Landkreis Schwandorf rüstet sich für den Krisenfall: 153 Notfall-Anlaufpunkte geplant

Von Vanessa Ebert · 14. Juli 2026 um 19:00

Es sind Szenarien, die sich niemand vorstellen will, die aber theoretisch eintreten können: Ein längerer Stromausfall nach extremen Unwettern oder womöglich auch nach einem Hackerangriff, Naturkatastrophen oder eine Großschadenslage mit Verletzten. Im Landkreis Schwandorf werden künftig sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme als Anlaufstelle für die Bevölkerung im Krisenfall dienen. Nun hat der Kreisausschuss dafür Mittel aus dem Kreishaushalt bewilligt.

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Bereits im Jahr 2022 hatte der Kreistag beschlossen, einen „Notfallrahmenplan Stromausfall“ umzusetzen. Anschließend wurden die Gemeinden im Landkreis und die Bürgermeister in die Planungen einbezogen.

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Die aktuellen Pläne sehen nun 153 Katastrophenschutz-Leuchttürme im Landkreisgebiet vor. Umgesetzt werden sollen diese, wie in der Sitzung des Kreisausschusses am Montag zu erfahren war, bis zum Jahr 2030. Die Einrichtungen kommen zum Einsatz, wenn reguläre Kommunikations- und Versorgungsstrukturen ausfallen – wie eben nach einem großflächigen Stromausfall.

Satellitentelefone gehören zur Standardausstattung

Jeder Standort sollte dabei umfassend ausgestattet sein, so steht es im Notfallrahmenplan des Landkreises. Demnach gehören zur Standardausstattung zum Beispiel auch Kommunikationsmöglichkeiten wie Satellitentelefone, eine gesicherte Trinkwasserversorgung, Erste-Hilfe-Ausstattung oder auch eine Notstromversorgung inklusive Einspeisemöglichkeit für externe Stromquellen.

Im Notfall laufen im Landratsamt Schwandorf die Fäden zusammen. Zentrale Anlaufstellen werden bis zum Jahr 2030 in den Gemeinden umgesetzt. - Foto: Vanessa Ebert

In vielen Fällen sind die Einrichtungen laut Sitzungsunterlagen dabei in den Feuerwehrgerätehäusern verortet. Das Landratsamt in Schwandorf fungiert als Sitz der Führungsgruppe Katastrophenschutz – hier laufen im Notfall die Fäden zusammen. Landrat Thomas Ebeling (CSU) sprach von realistischen Szenarien, auf die man sich mit der Umsetzung des Konzeptes vorbereite. Dabei gehe es nicht allein um Stromausfälle, sondern auch um Zivilschutz. Wie Gerhard Domaier, Sachgebietsleiter Sicherheitsangelegenheiten und Gewerbewesen, ausführte, werden nun die Strukturen in der Fläche geschaffen und in der Folge die Einrichtungen ausgestattet.

745.000 Euro im Haushalt bereitgestellt

In seiner Sitzung am Montag hat der Kreisausschuss nun einstimmig beschlossen, die Ausgaben der Gemeinden für die Umsetzung der Katastrophenschutz-Leuchttürme und die Beschaffung der notwendigen Aggregate zu bezuschussen. Für die Notstromeinspeisestellen übernimmt der Landkreis 100 Prozent, das Notstromaggregat wird mit zehn Prozent bezuschusst. Dafür wird laut Beschluss ein Investitionsvolumen von 745.000 Euro gleichmäßig über die Haushaltsjahre 2026 bis 2030 verteilt.

Die Kreisräte Tobias Ehrenfried und Martin Birner (beide CSU) begrüßten die Umsetzung der Pläne und stellten heraus, dass der Landkreis im Krisenfall handlungsfähig bleiben müsse. Beide hätten sich jedoch Unterstützung durch den Bund gewünscht. Eine Anfrage auf Zuteilung von Sonderfördermitteln war laut Sitzungsunterlagen vom Bayerischen Innenministerium jedoch negativ beantwortet worden.

Wir müssen gegen unterschiedlichste Risiken gewappnet sein.Martin Scharf, FW-Fraktionsvorsitzender im Kreistag

Es sei unbestritten, dass ein solches Konzept auf den Weg gebracht werden müsse, meinte auch Martin Scharf, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. „Wir müssen gegen unterschiedlichste Risiken gewappnet sein“, sagte er. Das sah Marianne Schieder ähnlich. Sie erinnerte an die Ahrtal-Katastrophe, die aktuell fünf Jahre zurückliegt. „Ob solche Naturkatastrophen oder auch Gefahren durch Kriege – die Menschen müssen wissen, wo sie im Ernstfall Hilfe bekommen“, meinte die Fraktionsvorsitzende der SPD.