Die Fachkräfte von morgen – 128 Absolventen feiern in Kelheim ihren Berufsabschluss

Von Lilly Mantel · 19. Juli 2026 um 05:00

Während bei den meisten Zeugnisverleihungen alle recht herausgeputzt sind, stechen Absolventen im Abendkleid am 16. Juli bei der Abschlussfeier der Berufsschüler in Kelheim heraus. Denn die 128 frisch gebackenen Bankkäufer, Kaufmänner, Friseure, Anlagen- und Industriemechaniker und Kfz-Mechatroniker nehmen ihr Zeugnis ganz unterschiedlich entgegen. Ein paar recht fesch, die nächsten in Tracht und andere in Arbeitskleidung oder Jeans und T-Shirt. Eben recht pragmatisch.

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Das spiegelt sich auch in den Worten des Schulleiters Hubert Ramesberger wider. Lange habe er überlegt, wie er seine Rede beginnen soll. Mit Statistiken oder „berühmten Zitaten“. Doch am Ende wählt der Schulleiter einen anderen Anfang: „Denn hier geht es selten um große Worte. Vor mir sitzen Menschen, die anpacken.“

An der Kelheimer Berufsschule: Noch einmal die Schulbank drücken

Noch einmal anpacken, das wollte auch Absolventin Marie Matt. Sie hatte ihren Lebensweg eigentlich schon gefunden. Ausgelernt arbeitete Matt ein paar Jahre als Tiermedizinische Fachangestellte. Von Baden-Württemberg über Hessen kam sie nach Bayern. Und dann kam doch alles anders. Sie wollte „etwas Neues wagen“. Und so entschied sich Matt, noch einmal die Schulbank zu drücken und Bankkauffrau zu werden. Respekt hatte Matt vor allem vorm bayerischen Schulsystem. Nun blickt sie in „unterschiedliche Gesichter“ und damit auf unterschiedliche Geschichten. Doch trotz dieser Unterschiede verbinde sie heute vor allem eines: „Wir haben unser Ziel erreicht“, sagt Matt. Für die Zukunft erinnert sie daran, dass ihre Reise zeigt, dass der Weg nicht immer geradeaus verlaufe. Niemand wisse, wohin dieser führen würde, aber Matt ist fest davon überzeugt, dass der erste Schritt manchmal am meisten Mut kostet, „aber oft genau dieser Schritt der Beginn von etwas richtig Gutem ist“.

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Den Mut zu haben, neue Chancen zu ergreifen und neugierig zu bleiben, dazu rät auch Annika Brunner vom Förderverein. Und auch Birgit Steinsdorfer, dritte stellvertretende Landrätin, wendet sich mit ein paar Worten an die Absolventinnen und Absolventen. Wie wichtig diese sind, macht Steinsdorfer deutlich: „Ihr seids die Fachkräfte von morgen, die wir so dringend brauchen.“

Ein Beruf ist mehr als nur Arbeit

Die Bedeutung des Abschlusses stellt auch stellvertretende Schulleiterin Yvonne Ruscheinsky in den Mittelpunkt ihrer Worte, während sie durch die Feier leitet. „Euer Beruf ist mehr als nur Arbeit. Er gibt Halt, Richtung und Standing“, so Ruscheinsky. Der Abschluss stehe ganz unter dem Motto „Ein Beruf ist das Rückgrat des Lebens“, zitiert Ruscheinsky Friedrich Nietzsche.

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Doch die gegenwärtige Zeit beweist, dass diese Stabilität, dieser Halt und die Berufsidentität häufig Anpassungsfähigkeit verlangen. „Berufe werden sich verändern.“ Damit spricht Ramesberger auch den Wandel durch Künstliche Intelligenz an. Aber die Zukunft warte auf Menschen, die anpacken. „Auf Menschen, wie Sie“, entlässt der Schulleiter seine Absolventen.

Simon Quoika, Teil der Lehrerband, tritt auf die Bühne und stimmt zum Abschied noch ein Lied an. Bruce Springsteen‘s „Dancing in the Dark“ hallt in der Aula nach, während sich Gäste und Absolventen zum Sektempfang nach draußen drängeln.

Sektempfang mit Blick auf die Befreiungshalle - Foto: Lilly Mantel

Bei Absolventenfeier in Kelheim: Preise für Bestnoten

Staatspreis: Anlagenmechaniker Beniamin Fruth

Förderpreis: Kfz-Mechatroniker Adrian Einsle, Industriemechaniker Luca Kirmaier, Verkäufer Boris Puaca, Kaufmann Jason-Marcel Zuschke-Geltl

Landkreispreis: Anlagenmechaniker Anton Depperschmidt, Anlagenmechaniker Manuel Schorsch und Kauffrau Julia Zwick erhielten den Preis von dritter stellvertretender Landrätin Birgit Steinsdorfer

Staatspreis für Beniamin Fruth - Foto: Lilly Mantel