An heißen Tagen ist viel zu tun im Freibad Abensberg

Von Lucia Pirkl · 15. Juli 2026 um 05:00

Die warmen Temperaturen sorgten für einen Gästerekord im Freibad in Abensberg – und brachten so manche Herausforderung mit, die sich von den Badegästen unbemerkt hinter den Kulissen abspielt.

Ob 15 oder 40 Grad: Richard Gietl aus Neustadt/Donau ist die Außentemperatur relativ egal. Bademeister Josef Meier nicht. Perioden mit Temperaturen, die an der 40-Grad-Marke kratzen, sind herausfordernd. Als Fachangestellter für Bäderbetriebe ist er für die Qualität des Wassers zuständig, muss entscheiden, wie viel Chemie ins Wasser soll – ein schmaler Grad zwischen zu viel und zu wenig, schließlich müssen auch gewisse Grenzen eingehalten werden. „Aber wir haben eine sehr gute Wasseraufbereitungsauflage“, sagt Meier.

An heißen Tagen muss zudem öfter rückgespült werden. Und das verbraucht nicht nur Energie und viele tausend Liter Wasser, sondern auch mehr Chemie, die man dem frischen Wasser wieder zugibt, um Keimen den Garaus zu machen. Und all das kostet bares Geld. „Jeder möchte ein günstiges Bad, aber alle möchten mit Gummistiefeln ins Wasser“, sagt Meier überspitzt. Sonnencreme, aber auch Verunreinigungen, die durch zu lange Shorts ins Becken getragen werden, vielleicht noch mit Unterhosen darunter, können die Wasserqualität beeinträchtigen. Deshalb wäre Meier an besonders heißen Tagen ein „Schlabberhosenverbot“ eigentlich am liebsten.

Richard Gietl ist Stammgast in Abensberg - und zwar unabhängig vom Wetter. - Foto: Pirkl

Wasser so warm wie noch nie

Mal abgesehen vom Mehraufwand bei der Wasseraufbereitung kommt das Bad ansonsten ganz gut durch hitzige Zeiten: „Klar, es ist an Wochenenden schon eine Herausforderung fürs Personal und die Aufsicht vom DLRG, wenn viele Menschen da sind. Aber ich hätte es mir schlimmer vorgestellt“, so Meier. Von der Hitze aufgeputschte Badegäste oder Kreislaufprobleme am laufenden Band: Fehlanzeige! Das Bad habe genügend alten Baumbestand, „irgendwo findet man immer ein schattiges Fleckerl“.

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Weniger schattig ist es freilich direkt am Becken. Wen verwundert es da, dass das Schwimmerbecken heuer mit einer Temperatur von 29.2 Grad Werte erreichte, die selbst für Meier eine neue Erfahrung waren. „Das habe ich wirklich bisher noch nie erlebt.“

Dabei sah es zu Saisonbeginn, Mitte Mai, so gar nicht nach Sommer-Sonne-Freibad-Spaß aus. Nieselregen würgte den Sommerfrühstart erst einmal ab „Bis Mitte Juni war es gar nix, das war so wischi-waschi“, kommentiert Meier.

Neuer Besucherrekord schon jetzt

Und dann ging es plötzlich mit den Temperaturen steil nach oben. Deshalb kann das Bad jetzt, zur Halbzeit, schon mehr Gäste verzeichnen als über eine komplette normale Sommersaison hinweg.

Darunter sind auch viele Stammgäste, so wie Gietl, der seit 38 Jahren eine Saisonkarte hat, im Sommer zwei- bis dreimal die Woche kommt und ein paar Runden schwimmt, gerne auch in der Mittagspause, unabhängig von der Wassertemperatur. Am liebsten sind ihm Tage im Übergang, „wenn es nicht mehr ganz so heiß ist, aber das Wasser warm“, so wie an diesem Mittag: Das Thermometer zeigt „nur“ 27 Grad, es ist etwas bewölkt, im Becken und auf den Liegewiesen ist noch viel Platz. „Ich hoffe, dass es so weitergeht mit den Temperaturen“, sagt Meier.

Manche Bäder setzen auf knappe Badehosen

Badekleidung: Was darf und was nicht, legt die Haus- und Badeordnung fest, und die kann von Bad zu Bad unterschiedlich sein, wird vom jeweiligen Stadtrats- oder Gemeinderatsgremium beschlossen. In anderen Bädern und auch im Ausland, Beispiel Frankreich, sind Badeboxershorts, etwa mit Hosentaschen, aus Gründen der Hygiene schon längerverboten.

Öffnungszeiten: Das Bad ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet, und zwar bis Mitte September.

Preise: Tagesticket Erwachsene 5, Kinder 3,50 Euro