Blaualgen: Toter Hund und kranke Badende in Kelheim – Wie andere Landkreise reagieren

Von Nils Mayer, Fenja Bender, Beate Weigert · 16. Juli 2026 um 05:02

Was eigentlich eine gut gemeinte Abkühlung in der Donau sein sollte, führte für einen Hund im Landkreis Kelheim zum Tod. Wie das betreffende Landratsamt mitteilte, seien darüber hinaus mehrere Hunde und zwei Badende mit typischen Symptomen einer Blaualgen-Vergiftung gemeldet worden. Derzeit wird in Kelheim vom Baden abgeraten, Wasserproben werden genommen. Fraglich bleibt, ob man auch in anderen Landkreisen, durch die die Donau fließt, Vorsicht walten lassen sollte.

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Da Flüsse anders als Seen und Weiher meist keine ausgewiesenen Badestellen sind und die Gefahr für Blaualgen in Fließgewässern niedrig ist, wird dort nur selten die Wasserqualität geprüft. Wie die Pressestellen der Landratsämter Passau, Deggendorf und Straubing-Bogen auf Anfrage mitteilen, sind derzeit abgesehen von den routinemäßigen Kontrollen an Badestellen keine weiteren Maßnahmen geplant.

Zwei Teilnehmende einer Bootsfahrt melden Blaualgen-Vergiftung

Dabei spitzt sich die Lage in Kelheim zu: Neben den gemeldeten Hunden, von denen einer sogar verstarb, wurden dem Kelheimer Gesundheitsamt am Mittwoch noch zwei Teilnehmende einer Bootsfahrt gemeldet, die mit Blaualgen in Kontakt gekommen waren. Die Betroffenen sollen typische Symptome einer Blaualgen-Vergiftung wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall gehabt haben.

In den letzten Jahren hat sich die Blaualgen-Problematik an vielen Gewässern in der Region verschärft.Miriam Schedl, Biologin beim Wasserwirtschaftsamt Deggendorf

Sie waren laut Meldung des Landratsamts kürzlich bei einer Bootsfahrt zwischen Vohburg und Kelheim längere Zeit im Wasser gewesen. Dann hatten sich die Symptome eingestellt. Mittlerweile seien die Betroffenen aber wieder genesen.

Besonders Seen sind betroffen

„In den letzten Jahren hat sich die Blaualgen-Problematik an vielen Gewässern in der Region verschärft“, erklärt die Biologin Miriam Schedl vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) Deggendorf, das unter anderem auch für die Landkreise Passau und Straubing-Bogen zuständig ist. Meistens seien stehende Gewässer wie Seen betroffen. „Bei heißen Temperaturen und ausreichender Nährstoffverfügbarkeit fühlt sich die Blaualge wohl und es können Massenentwicklungen auftreten.“ So beispielsweise auch am Bodensee, bei dem gestern laut einer Pressemitteilung des örtlichen Gesundheitsamtes im Kleinen See, einem Seitenarm, Blaualgen nachgewiesen wurden.

Blaualge in Seen der Landkreise Passau und Straubing-Bogen nachgewiesen

Aber auch in der Region gibt es schon amtliche Warnungen der jeweiligen Landratsämter. Im Landkreis Straubing-Bogen beispielsweise wird aufgrund des Nachweises von Blaualgen vom Baden im Dorfweiher in Falkenfels und im Neuweiher in Wiesenfelden abgeraten. Im Landkreis Passau wird unter anderem in der Oberilzmühle und im Dreiburgensee vor Blaualgen gewarnt.

In der Donau seien Blaualgen im Gebiet des WWAs bisher kein Thema gewesen, allerdings können sich auch dort in strömungsberuhigten oder angestauten Bereichen Blaualgen ansammeln und ein höheres Risiko darstellen. Das derzeitige Niedrigwasser zeigt sich in dieser Folge auch nicht dienlich.

Auch Regensburger Gesundheitsamt plant keine weiteren Proben

Und wie schaut es mit der Blaualgen-Gefahr in Regensburg aus? Ein Sprecher des Landratsamts gibt Entwarnung: Für die Donau im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Regensburg gibt es keinerlei Hinweise auf Blaualgen. Außerdem wird das Auftreten von Blaualgen zumindest im Fließbereich der Donau als „sehr unwahrscheinlich“ bewertet. Laut dem Pressesprecher ist seitens des Gesundheitsamtes Regensburg keine Erprobung geplant.

Wo die Blaualge auftritt, ist aber Vorsicht geboten: „Je nach Toxingehalt kann es bei Hautkontakt oder Verschlucken zu Reizungen der Haut und der Schleimhäute, in schlimmeren Fällen auch zu Übelkeit oder Durchfall kommen“, wie die Biologin erklärt. Besonders anfällig seinen dafür kleine Kinder und Hunde. Es wird durch die Landratsämter dazu geraten, sich von betroffenen Gewässer fernzuhalten.