leitermann, die wissen wollte, warum mehr Wasser verbraucht worden sei. Leitermann wollte auch wissen, wie bei uns der Grundwasserstand sei, wohl auch mit Blick in andere Gebiete, wo es Probleme mit der Wasserversorgung gibt. Hier wiegelte Klaus Amberger ab. Der Grundwasserstand sei für Wasserversorger dort interessant, wo Oberflächenwasser aus Flüssen oder Quellen als Trinkwasser genommen werde. Hier brauche es während des Jahres Niederschläge, um die Reservoire aufzufüllen. „Unser Grundwasser füllt sich im Winter“, betonte er.
Und da der Winter wie vor allem das Frühjahr nass gewesen seien, „hat uns das gut getan!“ Der Landkreis beziehe sein Trinkwasser aus tiefen Brunnen der Bodenwöhrer Senke, was die Versorgung sicher mache. Um in dem Bereich Wasserversorgung auf dem Laufenden zu bleiben, und etwa beim Stromverbrauch der Pumpwerke künftig mehr einzusparen, investieren die Kreiswerke viel Geld. Dazu kamen auch 13 Rohrbrüche, die zu flicken waren.
Unterm Strich rechnen sie aktuell mit einem Defizit von gut 660000 Euro zum Ende des Jahres, wobei hier noch ein großer sechsstelliger Batzen durch die Strompreisbremse weggehe. Wie hoch die Erstattung vom Staat ausfalle, sei aber derzeit im Detail noch nicht absehbar, sagte Amberger. Allein bei den zwei größten Stromverbrauchern im Wassersektor belaufe sich die Erstattung von Januar bis Mai auf 134000 Euro. Alles in allem werde somit der gestiegene Strompreis die Kreiswerke nicht so hart treffen, wie zunächst befürchtet.
Auch die Abfallwirtschaft der Kreiswerke, die etwa die gesammelten Wertstoffe des Landkreises weiterverkauft oder sich um den Hausmüll kümmert, wird nach der Kreiswerke-Prognose 2023 so abschließen, wie geplant. Beim Betreib gewerblicher Art werde ein kleines Minus belieben, die hoheitliche Abfallwirtschaft ist dagegen aktuell ein Sorgenkind der Kreiswerke. Für 2023 werde erwarte man ein Defizit von 930000 Euro. Doch sei man darauf durch Rücklagen von 1,5 Millionen Euro vorbereitet, erläuterte Amberger. Daher seien aktuell keine Gebührenerhöhung zum 1. Januar 2024 erforderlich.
Eine neue Zahl will Amberger künftig als Maßstab für das Wachstum erneuerbarer Energien einführen: den Zubau der Leistung durch PV-Anlagen und andere erneuerbare Energien. Im Jahr 2022 ist der „grüne“ Strom gemessen am Gesamtverbrauch nur marginal von 69,22 (2021) auf 70,5 Prozent gewachsen, obwohl 18,5 Megawatt peak zugebaut worden seien, so Amberger. „Es ist gleichzeitig einfach auch mehr Strom verbraucht worden“, so der Kreiswerkechef zur Erklärung für den nur geringen Anstieg und für die künftige neue Zahl in der Statistik, um den Zuwachs besser deutlich zu machen.
Ein Abschied nach 47 Jahren
Laufbahn: Heinrich Helmberger ist gebürtig aus Trasching, einem Ortsteil von Roding. Er startete seine Ausbildung beim Landratsamt am 1. September 1976, wechselte nach einigen Stationen in die Abfallwirtschaft.
Experte: Hier wurde er in den 47 Jahren seines Berufslebens Fachmann rund um Restmüll und Wertstoff. Wie Landrat Franz Löffler hervorhob, suchte Helmberger immer beste Lösungen für den Bürger und gleichzeitig, die Verwertungsquote des Weggeworfenen zu erhöhen – ein Maßstab, den sich Helmberger für seine Arbeit gesetzt habe. Ab 2016 war er dann stellvertretender Kreiswerke-Chef. Er lasse ihn nur ungern ziehen, betonte Löffler.
Abschied: Ende August geht Heinrich Helmberger nach 47 Jahren mit dann 63 in den Ruhestand. Neben seinem Engagement in Pfarrei und Vereinen werde er sich wohl seinem Lieblingshobby widmen, vermutete Löffler: der Musik, etwa bei den Happy Voices, die er selbst leitet.
