Ein Jahrgang, der seinesgleichen sucht: Abiturienten des Donau-Gymnasiums feiern Abschluss

Von Lilly Mantel · 27. Juni 2026 um 11:00

In der voll besetzten Turnhalle des Donau-Gymnasiums ist es am Freitagvormittag drückend heiß. Wer keinen Fächer hat, zweckentfremdet kurzerhand das Programmheft der Abiturverleihung.

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„Ihr seid besonders“, damit meint stellvertretender Direktor Thomas Mehringer nicht nur die Schüler, sondern auch die Situation des Jahrgangs allgemein. Denn die 79 Abiturientinnen und Abiturienten sind der erste G9-Jahrgang, der seine Schulzeit beendet. Vor allem die 11. Stufe sei für alle Anwesenden eine Herausforderung gewesen.

Mit einem Fächer waren Abiturientinnen gegen die Hitze ausgestattet. - Foto: Lilly Mantel

Zwar mag das Abiturmotto „FerrAbi: 13 Jahre neben der Spur“ anderes vermuten lassen, doch alle, die zur Abiturprüfung angetreten sind, haben auch bestanden. Mit einem Gesamtschnitt von 2,03 „sucht das Ergebnis an dieser Schule seinesgleichen“, lobt Mehringer. Das ist besser als der bayerische Durchschnitt.

Bürgermeister Diermeier zu Gast: Schwitzen in der Turnhalle statt im Keldorado

Er wäre heute fast ins Keldorado gefahren, scherzt der Kelheimer Bürgermeister. Dennis Diermeier gratuliert stattdessen den Absolventen. Das Abitur sei weit mehr als ein Zeugnis. „Es steht für viele Jahre des Lernens“, sagt Diermeier. „Als junger Bürgermeister weiß ich, dass die spannendsten Wege im Leben oft nicht geradlinig verlaufen.“ Genau darin lägen aber auch die Chancen. „Unsere Gesellschaft braucht junge Menschen wie euch“, so Diermeier.

Die Zeugnisse und Auszeichnungen liegen während den Reden schon bereit. - Foto: Lilly Mantel

Neben dem Bürgermeister treten auch die dritte Landrätin Birgit Steinsdorfer und die Vorsitzende des Elternbeirats, Juliane Ulrich, ans Mikrofon. Steinsdorfer findet weisende Worte für die frisch gebackenen Abiturienten: „Hört auf euer Herz und immer wieder mal auf euren Bauch.“ Dass Abitur Abschied und Aufbruch zugleich ist, daran erinnert Ulrich. Im Namen der Eltern sagt sie: „Wir waren und sind eure größten Fans.“

Neben den Fragen, wie es in Zukunft weitergeht, spricht Oberstufenkoordinator Thomas Wernthaler auch ernste Aspekte an. „Diktatoren im Osten, Verrückte im Westen, Populisten überall“, zitiert der Oberstufenkoordinator den Bad Abbacher Pfarrer und findet, er habe nicht ganz unrecht damit. Auch Schulleiterin Sylvia Ettlinger spricht die vielen Krisen an, die diesen Jahrgang begleitet haben: Krieg in Europa, Corona- und Energiekrise. Während vorhergegangene Jahrgänge gedanklich längst Länder bereisten, steht bei diesem der Ernst des Lebens schon jetzt vor der Tür: der mögliche Wehrdienst. „Wahrscheinlich habt ihr die Schreiben der Bundeswehr schon erhalten.“

Während Absolventen und Lehrkräfte beim Podium singen und Instrumente bespielen, sorgen die Technikerinnen und Techniker im Hintergrund für guten Ton. - Foto: Lilly Mantel

Lehrkräfte wünschen musikalisch „das große Los“

Für Auflockerung zwischen den Reden sorgen die Abiturienten mit drei Musikeinlagen. In einem selbst geschriebenen Text besingen die Lehrkräfte den Weg der Absolventen und wünschen ihnen „das große Los“. Neben der Schülermitverantwortung (SMV), die Schüler aufgrund von besonderem Engagement ehren, wagt sich auch ein Absolvent aufs Podium. In seiner Rede findet Abiturient Philipp von Horst treffende Worte für die Bedeutung des bestandenen Abiturs. Er spricht über das Ende des geordneten Alltags und dass es beruhigend war, eine vorgegebene Richtung zu haben. Das sei jetzt vorbei, und genau in dieser Selbstbestimmung liegt für von Horst „die Freiheit dieses Moments“. Für ihn sollte das Abitur „nicht der größte Beweis dafür sein, dass wir etwas zu Ende bringen können. Es sollte der erste sein.“

Nach der Zeugnisverleihung, bei der auch besondere Auszeichnungen verliehen wurden, begleiten die Nachklänge des Liedes „Viva la Vida“ die Festgesellschaft zum Sektempfang, raus in den schattigen Innenhof.

Beim Sektempfang flüchten viele Besucherinnen und Besucher in den Schatten. - Foto: Lilly Mantel

Ausgezeichnete Leistungen

Buchpreis für hervorragende Abiturergebnisse: Helena Anders Hower (1,0), Lenny Heunisch (1,0) und Justus Niedermeier (1,0).

Weitere Preise: Integrationspreis: Sara Sakhizada; Altphilologenverband Latein: Fabian Schneider; Physikalische Gesellschaft: Julius Möhler, Simon Sahin; Mathematiker-Vereinigung: Amelie Kosik; Deutscher Chemiker: Lars Merschel, Alexander Schliebitz; Verband der Historiker: Hannah Mehringer, Paul Hutschenreuther; DOLINA-Gesellschaft für Landeskunde: Lena Höfler; weitere Absolventen erhielten einen Anerkennungspreis vom Elternbeirat für hervorragende Seminararbeiten.

Diese Absolventinnen und Absolventen wurden ausgezeichnet. - Foto: Lilly Mantel