In Schwandorfs Innenstadt ist bei der Gebäude-Sanierung noch viel Luft nach oben

Von Hubert Heinzl · 19. Juli 2026 um 17:00

In der Diskussion um die Schwandorfer Innenstadt rückt das Thema Wohnen zunehmend in den Fokus. Die Vorstellung der Kommunalpolitik: Leerstände sollten in Wohnraum umgewandelt werden, um so für zusätzliche Frequenz zwischen Bahnhof und Marktplatz zu sorgen. Doch das ist gar nicht so leicht, und bei der Gebäudesanierung ist noch viel Luft nach oben.

Befragt man Schwandorfer Stadträte, was für eine Aufwertung der Innenstadt zu tun sei, taucht immer auch der Gedanke auf, Leerstände in Handel und Gewerbe durch Wohnungen zu füllen. Und auch im Konzept für die Entwicklung des Schmidtbräu-Geländes ist ein Mix aus öffentlicher Nutzung und dem Bau von geförderten und frei zu vermarktenden Wohnungen vorgesehen. All dies soll nach den Vorstellungen der Stadt für mehr Frequenz und damit eine Belebung des Zentrums sorgen.

Doch zwischen Bahnhof und Marktplatz stehen aktuell nicht nur Handels- und Gewerbeimmobilien leer, sondern auch etliche Ober- und Dachgeschosse, in die eigentlich Mieter einziehen könnten. Franz Schindler, SPD-Stadtrat und Vorsitzender des Mietervereins Schwandorf und Umgebung, beklagt in diesem Zusammenhang eine Zurückhaltung der Hauseigentümer in der Innenstadt. Diese scheuten sich häufig, in zeitgemäße Wohnungen zu investieren.

Noch deutlicher wird Heiner Duscher vom Wackersdorfer Immobilienbüro Baumgärtner & Duscher. Nach seinen Worten ist die Schwandorfer Innenstadt „als Wohnstandort nicht mehr top“. Früher habe es eine größere Klientel gegeben, die das urbane Leben im Zentrum geschätzt habe, doch das habe sich geändert, sagt er. Einer der Gründe: „80 Prozent der Gebäude in der Innenstadt gehören sich saniert“, so Duscher. Remax-Geschäftsführer Michael Müllner sieht bei der Modernisierung ebenfalls noch Luft nach oben, verweist aber auch auf die Hemmnisse: „Nicht alle Gebäude eignen sich für einen Umbau zu Wohnzwecken. Und die Stellplatzsituation ist einfach schwierig. Tiefgaragen rechnen sich nicht.“ Potenzial sieht Müllner gleichwohl im Stadtzentrum, wo die Makler von Remax ja auch selber residieren.

Umfassende Sanierungen gibt es, aber sie waren in den vergangenen Jahren dünn gesät. Das Gebäude am Marktplatz 31 etwa wurde mustergültig instand gesetzt und beherbergt das gut frequentierte Bistro „KamIn“. Direkt im Anschluss, an der Breite Straße, war derselbe Bauherr ebenfalls tätig und hat eine neue Wohnung errichtet. Weitere Beispiele sind unter anderem das Wellnhofer-Anwesen am Marktplatz oder das Gebäude an der Breite Straße 6, das für eine Zahnarztpraxis barrierefrei ausgebaut wurde. Aber im Stadtzentrum gibt es nach den Worten von Heiner Duscher eben auch etliche Häuser, „die man eigentlich nur noch abreißen kann“. Und damit meint er nicht nur das Meierhofer-Anwesen an der Friedrich-Ebert-Straße.