Parkprobleme beim Chamer Krankenhaus: Frischgebackener Vater kassiert drei Strafzettel

Von Christoph Klöckner · 21. Juli 2026 um 05:00

Peter Hodl ist gut zu sprechen auf den Chamer Storch – er hat ihm und seiner Frau vergangene Woche den kleinen Maik geschickt. Weniger gut lief es mit dem Parkplatz des Storchs vor der Krankenhaustür. Dort, wo angehende Väter mit ihren hochschwangeren Frauen in Eile parken dürfen, war bereits besetzt. Der Ausweichparkplatz war da keine gute Lösung – gleich drei Bons wegen Falschparkens hat er von der automatischen Parküberwachung bekommen.

Video ansehen

Das machte insgesamt eine Rechnung von 135 Euro, die Peter Hodl präsentiert wurde und seine Freude über den Nachwuchs etwas trübte. Dabei hatte er sich trotz aller Eile Mühe gegeben, einen geeigneten Parkplatz in der Nähe zu finden. Der war umso nötiger, da ihn zur Zeit auch noch ein Handicap plagt. Nachdem er vom Dach gefallen ist, hat er aktuell eine Gehbehinderung. So kam ihm der Storchenparkplatz eigentlich gerade recht.

Vom Parkhaus bis zum Storchenparkplatz alles voll

Für den hatte er nach der Entbindung seiner Frau auch eine Zulassung zum Parken über den Tag erhalten, wie er erzählt. Doch als er nach einem kurzen Stopp zuhause, um nach seinem zweiten Kind zu schauen, wieder am Krankenhaus vorfuhr, war der Parkplatz besetzt: „Von einem weißen Cabrio, doch im Kreißsaal war da keiner.“

Auch lesenswert dazu: Bußgeld für schwangere Frau: Weiter Kritik am Parkplatzmangel an Sana Klinik in Cham

Somit ging er auf Parkplatzsuche – wie viele dort. Das Parkhaus sei voll belegt gewesen, die Straße hoch ebenso. Wobei er dort auch gleich Kontakt mit Anwohnern hatte, denen das Parkspektakel vor der eigenen Haustür seit Jahren Unmut bereitet: „Die Anwohner sind stinksauer.“ Eine Frau habe ihm erzählt, dass sie gar nicht mehr rauskomme aus ihrer Einfahrt, weil alles zugeparkt werde. Die habe auch beobachtet, dass auf den kostenfreien Parkplätzen entlang der Straße auch Sana-Angestellte selbst parken würden.

Der Kleine war ruckzuck auf der Welt

Dass das mit dem Storchenparkplatz bei Eile durchaus Sinn macht, hat auch Peter Hodl mit seiner Frau erfahren. Um 4 Uhr in der Früh sei er losgefahren, habe seine Frau um 4.16 Uhr im Kreißsaal abgegeben. Die habe noch einmal kurz auf Toilette gemusst – „um 4.33 Uhr war er da, der Maik!“ So schnell kann‘s gehen. Und ganz schnell war bei ihm auch die automatische Parküberwachung beim Krankenhaus.

Nachdem der Storchenparkplatz belegt war, habe er an eine zweite Option gedacht – es gebe noch einen Parkplatz dort für Gehbehinderte. Dorthin steuerte er – und wurde enttäuscht: Der Parkplatz war belegt, und zwar von einem Sana-Mitarbeiter, wie ein Zettel hinter der Frontscheibe auswies. Davon hat er auch ein Foto gemacht, wie von anderen Wildparkern.

So blieb ihm nur, sein Auto dorthin zu stellen, wo es offenbar nicht stehen durfte. Es sei „Wahnsinn“, was dort ablaufe, meint er, und hat wenig Einsehen, die Strafe fürs Falschparken zu bezahlen. „Sollen die Leute am Floßhafen parken und dorthin laufen?“, fragt er sich. Das Vorgehen dort mit der Parküberwachung sei unverschämt.

Der Ordnung halber gibt es das Überwachungssystem

Die Sprecherin der Sana-Kliniken des Landkreises Cham kennt die Thematik, die seit der Einführung des Überwachungssystems im April da ist. Constanze Kumpf verteidigt jedoch die Einrichtung. „Die Einführung der Parkraumüberwachung verfolgt nicht das Ziel, höhere Einnahmen zu generieren, sondern soll eine Verbesserung der Parksituation erzielen.“

Blockierte Wege für Rettungs- und Lieferfahrzeuge könnten den Klinikbetrieb erheblich beeinträchtigen. Die bisherigen Maßnahmen hätten sich als unzureichend erwiesen: „Manuelle Kontrollen wurden zwar durchgeführt, blieben dennoch lückenhaft und zeitaufwendig.“

Ziel der Parkraumüberwachung sei eine effiziente, barrierefreie und nutzerfreundliche Bewirtschaftung des Parkraums. Ohne das wäre ein sicherer und ordnungsgemäßer Parkbetrieb nicht mehr möglich gewesen, so die Sana-Vertreterin. Vor der Einführung der Parkraumüberwachung sei es häufig zu einer Fremdnutzung der ohnehin begrenzten Parkflächen gekommen. Ein Beispiel sei hierfür die Kurzzeitparkzone am Haupteingang, die primär für das schnelle Bringen und Abholen von Patienten gedacht ist.

Sana und Landkreis Cham auf der Suche nach Lösungen

In der Vergangenheit sei diese Zone oft über die zulässige 60-Minuten-Frist hinaus genutzt worden. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Kurzzeitparkplätze vor dem Haupteingang nicht von unberechtigt parkenden Fahrzeugen belegt werden. Seit der Einführung des Parkraumüberwachungssystems sind genau diese Parkplätze wieder für Menschen nutzbar, die gebracht oder abgeholt werden.“

Darüber hinaus gebe es den Storchenparkplatz: „Hierfür bieten wir eine Ausnahmeregelung von der 60-Minutenfrist an.“ Mittels QR-Codes, den die werdenden Mütter/Väter im Kreißsaal bekommen, könne man das Kfz-Kennzeichen freischalten. „Allerdings waren für uns auch die letzten Wochen herausfordernd“, so Kumpf. Es habe sich gezeigt, dass es manchmal zu einer zeitlichen Verkettung von verschiedenen Umständen komme, die dazu führen, dass die 60-Minuten-Frist in der Kurzzeitparkzone überschritten werde. „Die zeitnahe Inbetriebnahme eines Parkautomaten in den kommenden Wochen soll hoffentlich zur Verbesserung der Parkplatzsituation beitragen“, kündigt Kumpf eine mögliche Lösung an.

Ein „teilweise hochemotionales Thema“

Es sei Sana bewusst, dass die fehlende Parkplatzkapazität rund um das Krankenhaus „ein immer wiederkehrendes, teilweise hochemotionales Thema darstellt, welches ebenso Unmut bei Anwohnern, Besuchern, Belegschaft und Patienten hervorruft.“ Auch hier suche man mit dem Landkreis Cham nach weiteren Lösungen.

„Dennoch möchten wir auch betonen, dass nicht jede Regelung in Stein gemeißelt ist.“ Oft würden die Sachverhalte durch das Team der Sana Klinik geprüft und im Bedarfsfall storniert. Die bisher von Sana gemeldeten Fälle an den Betreiber PRM haben gezeigt, dass dieser aus Kulanz auf die Forderung verzichtet.

Deshalb empfehle es sich immer, im Zweifelsfall das Parkraum-Management-Team der Sana Kliniken (parkraummanagement.cham@sana.de oder Telefon 09971/ 2005 2051) zu kontaktieren, so Constanze Kumpf.