Nach totem Hund in Kelheim: Auch Chamer Gesundheitsamt erwartet mehr Blaualgen

Von Christina Hainzinger-Feigl · 16. Juli 2026 um 17:34

Diese Meldung aus dem Landkreis Kelheim hat auch bei uns viele Leute aufgeschreckt: Mehrere Menschen wurden krank, nachdem sie in der Donau geschwommen waren. Zuvor hatte das Landratsamt Kelheim bestätigt, dass auch mehrere Hunde nach einem Bad in der Donau erkrankten, ein Hund starb. Das Gesundheitsamt in Kelheim geht anhand des Hergangs von einem Befall des Wassers mit Blaualgen aus. Und bei uns im Landkreis Cham? Gibt es auch in den Gewässern des Landkreises Cham ein Blaualgen-Problem?

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Bereits Mitte Juni hatte das Chamer Gesundheitsamt über das Auftreten von Cyanobakterien („Blaualgen“) im Drachensee bei Furth im Wald informiert und entsprechende Verhaltensempfehlungen veröffentlicht.

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Auf Nachfrage unseres Medienhauses teilt die Pressestelle des Landratsamtes Cham mit, dass „aufgrund der derzeitigen warmen Witterung und der dem Gesundheitsamt vorliegenden Informationen derzeit von einer Zunahme der Cyanobakterien im Drachensee auszugehen“ sei.

Blaualgen? Gesundheitsamt entnimmt Proben

„Zur fachlichen Beurteilung wird das Gesundheitsamt die Situation kommende Woche erneut vor Ort überprüfen und Proben entnehmen.“ Wer auf die Internetseite des Landkreises blickt, findet auch Messergebnisse zum Perlsee bei Waldmünchen. Die letzte Probe vom 22. Juni ist demnach bakteriologisch nicht zu beanstanden. Der nächste Termin zur Probenentnahme ist demnach am kommenden Montag, 20. Juli.

Und wie sieht es mit den anderen beliebten Badegewässern im Landkreis Cham aus? Auf der Internetseite des Landkreises finden sich keine Messergebnisse vom Satzdorfer See, Blaibacher See sowie vom Regen – und übrigens auch nicht vom Drachensee. Denn: Diese gehörten nicht zu den nach der Badegewässerverordnung ausgewiesenen EU-Badegewässern im Landkreis Cham, sagt Landratsamts-Pressesprecher Fabian Kopp. Deshalb würden sie auf der Internetseite des Landkreises mit den Badegewässerdaten nicht aufgeführt. „Der Regen ist zudem ein Fließgewässer (Vorfluter) und kein ausgewiesenes Badegewässer.

Cyanobakterien abhängig von mehreren Faktoren

Dem Gesundheitsamt liegen für die übrigen genannten Gewässer derzeit keine Erkenntnisse über ein aktuelles, relevantes Blaualgenvorkommen vor.“ Allerdings könne sich das Auftreten von Cyanobakterien insbesondere in Abhängigkeit von Witterung, Sonneneinstrahlung, Wassertemperatur und Nährstoffangebot innerhalb kurzer Zeit verändern. Die Auskunft gebe daher den derzeitigen Kenntnisstand wieder.

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Unabhängig davon sollten Badegäste die Situation vor Ort stets selbst beurteilen. Bei einer deutlich grünlichen Wasserfärbung oder Schlieren sollte vorsorglich auf das Baden verzichtet werden.