Kelheimer Krankenhaus braucht schnellstmöglich ein Ausweichquartier für die Operateure

Die Zeit drängt – das Kelheimer Krankenhaus benötigt dringend eine Übergangslösung, damit dann die Generalsanierung des OP-Bereichs starten kann. Wie die Klinik das geplante Ausweich-Gebäude auch langfristig noch nutzen kann, stellten die Planer dem Kreisausschuss vor.
In der Beschlussvorlage für den Kreisausschusses war es unmissverständlich formuliert: Die bestehenden OP-Säle des Kelheimer Krankenhauses „bedürfen dringend einer Generalsanierung, die nicht weiter aufgeschoben werden kann, ohne das Risiko eines OP-Ausfalls stark zu erhöhen“. Daran zweifelte auch der Ausschuss nicht – er genehmigte am Montag einstimmig den Fahrplan für dieses Herzstück des (Noch-)Caritas-Krankenhauses St Lukas. Die Planungsbüros hoffen, dass nächstes Jahr Baustart ist für den neuen Modulbau.
OP-Sanierung schon seit vielen Jahren in der Pipeline
Denn der zentrale OP-Bereich des Krankenhauses ist mehr als 50 Jahre alt und bedarf längst einer Generalüberholung. Diese war schon seit Jahren geplant, verzögerte sich aber immer wieder. Unter anderem, weil der Abriss des alten, statisch instabilen „B-Baus“ samt Neubau dazwischenkam. In der „Ära Oberender“ ab 2022, als die umstrittene Berater- und Management-Firma am Caritas-Krankenhaus das Sagen hatte, schien die OP-Erneuerung dann auch nicht gerade oberste Priorität zu genießen.
Vor genau einem Jahr drückte der damalige Kreisausschuss dann die Reset-Taste und packte das Projekt OP-Sanierungoffiziell wieder an. Man beschloss dabei, dass künftig drei (statt bisher vier) OP-Säle ausreichen; nicht zuletzt wegen des Trends zur „Ambulantisierung“ von Operationen. Auch deshalb müssen die mittlerweile veralteten Sanierungspläne überarbeitet werden.
Immerhin der Förderantrag bei der Regierung von Niederbayern muss nicht nochmal neu gestellt werden: Deren ebenfalls vor Jahren erteiltes OK gilt noch, erfuhr der Ausschuss von Marcus Hartl, dessen BPM Bau- und Projektmanagement Hartl GmbH die Generalsanierung am Kelheimer Krankenhaus begleitet. Er und Manuel Hilmer vom Architekturbüro Leinhäupl + Neuber arbeiten derzeit vor allem an der Planung des notwendigen Ausweich-Quartiers, damit während der jahrelangen Sanierungszeit weiter operiert werden kann.
Modulbau: Drei OPs und zeitgemäße Struktur
Geplant sei, dass an der (nördlichen) „Bergseite“ der Klinik ein Modulbau aufgestellt wird, dessen Kern drei OP-Säle sind. Außen herum: Räume, die mittlerweile Standard sind für effizientes Operieren – dort finden Vorbereitung und Nachversorgung der Patienten statt, so dass die OP-Säle nur so kurz wie nötig belegt sind, erklärten die Planer.
Als Baubeginn für das Interims-Gebäude hoffen die Ingenieure auf „Frühjahr oder Frühsommer 2027“. Auf ein Fertigstellungsdatum, wie von Kreisrat Dennis Diermeier (FW) nachgefragt, wollten sie sich noch nicht festlegen.
Erst wenn der Modulbau bezugsfertig ist, „können wir wieder ruhig schlafen“, kommentierte Landrat Christian Nerb – bis dahin muss der alte OP-Trakt im Krankenhaus noch „herhalten“. Ist dieser dann, Jahre später, fertig generalsaniert, soll eine „Raffinesse der Planung“ ihre Wirkung entfalten, erklärte Marcus Hartl:
Der „Übergangs“-Modulbau soll nicht rückgebaut, sondern als ambulantes OP-Zentrum weitergenutzt werden, „auch von externen Partnern der Klinik“. Das sei bei der mittlerweile hochwertigen Modulbauweise problemlos möglich, versicherte Manuel Hilmer.
Staatliche Förderung gibt es fürs Ausweichquartier bestenfalls für einen kleinen Gebäudeteil. Falls das Erkämpfen dieser „Mini-Förderung“ das Sanierungsprojekt nochmal verzögere, sollte man lieber ganz darauf verzichten, forderten die Kreisräte Christian Hanika (FW) und Thomas Krebs (SPD). Das könne man aber parallel zur Planung abklären, erwiderte Marcus Hartl.
Dr. Benedikt Grünewald (CSU) drängte ebenfalls zur Eile – „auch als Signal des Vertrauens an die Mitarbeiter im Haus und die Bürgerschaft“.