Bußgeld für schwangere Frau: Weiter Kritik am Parkplatzmangel an Sana Klinik in Cham

Von Melissa Kutscher · 5. Juli 2026 um 05:01

Als die hochschwangere Patricia Eiber im April, fünf Tage vor der Entbindung, zu einem Termin in der Sana-Klinik in Cham wollte, stand sie vor einem Problem: Die Einfahrt des Parkhauses war durch ein Fahrzeug versperrt. Ihre Entscheidung brachte ihr ein Bußgeld ein.

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Denn aufgrund ihres Zustands und des Termindrucks war es ihr nicht möglich, einen weiter entfernten Parkplatz zu suchen, weshalb sie sich auf einen der Plätze direkt vor der Klinik stellte. Die Folge? 45 Euro Bußgeld. Für sie stellt sich die Frage: Was hätte sie sonst tun können, ohne jemanden, der sie zum Termin hätte fahren können? Mit diesem Thema hat sie sich an die MZ gewandt.

Erst im April hatte die Klinik ihr Parkplatz-System umgestellt, um gegen Falschparker vorzugehen. Kameras registrieren seitdem ein- und ausfahrende Fahrzeuge und überwachen das Parkplatzgelände vollautomatisch. Dies soll dazu beitragen, dass Flucht- und Rettungswege nicht mehr blockiert werden und dringend benötigte Parkplätze nicht unnötig lange blockiert werden, wie die Sana Klinik im Februar in einer Pressemeldung mitteilte.

Mehr Parkplätze oder weniger Zeitbegrenzung gewünscht

Alle Probleme ausgemerzt hat die Neuerung aber anscheinend nicht. Wie Constanze Kumpf, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Klinik, dem Bayerwald Echo schon im Februar sagte: „ „Aus unserer Sicht besteht ein erheblicher Bedarf an zusätzlichen Parkmöglichkeiten.“ Das findet auch Patricia Eiber, die sich vor allem in ihrer Situation als Schwangere vom Parkmanagement schlecht behandelt fühlte.

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„Ich finde, die Parkplätze vor dem Eingang sollten auch für Patienten selbst gedacht und nicht zeitlich begrenzt sein“, würde sich die 29-Jährige aus Wetterfeld wünschen. Damit bezieht sie sich auf diejenigen Plätze vor dem Haupteingang, die auf eine Stunde Parkzeit beschränkt sind. „In der Zeit ist man doch niemals mit einem Termin fertig“, sagt sie.

Hätte sie im Vorhinein gewusst, dass sie keinen Parkplatz in der Nähe des Krankenhauses bekommen würde, hätte sie versucht, sich von jemandem fahren zu lassen – an diesem Tag war es dafür aber zu spät. „Ich wurde von der Firma auf die angebrachten Schilder hingewiesen“, erzählt sie in Bezug auf die einzige Reaktion der Firma, die den Parkplatz betreibt. Mit Wehen allerdings sei das Lesen derer nicht das Erste gewesen, an das sie gedacht hatte.

Auf Nachfrage erläuterte Constanze Kumpf in Bezug auf das neue Überwachungssystem, das zum Bußgeld geführt hatte: „Ziel der Parkraumüberwachung ist eine effiziente, barrierefreie und nutzerfreundliche Parkraumbewirtschaftung. Ohne diese geregelte Bewirtschaftung und Gebührenerhebung wäre die Aufrechterhaltung eines sicheren Parkbetriebs nicht mehr möglich gewesen. Zudem war es der Klinik ein Anliegen, dass die Parkplätze vor dem Haupteingang nicht durch unberechtigte Parkende belegt werden.“

Elternparkplatz vorhanden, aber meistens belegt

Die Parkplätze direkt vor dem Haupteingang seien dadurch wieder für Menschen mit Gehbehinderung nutzbar, die von ihren Angehörigen gebracht und abgeholt werden. Für werdende Eltern, die zur Entbindung kommen, gebe es zudem den sogenannten „Storchenparkplatz“, der eine Ausnahme von der Zeitbegrenzung erhält.

Dieser Parkplatz werde laut Eiber aber leider oft missbraucht, schildert sie ihre eigene Erfahrung, die sie während ihres Aufenthalts im Klinikum gemacht hatte.

Kumpf möchte trotz der Notwendigkeit der strengeren Überwachung betonen, dass „nicht jede Regelung in ‘Stein gemeißelt ist‘. Oft werden die Sachverhalte durch das Team der Sana-Klinik geprüft und im Bedarfsfall auch storniert.“ Weiter sagte sie, das könne vielleicht auch in Eibers Fall möglich sein – diese möchte sich diesbezüglich nochmal an die Klinik wenden.

Dennoch würde sich Eiber für Situationen, wie ihre eine war, mehr Flexibilität und Entgegenkommen wünschen. „Ich weiß, dass das ganz, ganz schwierig ist, das da oben zu kontrollieren“, sagt sie. Sie findet aber auch: „Drei statt einer Stunde Begrenzung auf den ambulanten Parkplätzen würden schon viel helfen.“