Badbetreiber im Landkreis: Gluthitze der letzten Wochen sorgte für Besucherrekorde in Freibädern

Von Louis Schroeder · 6. Juli 2026 um 19:00

Die erste große Hitzewelle des Sommers hat die Freibäder im Landkreis Kelheim an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht. Schon an den Vormittagen der letzten Wochen bildeten sich Schlangen an Kassen, Parkplätze waren überfüllt und die Liegewiesen füllten sich rasch. Für die Badbetreiber bedeuteten die heißen Tage Rekordbesucherzahlen, volle Kioske und jede Menge organisatorischer Aufwand. Trotz des enormen Andrangs ziehen sie eine durchweg positive Bilanz.

Video ansehen

Im Keldorado in Kelheim war die letzte Juniwoche die stärkste der vergangenen Jahre. „So viele Besucher hatten wir schon lange nicht mehr“, sagt Geschäftsführer Thomas Hopfinger im Gespräch mit der Zeitung. Allein am vergangenen Sonntag strömten rund 2700 Gäste ins Freibad. Innerhalb von nur vier Tagen wurden insgesamt etwa 8000 Besucher gezählt – ein neuer Rekord.

Parkplatzprobleme und lange Warteschlangen

Um auf den Ansturm vorbereitet zu sein, hatte sich das Team frühzeitig gerüstet. Die Parkplätze waren erst kurz zuvor neu markiert worden, dennoch reichten die Stellplätze zeitweise nicht aus. Besucher wichen auf das benachbarte Schulgelände aus, an den Kassen bildeten sich lange Warteschlangen.„Wir hatten an den heißen Tagen die dreifache Personalbesetzung“, sagt Hopfinger. „Mir ist aber besonders in Erinnerung geblieben, dass bei so vielen Gästen alles weitgehend reibungslos abgelaufen ist.“ Vor allem sei es zu keinem schweren Unfall gekommen – für Badbetreiber der schlimmste denkbare Fall. Auch der Kiosk profitierte von der Gluthitze. Die Betreiber verkauften nach eigenen Angaben so viel wie nie zuvor.

Auch im Freibad Abensberg herrschte Ausnahmezustand. Josef Meier, Leiter des Bades, spricht von Verhältnissen, die ihn an den Hitzesommer 2003 erinnern. „Wenn die Leute bei so einem Wetter nicht ins Freibad kommen – wann dann?“Rund 3000 Besucher pro Tag kamen zeitweise ins Bad. Bereits am Morgen warteten Dutzende Menschen vor dem Eingang. Das Schwimmerbecken erreichte mit 29,2 Grad die höchste Wassertemperatur, die Meier in seinen mittlerweile 27 Jahren im Badbetrieb gemessen hat. „Das Nichtschwimmerbecken war zeitweise so voll, da hätte man fast darüber laufen können“, erzählt er mit einem Schmunzeln.

Am Kiosk haben sie auch ein Bombengeschäft gemacht.Thomas Hopfinger, Geschäftsführer Keldorado Kelheim

Mit den steigenden Besucherzahlen wächst auch die Bedeutung der Wasserhygiene. Josef Meier beobachtet dabei einen Trend mit Sorge. Immer mehr Badegäste tragen weite Badeshorts – häufig sogar mit Unterwäsche darunter.

„Je mehr Stoff ins Wasser kommt, desto mehr Schmutz wird eingetragen“, erklärt Meier. Baumwollstoffe reagierten zudem ungünstig mit Chlor. Gleichzeitig werde vor dem Baden immer seltener geduscht. Das erschwere die Einhaltung der Wasserqualität erheblich. „Jeder möchte sauberes Wasser haben, aber viele leisten ihren Beitrag dazu nicht.“

Pommes rot-weiß gehört im Freibad dazu - Foto: Julian Weber/dpa

Auch im Freibad Mainburg verliefen die heißen Tage deutlich stärker als im vergangenen Jahr. Allerdings verteilt sich der Andrang inzwischen anders als früher. Während passionierte Schwimmer bereits ab 6 Uhr morgens ihre Bahnen ziehen, kommen Familien und Badegäste erst am Nachmittag. „Früher war nach Schulschluss um eins Hochbetrieb. Das gibt es heute kaum noch“, sagt Freibadleiter Sepp Brücklmeier am Telefon. Die Besucher kämen über den gesamten Tag verteilt, sodass zwar zeitweise bis zu 3000 Menschen im Bad seien, die Gesamtjahreszahlen aber dennoch hinter früheren Jahrzehnten zurückblieben. Viele Familien hätten inzwischen einen eigenen Pool.

Erfreulich sei vor allem eines: „Man könnte meinen, dass es bei so vielen Leuten mehr Probleme gibt. Tatsächlich haben wir sehr angenehme Gäste.“

Auch das Freibad in Rohr verzeichnete an den heißesten Tagen deutlich mehr Besucher als gewöhnlich. Vor allem Familien nutzten das Wetter für einen Freibadbesuch. Trotz voller Becken und gut gefüllter Liegewiesen verlief der Betrieb laut Thomas Kegel von der Liegenschaftsverwaltung des Marktes Rohr ruhig.

Rekordbesucherzahlen in den Freibädern

„Natürlich musste man an der Kasse manchmal kurz warten, wenn viele gleichzeitig gekommen sind. Insgesamt hat sich aber alles gut verteilt“, sagt Kegel. Probleme habe es keine gegeben. Die Gemeinde freue sich vor allem darüber, dass das Freibad so gut angenommen werde.

Auch das Freibad in Saal an der Donau erlebte in den vergangenen Tagen einen regelrechten Besucheransturm. „Es war mehr als voll“, sagt Betriebsleiter Andreas Braun. Rund 16 000 Gäste kamen in diesem Zeitraum. Damit wurde bereits jetzt rund die Hälfte der Besucherzahl erreicht, die das Freibad sonst mit rund 32 000 Besuchern in einer gesamten Saison verzeichnet.

Wenn schon in Saal an der Donau derartige Spitzenwerte erreicht werden, stellt sich umso mehr die Frage, ob die Freibäder im Landkreis in diesem Sommer nicht tatsächlich auf neue Rekordbesucherzahlen zusteuern. Nach dem eher durchwachsenen vergangenen Sommer kam die Hitze in diesem Jahr plötzlich und mit voller Wucht. Klar ist: Die Anlagen haben gezeigt, dass sie auch außergewöhnliche Besucherströme bewältigen können.